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Rückkehr mit vielen Emotionen

Lübeck Rückkehr mit vielen Emotionen

Morgen tritt der Ex-Schwartauer Marcel Schliedermann mit Eisenach beim VfL an. Ein Comeback, das ihm so früh nach dem Horror-Unfall im Januar niemand zugetraut hatte.

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„Ich bin überzeugt davon, dass ich wieder meine alte Leistung bringen werde.“Marcel Schliedermann, Handballer beim ThSV Eisenach

Lübeck. Auch für ihn ist es in erster Linie ein Spiel, „in dem wir endlich wieder punkten müssen“. Aber wenn Marcel Schliedermann morgen (19.30 Uhr) mit dem ThSV Eisenach als Tabellen-18. beim VfL Lübeck-Schwartau antritt, ist es doch ein besonderes Glück für ihn, rechtzeitig zur Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte wieder dabei zu sein, wieder Handball spielen zu können. Zumal ihm lange Zeit niemand ein Comeback vor dem November zugetraut hatte – nach seinem Horrorcrash auf der A1.

 

LN-Bild

Morgen will Marcel Schliedermann (l., gegen Christoph Schlichting) mit Eisenach beim VfL punkten.

Quelle: Foto: König

Es waren Schlagzeilen, die einen erschaudern ließen Ende Januar: Ein Renault war in Höhe der Anschlussstelle Bad Oldesloe von der Fahrbahn abgekommen, hatte sich mehrfach überschlagen. Feuerwehrleute mussten die beiden Insassen mit hydraulischem Rettungsgerät aus dem total zerstörten Fahrzeug befreien. Erst später erfuhren auch die VfL-Handballer, dass es sich bei den Verunglückten um ihren Ex-Kollegen „Marci“ und dessen damals 19-jährige Freundin handelte.

Während Johanna zwölf Stunden lang operiert wurde und bis heute Metallplatten in beiden Armen, Beinen und dem Lendenwirbelbereich in sich trägt, kam Schliedermann vergleichsweise glimpflich davon.

Und doch war die Diagnose niederschmetternd: Neben einem Schädel-Hirn-Trauma war vor allem sein linker Arm in Mitleidenschaft gezogen: Ellenbogenluxation (vollständige Ausrenkung des Gelenks), Band- und Sehnenapparat komplett abgerissen, die Nerven durchtrennt.

Nach den OPs bedeutete das „letztlich allein 13 Wochen Reha in Bad Schwartau“, so Schliedermann, der in der Zeit wieder bei seinen einstigen Gasteltern Ilse und Klaus-Dieter Kristan einzog, von Haus-Mitbewohner Jan Schult zum Krankenhaus chauffiert wurde. Anschließend ging’s in Eisenach bei Physio Alexander Nöthe weiter. Eisern erledigte er seine „Fleißaufgaben“, wie er das Aufbautraining nennt.

Inzwischen ist er wieder im ThSV-Kader, gab sein Comeback am 15. September in der Partie der Eisenacher gegen die Rimpar Wölfe, spielte gleich mal 45 Minuten, zuletzt gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter Bergischer HC allerdings nur ein paar Angriffe.

„Ich bin noch nicht ganz bei hundert Prozent, aber überzeugt davon, dass ich wieder meine alte Leistung bringen werde“, sagt der 26-Jährige, und verrät doch: „In drei Fingern habe ich noch immer ein taubes Gefühl.“

Ob er gegen seinen Ex-Klub viel spielen wird, „hängt immer auch vom Verlauf des Spiels ab“, sagt Schliedermann, wohlwissend, dass die Eisenacher mit dem 28-jährigen Spanier Ibai Meoki-Etxebeste eine erfahrene Alternative auf der Mittelposition neu ins Team geholt haben. „Aber ich hoffe, ich fange bald wieder an Tore zu machen“, sagt er auch mit Blick auf seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag.

„Wir brauchen dringend Punkte“, weiß Schliedermann angesichts von 2:14 Zählern und will deshalb morgen für 60 Minuten ausblenden, dass er „dem VfL extrem dankbar für die Unterstützung nach dem Unfall“ ist, „genau wie Teamarzt Dr. Haupt, bei dem ich während der Reha ein- bis zweimal pro Woche war, der Asklepios-Klinik und der Familie Kristan, die sicher in der Halle sein wird.“

Ob er nach dem Spiel genügend Zeit hat, „mit allen zu sprechen, die per SMS und Mail gefragt haben, ob ich länger bleibe“, vermag er nicht zu sagen. Aber er hat sich fest vorgenommen, nochmal für ein langes Wochenende wiederzukommen, um sich bei allen zu bedanken, die ihm und seiner Freundin Johanna nach dem 29. Januar 2017 zurück ins Leben geholfen haben. Übrigens: Der Unfallhergang ist bis heute nicht geklärt.

Christian Schlichting

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