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Gastgeber erwischen rabenschwarzen Tag

Schönberg Gastgeber erwischen rabenschwarzen Tag

FC Schönberg verliert MV-Derby gegen TSG Neustrelitz mit 0:2 — Donnerstag wartet Hertha BSC II.

Schönberg. Enttäuschende Gesichter beim FC Schönberg 95. Aufatmen dagegen bei der TSG Neustrelitz. Im Duell der beiden einzigen Regionalligamannschaften aus Mecklenburg-Vorpommern gewannen die Residenzstädter aus Neustrelitz vor 347 Zuschauern gestern Nachmittag im Palmberg-Stadion mit 0:2. Die Gastgeber verpassten es damit, sich für die Hinspielpleite, als man nach 87 Minuten noch 2:1 führte und am Ende 2:3 verlor, zu revanchieren. „Für uns war das ein ganz wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt“, so der scheidende Neustrelitzer Trainer Andreas Petersen, der in der neuen Saison zu Germania Halberstadt gehen wird und weiter hofft, dass höchstens nur ein Ostverein aus der dritten Liga absteigt und der Nordost-Meister in die 3. Liga aufsteigt. Dann würde nämlich Germania als Drittletzter in der Liga bleiben. Mit dem zehnten Saisonsieg zog die TSG-Elf aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Tabelle an den Maurinekickern vorbei. Beide haben jetzt 35 Punkte auf dem Konto und sechs Spieltage vor Saisonende 15 Zähler Vorsprung auf den Drittletzten.

„Das war heute bestimmt nicht unsere Topleistung. Trotzdem waren wir irgendwie die bessere Mannschaft und haben kurioserweise trotzdem verdient 2:0 verloren“, brachte es Schönbergs Torwart Jörg Hahnel auf den Punkt. Zudem stand die Partie schon im Vorfeld unter keinen guten Vorzeichen, Daniel Halke und Gordon Grotkopp fehlten gelbgesperrt, Marcus Steinwarth, Kai-Fabian Schulz sind noch verletzt, einige Spieler angeschlagen, Hahnel war die ganze Woche krank, Haufe konnte nur zweimal trainieren.

Dennoch hatte Schönberg einen sehr vielversprechenden Start. Masami Okada scheiterte in der zweiten Minute aus fünf Metern an TSG-Torwart Steven Braunsdorf. Im Nachschuss traf Schönbergs Toptorjäger Henry Haufe nur den rechten Pfosten. Riesenpech für die Gastgeber. „Da müssen wir das 1:0 machen“, so Hahnel, der in der siebten Minute nach einem Schuss von Fabio Viteritti erstmals klären musste.

„Vielleicht war der Start einfach zu gut für uns, da haben einige wohl gedacht, es geht so weiter“, ärgerte sich der Keeper über die mangelnde Einstellung.

In der 13. Minute musste Schönbergs Torwart den Ball erstmals aus dem eigenen Kasten holen. Nachdem sich die Gastgeber auskontern ließen, stand Viteritti völlig frei im Strafraum und traf zur Neustrelitzer Führung. „Da hatten wir eine ganz schlechte Umschaltbewegung“, haderte Hahnel. Die Gastgeber waren anschließend zwar optisch überlegen und hatten durch Tom Schulz (25.) und Rico Gladrow (26.) weitere Möglichkeiten, Neustrelitz blieb mit Kontern aber immer gefährlich. Ohne Abwehrchef Daniel Halke, der wegen seiner zehnten gelben Karte zuschauen musste, zeigte der Aufsteiger aus Schönberg ungewohnte Schwächen in der Defensive. „Halke fehlt. Das ist ganz klar. Er ist ein lauter Typ, der hinten rigoros abräumt und nicht eins zu eins zu ersetzen“, weiß Keeper Jörg Hahnel.

Doch nicht nur hinten hatten die Grün-Weißen einige Probleme. Auch im Mittelfeld und vorne lief es nicht rund. Die Schützlinge von Axel Rietentiet leisteten sich viele Stockfehler, rückten viel zu langsam aus der Abwehr und zeigten nicht den Biss, der sie vergangene Woche beim 3:2-Sieg gegen Wacker Nordhausen noch ausgezeichnet hatte. Hinzu kamen zahlreiche Unkonzentriertheiten und Pech, wie beim Freistoß von Maximilian Rausch (49.) an die Latte. In der 61. Minute hatte Neustrelitz´ Nils Gottschick die Riesenchance zur Vorentscheidung. Völlig freistehend scheiterte er im Strafraum aus zwei Metern an Hahnel.

Sieben Minuten später dann einer von zahlreichen Fehlpässen im Spiel des FC Schönberg 95 zur Vorentscheidung. Rico Gladrow verlor den Ball im Mittelfeld, beim anschließenden Konter schauten die Spieler der Gastgeber nur zu. Viteritti nutzte das für seinen zweiten Treffer des Spiels und besiegelte damit Schönbergs elfte Saisonniederlage. „Das war blind, einfach schlecht, wie wir in die Rückwärtsbewegung umschalten“, ärgerte sich Hahnel über das 0:2. Für Mittelfeldspieler Anton Müller war der Auftritt des Aufsteigers Fußball zum Abgewöhnen. „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht“, sagte er. Schönbergs Trainer Axel Rietentiet sprach von einem „miserablen“ Tag. „Wir haben eine Menge falsch und nicht das gemacht, was ich mir gewünscht hatte.“ Seine Elf wollte eigentlich mindestens einen Punkt holen. „Den hatten wir heute aber nicht verdient, wenn man so dumm ist und so einfache Gegentore frisst“, so Rietentiet. Für die Grün-Weißen war es die erste Heimniederlage nach der Winterpause und die erste Pleite nach vier nicht verlorenen Spielen.

Von Steffen Oldörp

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