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Podiumsgarant Dirk von Zitzewitz

Rallye Paris-Dakar Podiumsgarant Dirk von Zitzewitz

Der Ostholsteiner beendete die Rallye Dakar auf Rang drei. Im Kampf der Konzepte fuhr Toyota aber hinterher. 2017 will „DvZ“ deshalb in einem Buggy sitzen.

Die Oper ist erst vorbei, wenn die dicke Dame gesungen hat“, meinte Dirk von Zitzewitz, ehe er in seinen Toyota Hilux „Made in South Africa“ stieg. Nach zwei Wochen Rallye Dakar, knapp 9000 Kilometern durch Argentinien und Bolivien, teils chaotischen Etappen und mehr als zehn platten Reifen, waren dem Karlshofer und seinem Piloten Giniel de Villiers im Kampf ums Podium vor dem finalen 180-Kilometer-Showdown noch viereinhalb Minuten Vorsprung auf Rookie Mikko Hirvonen (Mini) geblieben. Das ostholsteinisch-südafrikanische Duo rettete davon 2:31 Minuten ins Ziel von Rosario.

Sieger: Wüstenkönig Stephane Peterhansel, der seinen zwölften Dakar-Erfolg bejubelte, seinen ersten im Peugeot, vor Nasser Al-Attiyah (Katar) im Mini.

Von Zitzewitz — bester Deutscher — bleibt damit der Podiumsgarant bei der Südamerika-Version der legendären Rallye. Bei acht Starts rollte der 47-Jährige mit de Villiers sechsmal aufs Podest — Rekord. „Das ist ein versöhnliches Ende für uns“, erklärte „DvZ“, „denn für uns ist nicht alles rund gelaufen.“ In der ersten Woche haderte das Duo mit der Höhe. Jenseits der 3000 Meter ist ihr Benziner mit Saugmotor im Nachteil gegenüber der mit zwei Turboladern zwangsbeatmeten Diesel-Konkurrenz von Mini und Peugeot. Es waren lange, anspruchsvolle Tage, aber ohne navigatorische Herausforderungen. Von Zitzewitz: „Außer drei Etappen gab es ausschließlich Rallye- WM-ähnliche Routen. Die ‚Dakar' sollte aber eine Wüsten-Rallye bleiben.“ Zum Start in die zweite Woche fuhren sich „Ginny“ und „Schnietz“, wie sie sich nennen, fest, als Gesamtsiebte 50 Minuten der Spitze hinterher. „Wenn uns da einer gesagt hätte, dass wir noch eine Chance aufs Podium haben, den hätten wir gleich in die medizinische Abteilung des Biwaks geschickt. Deshalb sind wir unterm Strich zufrieden.“

Die Dakar 2016, von Zitzewitz‘ 16. insgesamt, sie war auch ein Kampf der Konzepte zwischen Titelverteidiger Mini, gebaut in der hessischen x-Raid-Schmiede, Peugeot und Toyota. „Von der Stärke der Peugeot waren wir regelrecht geschockt. 2015 bei ihrem Debüt waren sie noch eine Lachnummer“, zieht von Zitzewitz den Hut. Der entscheidende Unterschied: Peugeot ist das erste Werksteam, das auf das Prinzip Buggy setzt. „Schon 2005 haben uns unsere damaligen Volkswagen-Ingenieure nach dem Studium des Reglements gesagt, dass alle einpacken können, wenn ein Werksteam einen Buggy baut. Jetzt ist es passiert.“

Die Automobilbauer scheuten bis dato den Bau der serienfernen Modelle. Bis der französische Löwe brüllte — mit zweistelligem Millionen-Etat. Die Vorteile: Handgefertigt ist der 2008 DKR leichter (rund 600 Kilo gegenüber dem Toyota), hat mit 460 Millimetern einen deutlich längeren Federweg (Toyota und Mini: 250 Millimeter). Auch die mit 95 Zentimetern Durchmesser sichtbar größeren Räder verstärken den Fahrwerksvorteil. Und: Während die Allradcrews den Luftdruck der Reifen nur von außen per Hand verändern dürfen, hat der 2008 DKR eine Reifenfüllanlage, die aus dem Cockpit während der Fahrt bedient werden kann.

X-Raid-Chef Sven Quandt plant deshalb den Umstieg, testete bereits einen Buggy. Toyota baut in der Base in Johannesburg auch schon einen. Von Zitzewitz: „Er soll im April fertig sein. Ich hoffe, dass ich 2017 bei der Dakar drin sitze.“ Der Karlshofer hat seinen Traum vom zweiten Dakar-Sieg noch nicht begraben. „Er ist derzeit aber nur in einem Buggy möglich.“

Jens Kürbis

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