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Zwei Wölks, zwei Teams, ein Spiel

Lübeck Zwei Wölks, zwei Teams, ein Spiel

Im Ostholstein-Derby der SH-Liga kickt Oldenburg morgen bei Eutin 08 — Es ist auch ein Duell der Mittelfeldstrategen, der beiden Brüder Björn und Kevin Wölk.

Lübeck. Es ist nicht zu übersehen, dass sich Björn (36) und Kevin (30) Wölk gut verstehen. Die Begrüßung der Brüder fällt herzlich aus, als sie sich auf „neutralem Boden“ in einem Lübecker Café treffen. Der eine bestellt einen Latte Macchiato, der andere einen Cappuccino — nicht der einzige Unterschied der beiden Fußballer, wie sich schnell herausstellt, als das Gespräch auf das brisante SH-Liga-Derby morgen (14 Uhr, Waldeck-Stadion) zwischen dem Titelkandidaten Eutin 08 und dem formstarken Aufsteiger Oldenburger SV kommt.

„Die Oldenburger haben nur eine Chance, wenn sie bis zur 90. Minute 2:0 führen. Weil wir dann kommen“, stichelt Kevin in Anspielung auf das jüngste Auswärtsspiel seiner Eutiner bei Kilia Kiel, als die Elf von Trainer „Mecki“ Brunner einen 0:1-Rückstand per Doppelschlag noch drehte. Außerdem habe der Tabellenzweite den besseren Kader. Doch der Konter vom älteren Bruder kommt prompt, der OSV-Kapitän verweist auf die letzten vier ungeschlagenen Spiele mit 19:1 Toren — einschließlich des jüngsten 2:0- Coups gegen Spitzenreiter Eichede. „Wir fahren nicht nach Eutin, um ihnen zur Meisterschaft zu gratulieren“, hatte Björn schon nach dem jüngsten Sieg gesagt. Nun legt er nach: „Die Ausgangssituation ist anders. Das wird ein völlig anderes Spiel als beim Saison-Opening, als wir noch ganz neu in der Liga waren.“ Einzig der Ausfall des verletzten Daniel Junge (elf Saisontreffer) schmerze. Die Favoritenrolle schiebt der Prokurist eines Lübecker Telekommunikationsdienstanbieters und Vater von zwei Söhnen (Mika, 8, und Matti, 4) aber doch den Eutinern zu. „Sie haben klar den Druck. Für uns ist das ein Bonusspiel.“

Beide haben das Fußball-Abc beim OSV gelernt, Kevin schaffte es bis in den Profibereich. „Er ist der bessere Kicker“, gibt Björn neidlos zu. Nach seinem Abschied vom VfB Lübeck vor neun Jahren („Trainer Uwe Erkenbrecher hat nicht mehr mit mir geplant“) ging es auf Empfehlung des Ex-Lübeckers Rouven Schröder erst zum VfL Bochum II, dann folgten Stationen bei Hessen Kassel, RW Ahlen, Darmstadt 98, FSV Frankfurt II, Wormatia Worms. Immer mit dabei war Ehefrau Tina (28), beide haben eine Tochter (Summer, 2 ½).

Björn besuchte ihn damals regelmäßig. Erst als ihn ein Achillessehnenriss stoppte, kehrte Kevin in den Norden zurück. Nach einer zweiten Station bei Regionalligist VfB Lübeck (November 2014 bis Juni 2015) und inzwischen in Meddewade (Kreis Stormarn) sesshaft geworden, heuerte er im vergangenen Sommer in Eutin an und soll den Klub mit seiner Erfahrung in die vierte Liga führen. „Man ist schnell verbrannt. Es ist schwer, sich oben zu halten“, hat er auf den vielen Stationen gelernt. Da Kevin längst nicht nur mehr vom Fußball lebt, hat er gleichzeitig eine Ausbildung zum Büromanagement (zwei Jahre) bei Hauptsponsor Arend Knoop begonnen.

Beide spielen im Mittelfeld. „Er ist beidfüßig, kann den Pass in die Tiefe spielen und ist der ruhende Pool der Mannschaft“, sagt Björn über seinen jüngeren Bruder, schiebt aber schmunzelnd hinzu:

„Mit den Schiris hat er es nicht so. Und im Tor ist er nicht so gut wie ich.“ Kevin hingegen schätzt an Björn die Fähigkeit, eine Mannschaft zu organisieren. Er mache die Ansprachen auf und neben dem Platz, habe einen guten linken Fuß („dafür keinen rechten“) und spiele ähnlich gute Diagonalbälle und Freistöße. Nach Macken gefragt, sagt Kevin über seinen Bruder: „Er redet gern mit den Gegenspielern, um sie aus dem Konzept zu bringen, was aber ein probates Mittel und clever ist.“ Unisono sagen beide: „Wir handeln nur im Sinne der Mannschaft.“ Der Unterschied sei lediglich, dass Oldenburgs Elf wesentlich jünger und unerfahrener sei.

Zweimal trafen die Wölks bislang aufeinander. Die Bilanz spricht mit 2:0 (ein 2:0 in der Liga und ein 5:1 im Kreispokal) eindeutig für Kevin. „Wird Zeit, dass sich das ändert“, betont OSV-Kapitän Björn. Doch der Eutiner kontert: „Wir haben den besten Sturm der Liga und spielen zu Hause.“

In einem sind sie sich indes einig. Nach der Rekordkulisse von 1667 Fans am ersten Spieltag hoffen sie bei gutem Wetter auf eine erneut vierstellige Zuschauerzahl. Und egal wie das Spiel ausgeht:

Anschließend wollen sie gemeinsam Essen gehen.

Volker Giering

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