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Jetzt warten Emil, Erwin & Harald

Rouen Jetzt warten Emil, Erwin & Harald

Deutsche Handballer heute gegen Chile und die deutschen Brüder Feuchtmann.

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13 Tore gegen den Trauerschmerz: Uwe Gensheimer zeigte gegen Ungarn ein starkes Spiel. Heute geht es gegen Chile und die deutschen Brüder Harald (v.l.), Erwin und Emil Feuchtmann (mit seinem Sohn).

Quelle: Fotos: Felix König/fotostand

Rouen. Zu neunt hockten Silvio Heinevetter & Co. auf dem Zimmer, vergnügten sich vorm Fernseher beim „Schabenteuerland“ Dschungelcamp. Runterkommen nach dem WM-Start, dem 27:23-Zittern gegen Ungarn. Bundestrainer Dagur Sigurdsson attestierte seinen Bad Boys „eine unglaublich starke erste Halbzeit, eine der besten überhaupt“.Vor allem die Performance von Keeper Silvio Heinevetter und Uwe Gensheimer beeindruckte. Der Käptn bezwang die Trauer um seinen verstorbenen Vater für 60 Minuten, zeigte in der so schweren Partie mit 13 Treffern sogar eines seiner besten Länderspiele. Sigurdsson registrierte aber auch den Einbruch in Halbzeit zwei. Sorgen bereitet er ihm aber nicht. „Wir werden uns steigern.“

LN-Bild

Deutsche Handballer heute gegen Chile und die deutschen Brüder Feuchtmann.

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Außerdem: Heute gilt’s gegen Chile (14.45 Uhr). Eine Pflichtaufgabe. Auch wenn die Südamerikaner Weißrussland zum Auftakt 32:28 besiegten. Eine Überraschung. Nicht für Co-Trainer Axel Kromer, der die Chilenen noch in der Nacht analysierte. „Sie haben einen sehr interessanten Rückraum, spielen geduldig, routiniert, aber auch wild südamerikanisch. Da zieht einer mal aus elf Metern ab.“ Ein Problem? Nein. Kromer: „Weißrussland hat nicht so eine Abwehr wie wir.“

Die Chilenen setzen auf die Kraft der drei Brüder – Erwin, Harald und Emil Feuchtmann. Klingt deutsch, ist es auch. „Unser Opa war Seemann, hat unsere Oma 1930 im Hafen von Punta Arenas kennengelernt und ist da geblieben“, erzählt Erwin Feuchtmann. Ihr Vater kam an der Uni zum Handball, gründete einen Verein und gab in der Familie die Begeisterung weiter. Auch an Tochter Inga, die in Spanien unter Vertrag steht.

Spielmacher Emil verdient in der Schweiz bei Wacker Thun seine Brötchen, der Rückraumlinke Erwin in Wien. Linksaußen Harald, der beim Bayernligisten DjK Waldbüttelbrunn spielt und als Fitness-Trainer arbeitet, war nach dem ersten, historischen Sieg völlig aus dem Häuschen: „Wir haben uns einen Monat nur auf dieses Spiel vorbereitet. Weißrussland, jeden Tag Weißrussland. Wir mussten gewinnen, sonst wäre die WM vorbei gewesen – wie immer.“ Diesmal nicht. Noch ein Sieg gegen Saudi Arabien, dann stünde Chile erstmals im Achtelfinale. „Nur das Spiel zählt, alles andere ist egal.“ Erwin („Unsere Spiele werden nur im Radio übertragen“) sieht Handball in Chile auf einem guten Weg. Unter dem neuen Trainer, dem Spanier Matteo Garralda, sei alles viel professioneller. „Früher war das nicht so, ich kann da Geschichten erzählen.“ So seien bei der WM 2013 sechs Spieler 45 Minuten zu spät zum Training gekommen, dazu noch angetrunken. Der Ex-Trainer „hat aber meinen Bruder Emil und nicht die Trinker angeschissen, weil er das thematisiert hat.“

Das Spiel gegen Deutschland ist für die Feuchtmänner „etwas Besonderes“. Es ist auch der zweite Livestream-Versuch. 600000 sahen gegen Ungarn zu, machten sich nach dem von Rechtevergeber beIN Sports verursachten 18-minütigem Bildausfall per Shitstorm Luft. DHB-Vize Bob Hanning war dennoch zufrieden: „Das ist mehr als manche Ballsportart, die bei ARD oder ZDF gezeigt wurde.“

2000 Kilometer für 60 Minuten Handball-WM

Lübeck – Rouen – Lübeck. 10 Stunden hin, 10 Stunden zurück. 2000 Kilometer für 60 Minuten Handball-WM live. Daniel Schwenn aus Groß Grönau und Matthias Jacob aus Pönitz haben sich den „verrückten“ Trip mit ihren Frauen Anja und Jana gegönnt. „Als uns die Karten von einem Partner angeboten worden sind, haben wir gesagt: Machen wir“, erzählt Schwenn. Und so düste das Quartett mit dem Auto in die Normandie – für 48 Stunden, um das deutsche Auftaktspiel gegen Ungarn zu sehen. Jacobs Fazit: „Erste Reihe, spannendes Spiel, es hat sich gelohnt.“ Einzige Einschränkung:

„In der Hansehalle, wenn unser VfL spielt, ist die Stimmung besser.“

Schwenn ist Mitinhaber des Sportgeschäfts „BS Sport“ in Bad Schwartau. Sein Geschäftspartner ist VfL-Rückraumkanonier Jan Schult. Und warum durfte er nicht mit? „Einer muss ja die Stellung im Laden halten“, erzählt Schwenn schmunzelnd und fügt augenzwinkernd hinzu: „Außerdem ist Jan ja nicht so handballinteressiert.“

Für das Quartett stand noch ein kurzer Bummel durch Rouens Altstadt an, ehe es gestern morgen zurück ging. Und würden sie es für die K.o.-Runde nochmal machen? Einhelliger Tenor: „Sofort.“

jek

Rouen – Stadt der hundert Kirchtürme und des Sports

Jeanne d'Arc ist in Rouen allgegenwärtig. Auf Schildern, Kirchen, Postkarten. Doch alle Touristen drängt es zur „Eglise Sainte Jeanne d'Arc“, an jenen Platz, wo Frankreichs berühmtester Scheiterhaufen loderte. 1431 wurde hier die erst 19-jährige Jungfrau von Orléans verbrannt. Doch nicht nur wegen der Nationalheldin steht die mittelalterliche Stadt auf der Liste historischer Sehenswürdigkeiten.

Rouen, Hafenstadt an der Seine, 110000 Einwohner, 100 Kilometer nördlich von Paris, beschrieb Victor Hugo einst als „Stadt der hundert Kirchtürme, deren Glockengeläut himmelauf schwingt“. In erster Linie hat er da die Kathedrale Notre Dame gemeint. „Das war bis zum Bau des Kölner Doms mit 151 Metern der höchste Kirchturm der Welt“, erklärt Stadtführer Philipp. Die Altstadt mit ihren Gassen, den Fachwerkhäusern, der astronomischen Uhr, dem Justizpalast oder dem Assisi-Rundgemälde – Rouen atmet überall Geschichte. Auch im Hafen. „Der Ärmelkanal ist nur 125 Kilometer weg. Wir haben eines der größten Windjammertreffen der Welt“, sagt Philipp.

Und was ist mit Handball? Der Stadtführer hebt die Schultern. Dabei ist Rouen durchaus eine Sportstadt. Da gibt es den Football Club de Rouen 1899, der im Stade Robert Diochon (12000 Plätze) einst in der 3. Liga spielte. Da sind die „Dragons“, die in Frankreichs höchster Eishockey-Liga um den Titel spielen, mehr als 2500 Zuschauer in ihrem Stadion anziehen.

Bitter: Im Schmuckstück der Stadt fehlen ein paar Meter für eine Eisbahn. Gemeint ist die Kindarena mit Platz für bis zu 6000 Zuschauer, zusätzlicher Aufwärmhalle (800 Plätze), Kraftraum, VIP-Bereichen – alles hochmodern. 2012 wurde der 37,5 Millionen Euro teure Sportpalast eingeweiht, der den „Kind“-Namen der Ferrero-Gruppe verdankt, die ihren Landessitz in Rouen hat und bis 2022 für die Namensrechte per anno 500000 Euro zahlt. Im Sportpalast, aktuell Heimat der zweitklassigen Métropole-Basketballer, haben Frankreichs Tennis-Stars Davis-Cup gespielt, die Volleyballer Weltliga, gab es ein Stabhochsprung-Meeting, zig Länderspiele. Und jetzt ist die Arena WM-Vorrundenort. jek

Jens Kürbis

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