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Sensationell: Schönberg Tabellenzweiter

Schönberg Sensationell: Schönberg Tabellenzweiter

Maurinekicker ringen mit Energie Cottbus das dritte „Schwergewicht“ der Regionalliga in Folge nach 0:1-Rückstand mit 2:1 nieder – Trainer Rietentiet: „Diese Momentaufnahme ist einfach nur ein Traum“.

Schönberg. Spätestens seit Sonntag Nachmittag hat sich der FC Schönberg den Titel „Favoritenschreck“ in der Regionalliga Nordost verdient. Nach dem Berliner AK (3:0) und Wacker Nordhausen (3:1) musste mit Drittliga-Absteiger FC Energie Cottbus das dritte „Schwergewicht“ der Liga die Heimreise mit leeren Händen antreten. Der Favorit aus der Lausitz ging zwar planmäßg in der vierten Minute durch Förster in Führung, doch Leon Dippert mit einem sehenswerten Fallrückzieher aus elf Metern und Marcus Steinwarth mit einem herrlichen Kopfball nach einer mustergültigen Eingabe von Anton Müller drehten die Partie und katapultierten die Maurinekicker sensationell auf den 2. Tabellenplatz nach fünf Spieltagen hinter dem FC Carl-Zeiss-Jena. „Diese Momentaufnahme ist einfach nur ein Traum“, freute sich Schönbergs Trainer Axel Rietentiet nicht nur über das Ergebnis, sondern auch über eine fantastische Kulisse von 1200 Besuchern, die die Mannschaft nach dem Spiel mit stehenden Ovationen in die Kabine verabschiedete. Unter ihnen waren auch 300 Fans aus Cottbus, von denen sich einige allerdings nicht benehmen konnten und im Gästeblock zündelten, so dass einen kurzen Moment eine Rauchwolke über das Palmberg-Stadion zog. Auch nach dem Spiel gab es die eine oder anderen Pöbelei. Die Polizei, die mit rund 40 Beamten vor Ort war, hatte die Lage aber jederzeit im Griff. „Wir waren dem Gegner in allen Belangen überlegen, haben aber die nötige Gier vermissen lassen, haben einfach nicht schnörkellos gespielt und uns dumm und naiv angestellt“, war sein Gegenüber „Pele“ Wollitz sichtlich angefressen. „Wir hatten gefühlt 45, 50 Eckbälle und Standards, haben aber einfach zu wenig draus gemacht.“

Die Schönberger brauchten allerdinsg 20 Minuten, um überhaupt in die Partie zu finden. „Der Rückstand hat uns wach gemacht“, war Rietentiet mit der Anfangsphase überhaupt nicht zufrieden. Bestes Beispiel das 0:1. Energie-Spieler Karbstein „spazierte“ und eskortiert von gleich vier Schönbergern durchs Mittelfeld , steckte auf Förster durch, der keine Mühe hatte, Hahnel zu überwinden. „Ich habe meine Mannschaft zu Beginn gegenüber dem letzten Spiel nicht wieder erkannt“, gestand Rietentiet. Energie blieb zwar optisch klar im Vorteil, doch bereits in der 11. Minute bot sich Makangu Rafael die große Chance zum Ausgleich, doch er traute sich frei durch den Abschluss mit seinem schwachen Bein nicht und konnte abgeblockt werden. Dann die 33. Minute. Ein langer Ball von Max Rausch landet beim völlig freistehenden Lukas Scherff, dessen Kopfball Richtung Tor verunglückt, landet am Elfmeterpunkt bei Leon Dippert, der mit einem Klasse-Fallrückzieher für das 1:1 sorgt. Zwei Minuten später hat der gebürtige Cottbusser Daniel Halke im Nachsetzen Pech, als der Ball am Pfosten landet. Nach 41 Minuten verzieht Max Rausch freistehend einen Kopfball über den Kasten.

Nach der Pause das gleiche Bild. Energie bestimmt optisch das Geschehen, hat aber kaum zwingende Möglichkeiten. Ganz anders die Gastgeber. Nach dem 2:1 in der 68. Minute, das frenetisch im Stadion von den einheimischen Fans gefeiert wurde, hätte der wenige Minuten zuvor eingewechselte Gordon Grotkopp den „Sack zumachen“ können. Völlig frei im Strafraum stehend überwand er den Schlussmann der Gäste mit einem Heber, doch der Ball strich Zentimeter am linken Pfosten vorbei. In den letzten Minuten, einschließlich einer fünfminütigen Nachspielzeit verteidigten die Schönberger aufopferungsvoll kämpfend den Vorsprung und lagen sich anschließend überglücklich in den Armen.

Allerdings hatte der dritte Heimsieg in Folge für die Gastgeber einen mehr als bitteren Beigeschmack. Vier Minuten vor dem Ende verletzte sich Abwehrspieler Niklas Tille schwer und musste auf einer Trage mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Platz getragen werden. Gute Besserung!

Thomas Groth

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