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Gothia-Cup – „unbelievable“

Göteborg/Lübeck Gothia-Cup – „unbelievable“

Die A-Junioren des JFV Hanse sind beim weltgrößten Jugendfußballturnier in Schweden sensationell ins Finale eingezogen – und machten sogar Bruce Springsteen Konkurrenz.

Göteborg/Lübeck. Christian Arp kann es immer noch nicht fassen. Schließlich war es ja „einfach unbelievable“, was seine A-Junioren vom JFV Hanse Lübeck in der vergangenen Woche geleistet hatten – unglaublich. „Ich bin dankbar, dass ich das miterleben durfte“, sagte der Trainer stolz.

Die Beschreibung passt – immerhin hatten sich die Lübecker, die gerade erst in die SH-Liga aufgestiegen waren, beim Gothia-Cup in Schweden sensationell ins Finale der U18-Konkurrenz gespielt. Zur Einordnung bedarf es einiger Fakten zum Turnier: Der Gothia-Cup in Göteborg, 1975 gegründet, umfasst über 1500 Mannschaften aus 81 Nationen – darunter auch Nachwuchsteams diverser Profivereine. Es ist sowohl (so die Eigenwerbung) das internationalste, als auch das größte Jugendfußballturnier weltwelt. Und der JFV Hanse schaffte es in der Top-Kategorie der U18-Junioren unter 97 Mitbewerbern bis ins Endspiel – als Underdog, als Amateurtruppe, die zweimal in der Woche trainiert und in der laufenden Saison noch in der Verbandsliga kickte. Stark.

Ein derartiger Erfolg bringt auch Bewunderer mit sich: Am Finaltag waren die Lübecker, die von „Alu“ Arp und seinen Kollegen Lutz Stieglitz und Stefan Rahn betreut wurden, fast so bekannt wie das Lübecker Marzipan. Rahn nahm Turnieranfragen aus Algerien entgegen, während die JFV-Jungs sich bereit machten für das letzte Spiel – ausgerechnet gegen Gastgeber BK Häcken, einem schwedischen Erstliga-Klub mit Elite-Nachwuchsförderung. Das Spiel ging mit 0:5 verloren. Arp: „Sie waren uns überlegen, haben auch einige große Talente in ihren Reihen – nach dem 0:2 gingen die Köpfe runter, die Jungs waren auch einfach platt.“

Tatsächlich war die Turnierwoche ermüdend, neunmal spielte der JFV über jeweils 2×30 Minuten, gewann davon sieben Partien. Teils gegen Exoten, wie die Delhi Dynamos aus Indien, die gleich im ersten Spiel mit 5:2 abgefertigt wurden – und anschließend unbedingt Selfies mit den deutschen Kontrahenten machen wollten. Nicht nur Inder waren in Göteborg vertreten, auch Mannschaften aus dem Libanon, Sambia, Peru, Bangladesch und Guatemala spielten in allen Altersklassen um Siege – auch einige Teams aus Schleswig-Holstein (siehe unten).„Man hat gespürt, wie sehr der Fußball die Menschen verbindet, das hat uns alle sehr beeindruckt“, sagte Arp, der nach dem aufgrund vieler mitgereister englischer und deutscher Fans sehr atmosphärischen Halbfinale gegen die Londoner Phoenix Academy (1:0), das Til Weidemann entschied, mit seinen Jungs in der zur Herberge umorganisierten Schule mit Fangesängen und Rosen empfangen wurde. Untergebracht war die Mannschaft in einem großen Raum, überall lagen Klamotten und Schlafsäcke herum – Camping beim Fußballturnier.

Eine Erfahrung, die Finalgegner Häcken nicht machen musste. Und doch taten sich die Schweden lange schwer gegen das Team aus Lübeck. Obwohl die Hanse-Jungs mächtig beeindruckt waren vom Finalort, dem ehrwürdigen Ullevi- Stadion. Das war 2009 zwar neu eröffnet worden, doch der Spielort ist geschichtsträchtig – hier hatte Pelé bei der WM 1958 die Fußballfans weltweit verzückt, hier war Deutschland als amtierender Weltmeister gegen Schweden im Halbfinale ausgeschieden. Deutschland gegen Schweden – das gab es auch im Gothia-Finale, vor über 1000 Zuschauern. Arp: „Es wären sicher mehr gekommen, wenn nicht gleich nebenan Bruce Springsteen gespielt hätte!“

In Lübeck aber hatte sich eine regelrechte Euphorie entwickelt – und so waren viele dabei, als die Partie im Internet-TV übertragen wurde. Die Enttäuschung über die Niederlage war schnell verflogen:

Immerhin gab es einen Pokal und eine Medaille für jeden Finalisten. Gefeiert wurde nicht. „Wir sind um 2 Uhr nachts alle ins Bett gefallen und dann um 7 Uhr gleich wieder hoch“, berichtet Arp. Mit zwei Sprintern machten sich Lucas Rackwitz, Tarik Baby & Co. auf die Heimfahrt – die nach acht Stunden bei der Lohmühle endete. Da warteten rund 100 Verwandte und Freunde auf ihre Helden – stilecht mit kleinem Begrüßungs-Feuerwerk.

Sönke Gorgos

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