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Trittaus unverhoffter Hauptgewinn

Trittau Trittaus unverhoffter Hauptgewinn

Der Badminton-Bundesligist ist auf der Suche nach Verstärkung fündig geworden — dank einer E-Mail aus Neustadt hat die Deutsch-Thailänderin Kilasu Ostermeyer (19) zugesagt.

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Gewohntes Terrain: Die 19-jährige Deutsch-Thailänderin beim Badminton-Training (und schon im Trikot) des Bundesligisten TSV Trittau.

Quelle: Fotos: Ln

Trittau. Es war der letzte Sonntag im Februar, die Badminton-Saison hatte für Trittaus Bundesliga-Spieler zum Abschluss ein 2:4 gegen Düren gebracht, als Sabina Persson abends vor ihrem PC saß und wusste, dass die Arbeit für Trittaus Teammanagerin jetzt erst beginnen würde. Denn: Nach der Saison ist vor der Saison.

LN-Bild

Der Badminton-Bundesligist ist auf der Suche nach Verstärkung fündig geworden — dank einer E-Mail aus Neustadt hat die Deutsch-Thailänderin Kilasu Ostermeyer (19) zugesagt.

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„Sie ist ein absoluter Glücksfall für uns.“ Trittaus Teammanagerin Sabina Persson

Es galt, bei der Zusammenstellung eines erstligatauglichen Teams voran zu kommen. Und Persson war keineswegs euphorisch, sie wusste, dass es mit dem vermutlich kleinsten Etat aller Erstligisten schwierig werden würde, Spieler anzuheuern, denen anderswo ganz andere Angebote unterbreitet werden.

Was dann geschah, klingt wie der Beginn eines modernen Märchens „Made in Hollywood“. Denn beim Blick auf dem Bildschirm fiel ihr eine E-Mail auf, geschrieben von einem „Onkel“ aus Neustadt in Holstein. „Er hatte in den LN die Berichte über unsere Bundesligaspiele gelesen“, erzählt Persson aus dem Schreiben, „und nun wollte er anfragen, ob seine Badminton spielende Nichte vielleicht mal vorspielen könnte in Trittau.“ Damals ahnte Persson nicht, was da gerade seinen Anfang nahm. Dass sich an jenem Sonntag die Lösung für einen Großteil ihrer Personalprobleme ankündigte. Eine Lösung namens Kilasu Ostermeyer.

Sechs Wochen später ist Persson schlauer, sagt: „Sie ist ein absoluter Glücksfall für uns.“ Mit einer filmreifen Geschichte: Die Hauptdarstellerin ist Tochter einer Thailänderin und eines Deutschen, seit wenigen Tagen 19 Jahre alt, und eine so gute Doppel-Spielerin, dass sie in Thailands Jugend-Nationalteam spielte, mit ihr bei der Team-WM 2015 Platz 6 holte (und dabei kein Spiel verlor), Nummer 10 der Jugend-Weltrangliste war, Fünfte bei den Asien-Meisterschaften, Neunte bei den World Junior Championships.

Doch schließlich wollte sie nicht mehr akzeptieren, dass ihr von den Verbandsoberen willkürlich neue Partnerinnen an die Seite gestellt und genauso willkürlich wieder abgezogen wurden. Und sie entschied, vor den militaristischen Zuständen im Land ihrer Mutter zu fliehen, überzusiedeln ins Land ihres Vaters, ins fremde Deutschland. Ohne Deutschkenntnisse, nur mit ein bisschen Englisch im Gepäck.

Erste Anlaufstelle war die Tante ihrer Mutter. Im Januar in Singen am Bodensee angekommen, musste sie aber schnell erkennen, dass in dieser Gegend kein Badminton auf höchstem Niveau gespielt wird.

Nach der Email-Anfrage aus Neustadt dauerte es dann zwar noch einen Monat. Nun aber hat Kilasu Ostermeyer ihre erste Woche in Trittau hinter sich, hat vorgespielt, mittrainiert, im Hause Persson gewohnt und sich bei ihrer ersten Shopping- Tour durch Hamburg gleich mal neue Badmintonschuhe gekauft.

„Wir wollten uns ein Bild von ihr machen, sehen, wie gut sie ist“, sagt Persson. Ihr Urteil nach fünf Tagen: „Sie ist supergut.“ Und sie hat einen deutschen Pass. Was bedeutet, dass sie das Recht auf Integrationsmaßnahmen (etwa Sprachkurse) hat. Und dass sie in Trittaus Bundesliga- Team nicht den einzigen Nicht-EU- Ausländer-Platz besetzt. „Deutsche Top-Spielerinnen sind rar gesät, auch europäische kaum zu bekommen“, weiß Persson um ihr Glück.

Gestern wurde Ostermeyer von ihrem Onkel abgeholt, verbringt das Wochenende in Neustadt. Vorher aber gab sie noch ihre Eintrittserklärung bei Persson ab. Die jubelt: „Ein Hauptgewinn für uns.“ Zumal ihre Zusage auch die Chance „deutlich erhöht“, dass Iris Tabeling den Trittauern erhalten bleibt. Die Niederländerin hatte ihr weiteres Engagement vor allem davon abhängig gemacht, dass der TSV eine zweite Doppelspezialistin holt. Persson rechnet jetzt „zu 90 Prozent“ mit Tabelings Zusage. Dank einer E-Mail, dank eines Onkels, dank Kilasu Ostermeyer.

Schlusswort Persson: „Glück muss man haben.“ Schnitt, Blende — und ein echtes Happyend.

Von Christian Schlichting

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