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Gold erhofft, Silber gewonnen

Rio de Janeiro Gold erhofft, Silber gewonnen

Lübecker Maximilian Munski mit Achter gegen Briten chancenlos – Heim-Trainer zitterte in Rio mit.

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Anlegen zur Siegerehrung: Der Deutschland-Achter rettete mit einem furiosen Schlussspurt noch Silber, die siegreichen Briten waren zu stark.

Quelle: imago

Rio de Janeiro. Als der Deutschland-Achter mit mehr als 20 Sachen ins Ziel schoss, Max Munski den ersten Piepton für die Briten hörte, „war mein erster Gedanke:

LN-Bild

Lübecker Maximilian Munski mit Achter gegen Briten chancenlos – Heim-Trainer zitterte in Rio mit.

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Scheiße, nur Silber“. Dann ließ er sich erschöpft nach hinten umfallen. Auch beim Rest des Teams: Kein Jubel, keine Faust. Nichts. Eine halbe Bootslänge fehlte. Wieder diese Briten, diese verdammten Briten, die ihnen seit 2013 in schöner Regelmäßigkeit auch WM-Gold wegschnappen.

Beim Anlegen musste sich Munski erst einmal übergeben. Steuermann Martin Sauer saß geknickt am Steg, sagte nichts. Felix Drahotta drückte den weinenden Schlagmann Hannes Ocik an seine Schulter. „Ich war so enttäuscht“, gestand der Schweriner, „Felix meinte, hey: ,Silber ist toll, das lassen wir uns nicht vermiesen. Die Briten waren besser.“ Und so nach und nach stellte sich die Freude ein.

Munski, der Lübecker Olympia-Novize, hatte sich als Erster gefasst, schüttelte strahlend die Hand von IOC-Chef Thomas Bach. Und spätestens nach der Siegerehrung, als Familie und Freunde zu den Jungs drängten, sie mit einem „Hipp, Hipp, Hurra“ feierten, war der Schmerz überwunden. Munski schloss seine Freundin Kathrein, eine ehemalige Ruderin, als Erste in die Arme. „Die Medaille ist auch für sie, dass sie das alles mit mir durchgestanden hat. Ich hab’ mich bei ihr bedankt.“ Kathrein traute sich gar nicht, die Medaille anzufassen. Als Munski seinem eigens für das Rennen nach Rio gereisten LRG-Jugend-Trainer Björn Lötsch die Medaille reichte und meinte „Mensch, Björn, dass wir nach so langer Zeit das Ding in der Hand halten, ist so geil“, schossen Lötsch, einem Bär von Mann, die Tränen in die Augen. Berührende Momente in der Mixedzone.

Das Rennen: „Am Start war ich sehr aufgeregt“, erzählte Munski. Dass die Briten einen Blitzstart hingelegt hatten, sie zurücklagen, bekam er gar nicht so richtig mit. „Das war wie im Film.“ An Land rannte Lötsch hin und her. „Eijeijei, das ist mal eine Ansage der Briten.“Als die Insulaner bei 1000 Metern mit einer dreiviertel Länge führten, die Holländer kurz danach vorbei zogen, schrie Lötsch:

„Los, Hannes, gib Gas, hau’ einen raus.“ Und Ocik haute einen raus, zog 500 Meter vorm Ziel den Endspurt an. „Wir waren so eng beieinander, hätten auch Vierte werden können“, erklärte Ocik und konte wieder lächeln.

Munski hatte da schon längst in den Jubelmodus umgeschaltet. „Ich fühle mich jetzt wie im luftleeren Raum, bin einfach nur wahnsinnig stolz, dass ich das schwere Ding hier in der Hand halte.“ Die anderen, die schon 2012 Olympiasieger waren (Johannesen, Reinelt, Kuffner, Schmidt, Sauer), „sie haben vielleicht Gold verloren. Ich habe Silber gewonnen.“ Ocik, Sauer und auch Bundestrainer Ralf Holtmeyer („Ich hatte Gold erhofft, Silber erwartet“) holten im Ziel zur Generalkritik am Fördersystem aus, bemängelten, dass der Leistungssport in anderen Ländern, wie Großbritannien, ein anderes Standing habe, auch finanziell. „Da können wir noch froh sein, dass es Silber geworden ist. Bei uns ist die letzten 20 Jahre nichts passiert. Da muss sich etwas ändern, darüber müssen wir offen reden“, forderte Holtmeyer. Sagte es, und ging mit seinen Jungs zum Feiern.

Als der Achter mit Silber um den Hals ablegen wollte, tanzten 50 deutsche Fans von Land aus mit dem Team auf dem Steg „Humba, humba, tätärä“. Darauf darf sich Munski auch in Lübeck freuen. Lötsch kündigte an: „Bei Max’ Rückkehr machen wir eine Fete, die sich gewaschen hat.“ Es wird auch das Leistungssport-Ade des Lübeckers sein. Munski legt, wie Max Reinelt, das Ruder aus der Hand.

Jens Kürbis

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