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„Wir stehen so gut da wie noch nie“

Lübeck „Wir stehen so gut da wie noch nie“

Schwartaus Zweitliga-Handballer: 190000 Euro Schulden in sechs Monaten abgebaut — Vier-Punkte-Abzug vom Tisch — wirtschaftlicher Träger erwirtschaftet erstmals seit 2008 Plus.

Lübeck. Ein Urlaubsabstecher in die Sonne, einfach mal ein Buch zur Hand nehmen — für Michael Friedrichs blieb zuletzt dafür keine Zeit. Der Geschäftsführer der HM Handball Marketing GmbH, des wirtschaftlichen Trägers des Zweitligisten VfL Bad Schwartau, putzte stattdessen Sponsoren-Klinken, redete permanent mit seinen Gesellschaftern, holte sich sogar den Chef der Handball-Bundesliga (HBL), Frank Bohmann, ins Haus. Alles unter dem Stichwort: Negatives Eigenkapitals.

Der Hintergrund: Die Liga — alle Klubs der 1. und 2. Liga — hatte sich vor drei Jahren selbst zum Abbau der Schulden verpflichtet. Im Klartext: „Wer zum 31. Dezember 2012 ein negatives Eigenkapital hatte, musste dies stufenweise binnen drei Jahren um 30 Prozent absenken“, erklärte Bohmann. Wenn nicht — vier Punkte Abzug. Das galt auch für Schwartau, denn der VfL hatte zum Stichtag ein Minus von 299000 Euro, musste dies bis zum 31. Dezember 2015 auf rund 209000 Euro abschmelzen. Nur: In der veröffentlichten Bilanz der Saison 2014/15 (30. Juni 2015) war die Zahl verheerend. Nicht gedeckter Fehlbetrag: 399654, 64 Euro.

Der VfL musste so binnen sechs Monaten 190000 Euro an Schulden abbauen. Es drohte der Verlust von vier Punkten. „Wir haben es geschafft, das Thema ist vom Tisch“, erklärte Friedrichs jetzt mit Gesellschafter Thomas Nawrocki (Geschäftsführer „natürlich Wasserbetten“) auf LN-Nachfrage. Ein Wunder. „Wir haben das im Kollektiv geschafft.“ Und wie? Die HM hat unter Friedrichs erstmals seit dem VfL-Aufstieg 2008 ein Plus (mehr als 100000 Euro) erwirtschaftet (Kostenabbau, mehr Sponsoring- Einnahmen). Den Rest steuerten die sechs Gesellschafter bei, unter anderem durch Forderungsverzichte. Den Löwenanteil, so Friedrichs, stemmten dabei der Flensburger Boy Meesenburg (Jacob Cement Baustoffe) und der Stockelsdorfer Siegfried Drechsel (BMV Röntgen- und Medizinischer Bedarf). Für Friedrichs, der nach dem Abgang von Ex-Chef Christian Fitzek zum HSV bei seiner Amtsübernahme im Sommer 2014 ein sechsstelliges Loch entdeckt hatte (Schulden bei Spielervermittlern, Caterern, Ex- Spielern, Hallenmiete, DRK, Handball-Bundesliga), ist das „ein weiterer Etappensieg“.

HBL-Chef Bohmann weiß um die neuen VfL-Zahlen. Auch, dass es unter den 39 Bundesliga-Klubs „mehrere verschuldete Vereine gibt“. Namen will er nicht nennen. Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um den HSV und TuS N-Lübbecke (1. Liga) sowie HC Empor Rostock und SV Henstedt-Ulzburg (2. Liga) handeln. Die Vereine müssen den Jahresabschluss aber erst mit den Lizenzunterlagen am 1. März einreichen. Bohmann: „Danach werden wir reagieren.“

Zurück zu Schwartau und den veröffentlichten HM-Zahlen für die Spielzeiten 2013/14 und 2014/15. Auffällig: Friedrichs-Vorgänger Fitzek, der den HBL-Schuldenabbau mit unterzeichnet hatte, verließ den VfL im Sommer 2014 mit einem Fehlbetrag, der sich über die Jahre auf 425800,66 Euro summiert hatte, darin enthalten allein 216593,80 Euro aus Fitzeks letztem Geschäftsjahr. Friedrichs glaubte am Ende seiner ersten Saison (Stichtag 30. Juni 2015) ein Plus von 2700 Euro erreicht und dabei sogar noch gut 26000 Euro Schulden abgebaut zu haben — bis eine Rentenversicherungsnachzahlung aus 2013 (fast 37000 Euro) die Bilanz verhagelte. Nawrocki ist dennoch zufrieden: „Wir stehen so gut da wie noch nie. Das ist eine positive Story. Friedrichs motiviert uns alle.“

Aber: Der VfL ist noch immer mit gut 200000 Euro überschuldet. „Das ist nicht das Problem. Wichtig ist, dass wir liquide sind, und das sind wir. Gehälter, Mieten, Raten — alle laufenden Kosten werden bedient, pünktlich“, erklärt Nawrocki und lobt: „Friedrichs ist sparsam, er hat die Zahlen im Griff.“ Das sei ein positives Signal an die Mannschaft, auch an neue Gesellschafter. Nawrocki:

„Wir müssen uns da breiter aufstellen. Der VfL ist mit der positiven Fortführungsprognose jetzt gesellschafterlike.“ Friedrichs‘ Ziel zum 30. Juni 2016: die schwarze Saison-Null, das Umfeld weiter professionalisieren. Mehr noch: Bis Juni 2018 will er den VfL schuldenfrei, den Etat auf eine Million Euro erhöht haben. „Das brauchen wir, um uns im oberen Drittel der Zweiten Liga zu etablieren.“

Jens Kürbis

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