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Dank „Super Start“: Hamilton entreißt Rosberg WM-Führung

Budapest Dank „Super Start“: Hamilton entreißt Rosberg WM-Führung

Nico Rosberg hat die WM-Führung verloren. Lewis Hamilton gewinnt auch in Ungarn und zieht im Klassement nach vier Monaten an seinem Mercedes-Stallrivalen vorbei. Vorjahressieger Sebastian Vettel verpasst als Vierter das Podium knapp.

Budapest. Nico Rosberg hat die WM-Führung verloren. Lewis Hamilton gewinnt auch in Ungarn und zieht im Klassement nach vier Monaten an seinem Mercedes-Stallrivalen vorbei. Vorjahressieger Sebastian Vettel verpasst als Vierter das Podium knapp.

Für den Sturz von Dauerrivale Rosberg von der Formel-1-Spitze belohnte sich Ungarn-König Hamilton mit einem schicken Abendessen in Budapest. Nach 126 Tagen entriss der britische Titelverteidiger mit seinem fünften Erfolg auf dem Hungaroring seinem deutschen Mercedes-Teamkollegen die WM-Führung - und das ausgerechnet eine Woche vor Rosbergs Heimrennen in Hockenheim. „Ich hoffe, dass da noch mehr kommt“, sagte Hamilton nach seiner makellosen Fahrt, mit der er Michael Schumacher als Rekordsieger in Ungarn ablöste.

Mit fünf Siegen in den vergangenen sechs Rennen hat der Weltmeister aus 43 Punkten Rückstand nun sechs Zähler Vorsprung auf Rosberg gemacht. „Ich zähle nicht die Punkte, das Jahr ist noch lang“, sagte Rosberg trotzig. Seine Niederlage war schon kurz nach dem Start besiegelt. Der 31-Jährige konnte seine Pole Position nicht behaupten, Hamilton zog vorbei und gab die Führung nicht mehr her. „Danach habe ich versucht, allen möglichen Druck auf Lewis zu machen. Aber hier ist Überholen schwierig“, bilanzierte Rosberg, dem auch sein erster Podiumsplatz in Ungarn wenig half.

Dabei hatte das Grand-Prix-Wochenende mit seiner Vertragsverlängerung bis 2018 so verheißungsvoll begonnen. „Das nächste Rennen kommt ja bald. Schön, dass ich in Hockenheim das schnell wieder vergessen kann“, sagte Rosberg.

Auch Ungarn-Vorjahressieger Vettel hofft in der Heimat auf die Rückkehr aufs Podium, nachdem er sich am Sonntag mit Rang vier hinter dem australischen Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo begnügen musste. „Es war ein positives Rennen“, resümierte der Heppenheimer. „Gerade nach den Stimmen der vergangenen Wochen war das eine gute Antwort.“ In der WM-Wertung liegt Vettel mit 110 Punkten nur auf Platz fünf.

Der neue Spitzenreiter Hamilton ist vor der zweiten Saisonhälfte bereits um 82 Zähler enteilt. Der Titelverteidiger zeigte sich jedoch vor allem von der Übernahme des Ungarn-Rekords von PS-Ikone Schumacher gerührt. „Das ist ziemlich unglaublich. Ich bin damit aufgewachsen, Michael zuzuschauen“, meinte Hamilton und verabschiedete sich zur Dinnerparty. „Aber es wird nicht zu heftig, wir haben ja nächste Woche wieder ein Rennen“, versprach er.

Der Engländer verdiente sich den Sieg mit einer fehlerfreien Darbietung. Nach seinem Superstart hielt er Rosberg cool hinter sich, obwohl er nach 20 Runden Probleme mit dem Reifenverschleiß meldete und nicht mehr an seine besten Rundenzeiten anknüpfen konnte. Auch Ricciardo und Vettel waren nicht so weit entfernt, dass Hamilton einen entspannten Nachmittag verbringen konnte. „Es war ein großartiger Kampf“, befand Hamilton.

In der Endphase des Rennens wurde es an der Spitze nochmals spannender. Vettel und Ricciardo kämpften um Platz drei - ganz vorne steckte Hamilton hinter Haas-Fahrer Esteban Gutierrez im Verkehr fest, verlor dadurch Zeit und verbremste sich später. Rosberg konnte weiter aufschließen, leistete sich jedoch seinerseits einen Fahrfehler. So ließ sich Hamilton seinen 48. Grand-Prix-Sieg nicht mehr nehmen und kommt damit Legende Alain Prost (51) immer näher.

Für den zumindest vorläufig entthronten Rosberg bleibt nach der Schwächephase der vergangenen Wochen nur das Prinzip Hoffnung. „Ich konzentriere mich einfach darauf, weiter Rennen zu gewinnen. Dazu bin ich in der Lage, das habe ich bewiesen. Jetzt kommt Hockenheim, also werde ich versuchen, da wieder zu gewinnen“, erklärte der neue WM-Zweite.

Einen mittelprächtigen Tag erwischte auch Landsmann Nico Hülkenberg. Der Force-India-Mann sicherte sich vor 75 000 Zuschauern als Zehnter gerade noch einen Punkt. Neuling Pascal Wehrlein musste sich im Manor mit Rang 19 begnügen.

dpa

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