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„Jeder Tag ist ein Erlebnis“

Lübeck „Jeder Tag ist ein Erlebnis“

Christiane Klein (60) ist eine von 50000 Olympia-Volunteers. Die Lübeckerin weist in Rio Königen und Promis den Weg. Und: Sie will sich für Tokio 2020 wieder als Helferin bewerben.

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„Meine Arena“: Christiane Klein (60) arbeitet in Rio als Volunteer im Schwimmstadion.

Quelle: Fotos: Jens Kürbis

Lübeck. Norwegens König Harald hat sie ein Shuttle besorgt. Auch Mary, der Kronprinzessin von Dänemark. Frankreichs ehemaliger Tennis-Queen Mary Pierce, die jetzt als protestantische Missionarin auf Mauritius arbeitet, stand sie bei einer Internet-Recherche zur Seite. Und US-Schauspieler Matthew McConaughey hat sie den Weg gezeigt. Es ist ihr Job, es ist der von Christiane Klein. Die Lübeckerin ist Volunteer, einer der 50000 olympischen Engel in Rio. Ihr Arbeitsplatz: das Aquatics Stadium, das Schwimmstadion auf dem Gelände in Barra. Hier sitzt die 60 Jährige gut 10000 Kilometer fernab der Heimat am Transport Desk, hilft der „Olympic Family“, den VIP’s beim An- und Abreisen.

LN-Bild

Christiane Klein (60) ist eine von 50000 Olympia-Volunteers. Die Lübeckerin weist in Rio Königen und Promis den Weg. Und: Sie will sich für Tokio 2020 wieder als Helferin bewerben.

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„Na, sehe ich nicht schick in meinen Sachen aus“, begrüßt uns die Physiotherapeutin und Yoga-Lehrerin in ihrem knallbunten Outfit lachend. Und wie schon in Lübeck, als sie von ihrer Bewerbung erzählte, dass sie unter 240000 ausgewählt worden, alles ja so aufregend sei, sprudelt es aus ihr immer noch so heraus. „Das ist alles so spannend, ich genieße jeden Tag.“Von Salvador de Bahia kommend, hat sie sich vor einer Woche akkreditiert. Ihr Outfit – 1 Paar Schuhe, 3 Paar weiße Socken, 2 Hosen, 3 Shirts, 1 Jacke, Uhr und Käppi – hat sie im Norden Rios in der Samba-Stadt abgeholt. In einer Riesen-Halle, wo Kostüme und Wagen auf den nächsten Karneval warten. „Als ich da so in der Schlange stand, inmitten der vielen Helfer aus aller Welt, hätte ich einfach heulen können. Es war so schön.“

Volunteer. In Rio heitern sie wartende Journalisten auf, sammeln Bälle ein, weisen Besuchern den Weg. Sie sind Schüler oder Rentner, Arbeitslose und Manager. Unterkunft und Anreise müssen sie dabei selbst bezahlen, bekommen lediglich Kleidung und Verpflegung. Sie sind die wahren Olympioniken, das Herz jeder Spiele. Direkt nach der Schlussfeier von London hatte Christiane Klein entschieden, dass sie dabei sein will. 3000 Euro hat sie dafür gespart.

„Und ich habe bisher keine Minute bereut. Im Gegenteil: Es ist immer noch aufregend.“ Über Airbnb bei einer Multikulti-Familie – sie Ägypterin und Historikerin, er kommt aus Uruguay – im Stadtteil Humanita, nahe der Copacabana, untergekommen, hat sie einen Tag vor Dienstantritt das Ankommen geübt. „Ich habe die Haltestellen gesucht, wie lange ich brauche.“ Zwei Stunden sind es jeden Morgen in den Olympia-Park. „Macht mir gar nichts, ich treffe unterwegs spannende Leute. Das ist mein Ding.“ Sie spricht fließend italienisch, französisch, spanisch und englisch. Die Eröffnung hat sie mit ihrer Gastgeber-Familie geschaut, besser gefeiert. „Sie sind total olympiabegeistert, haben sich extra für die Spiele einen großen Fernseher gekauft.“

Jetzt ist Christiane Klein im Olympia-Fieber. Von ihrem Arbeitsplatz kann sie in die Halle schauen. Sie hat sich auch schon heimlich hineingeschmuggelt, um Biedermann & Co. zu beobachten. Auch die Tennisspielerin Angelique Kerber. „Irre, ich habe mitgepfiffen, mitgeschrien.“ Mit ihren Volunteers hat sie auf dem Kunstrasen im Olympic-Park beim Public Viewing gehockt. „Es sind so viele schöne Momente.“ Sechs Stunden arbeitet sie täglich. In ihrer freien Zeit ist sie am Fuße der Christus-Statue gewesen, war auf dem berühmten Markt Cobal, ist täglich in einer Garage mit Einheimischen.

„Jeder Tag ist ein Erlebnis, und ich fühle mich hier so wohl.“ Dabei hat sie die weite Welt nicht zum ersten Mal gesehen.London, New York – überall war sie schon, Sie hat zudem lange im Ausland gelebt. „Doch Olympia ist etwas ganz Besonderes, ich davon infiziert.“ Und sie will es wiedertun. „Für Tokio 2020 bewerbe ich mich in jedem Fall.“

Jens Kürbis

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