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„Unser Vorsprung ist lange weg“

Barcelona „Unser Vorsprung ist lange weg“

Olympiasieger 2008, 2012. Und 2016? Das deutsche Hockey- Team testet für Rio in Hamburg. Ein Besuch bei den unbekannten Weltstars.

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Moritz Fürste, Olympiasieger 2008 und 2012, trifft beim 6:0 gegen Irland zweimal.

Quelle: Witters

Barcelona. Steigenberger Hotel Treudelberg im Norden Hamburgs. In lauschigen Terrassen-Möbeln sitzend, genießen Jan-Philipp Rabente & Co. den traumhaften Blick ins Alstertal. Die Gäste ringsum, sie nehmen keine Notiz von ihnen, kennen sie nicht. Dabei sitzen sie Stuhl an Stuhl mit Welt- und Europameistern. Rabente ist sogar der Goldjunge, schoss Deutschland 2012 zum Olympiasieg – nur in der falschen Sportart. Hockey. Zu Besuch bei den unbekannten Weltstars. In Hamburg bereiten sie sich mit Länderspielen gegen Irland auf die Spiele in Rio vor. Nach dem 9:0 und 6:0 folgte heute Test Nummer drei.

Alles im Lot für das Triple, den dritten Olympiasieg nach 2008 und 2012? Valentin Altenburg, seit November Bundestrainer, nimmt die Frage mit Engelsgeduld zur Kenntnis. Zu oft hat sie der 34-Jährige schon gehört. Er findet die Erwartungshaltung „schön, sie stresst mich auch überhaupt nicht, spornt mich eher an“. Doch die Vergangenheit spiele keine Rolle, „da Rückschlüsse zu ziehen ist Quark“.

Die Mannschaft jetzt ist eine andere, auch habe sich die Hockey-Welt verändert – und das dramatisch.

Deutschland – die Nummer eins? „Die Realität sieht ganz anders aus“, springt ihm Superstar Moritz Fürste (31) bei. Seit 2014 kein Turniersieg, bei der World League zuletzt Siebter. „Die Top Sechs-Nationen der Welt arbeiten professionell – bis auf Deutschland. Unser Vorsprung ist lange weg“, redet Fürste Tacheles. Sein Beispiel: Holland. Vor zehn Jahren hatten beide Nationen etwa 70

000 Aktive, die Hockey spielen. In Deutschland sind es jetzt 80000, beim Nachbarn 370000. Mehr noch: Im Oranje-TV läuft am Wochenende ein Liga-Spiel live, die Partien werden samstags immer zur gleichen Uhrzeit angepfiffen. In Deutschland undenkbar.

Der gravierende Unterschied aber: Fürste trainiert 20 Stunden die Woche im Verein, arbeitet 30 bei der Hamburger Agentur Thjnk, wo er für das Sportmarketing zuständig ist. Oft kommt er erst gegen 22 Uhr aus dem Büro. „Uns fehlt die finanzielle Entlastung.“ Deshalb hören viele Top-Spieler mit 28 auf – im besten Hockey-Alter. Oder sitzen in der Hotel-Lobby und arbeiten vorm Länderspiel am eigenen Immobilien-Start-Up, wie nebenan Keeper Nicolas Jacobi (29). Fürste ist mit 31 einer der Oldies. Auch er denkt an das Karriere-Ende nach Rio.

Altenburg kennt die Nachteile, weiß, dass das holländische Nationalteam in Papendal seit vier Jahren jede Woche drei Tage lang gemeinsam trainiert, die Engländer in Bisham Abbey, in der Nähe von London, zentralisiert sind. „Hockey ist ihr Job, bei uns ist es viel mehr Abenteuer“, sagt Altenburg. Der Grund: das fehlende Geld. In Deutschland sind alle Spieler Amateure, ist er froh, wenn er sie an Wochenenden ab und an zusammen hat. Argentinien, Belgien, auch Indien, sind mit Holland, Australien und den Deutschen nun auf Augenhöhe. Altenburg: „Früher waren wir die dominierende Taktik-Nation, doch das Geheimnis ist längst dekodiert. Andere Teams spielen sogar deutscher als wir.“ Und dennoch spielt Schwarz-Rot-Gold im Konzert der Großen vorn mit. „Wir sind eben das gallische Dorf“, sagt Altenburg.

Und was ist der Zaubertrank für Rio? Altenburg setzt auf die individuelle Klasse seiner Spieler, ihre Top-Ausbildung, „eines unserer Geheimnisse“, und auf mehr „Bedrohung“. Heißt: „Wir müssen unser Spiel schneller machen, aus einer geordneten Abwehr schneller Zugriff auf den Gegner bekommen, ihn überfallen.“ Die Unberechenbarkeit als „neue Bedrohung“. An der Philosophie arbeitet er, setzt dabei auf Spiele statt Trainingslager. „Andere sind eingespielt, wir nicht.“ 24 Partien hat er bis zum Rio-Start eingeplant. 26 Spieler sind noch im Kader, nur 19 fliegen mit. Anfang Juli will er sein Olympia- Team benennen. Und das Ziel? „Viertelfinale ist unser Minimalziel. Doch ich bin überzeugt, dass wir bis Rio so viel Qualität entwickeln, dass wir jeden schlagen können.“

Harvestehude verpasst Finale

Für den Harvestehuder THC ist der Traum von zweiten Titelgewinn in der Euro Hockey League (EHL) im Halbfinale geplatzt. Das Team um Nationalmannschafts-Kapitän Tobias Hauke verlor zum Auftakt des Finalturniers in Barcelona gegen den niederländischen Vizemeister Amsterdam H&BC mit 2:4 (1:3). Damit spielt der Champion von 2014 heute gegen den gastgebenden Klub Atletic Terrassa nur noch um Platz drei.

„Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Wie wir heute gespielt haben, war insgesamt okay, aber eben auch nicht mehr“, sagte HTHC-Coach Christoph Bechmann. Amsterdam hatte mit 3:0 geführt, ehe Felix Mathes (30.) und Finn Köhler (35.) verkürzten. Doch zu mehr reichte es nicht.

Der Rio-Fahrplan

Hockey Herren: Nach den drei Länderspielen in Hamburg testet das deutsche Team beim Turnier in London (8. - 16. Juni), anschließend geht es zum Turnier nach Valencia (25. Juni - 4.

Juli). Danach benennt Bundestrainer Valentin Altenburg sein Olympia-Team, das bei den Ergo Masters in Düsseldorf (14. - 17. Juli) auf die Niederlande, Großbritannien und Belgien trifft. Am 28. Juli fliegt das Team nach Rio, wo Fürste & Co. noch drei Testspiele (Australien, Belgien, Neuseeland) bestreiten. In Rio sind die Niederlande, Argentinien, Indien, Irland und Kanada die olympischen Gruppengegener. Erstmals wird ein Viertelfinale ausgespielt, das die vier Gruppenbesten erreichen.

Jens Kürbis

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