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Vettel sieht keinen Grund für „Trübsal“

Silverstone Vettel sieht keinen Grund für „Trübsal“

Schwere Zeiten für die Scuderia. Sebastian Vettel und Ferrari müssen sich im Formel-1-Führungstrio allmählich nach hinten orientieren. Mercedes ist davongerast, Red Bull drängelt vehement. Vettel muss permanent beschwichtigen.

Silverstone. Den Blick in den WM-Rückspiegel will Sebastian Vettel partout nicht richten.

Ins Formel-1-Titelrennen zwischen dem davonrasenden Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg wird der Ferrari-Star in diesem Jahr nicht mehr eingreifen können. Stattdessen verliert die Scuderia als Verfolger der Silberpfeile immer mehr an Boden im Kampf gegen den drängelnden Aufsteiger Red Bull. „Wir wollen gewinnen“, insistierte Vettel nach seinem enttäuschenden Großbritannien-Wochenende. „Mich kümmert nicht, was hinter uns los ist, solange sie da hinten bleiben.“

Diesen Wunsch wird Red Bull seinem früheren Piloten nicht erfüllen wollen. Daniel Ricciardo und Max Verstappen üben immer mehr Druck auf Ferrari aus und liegen in der Konstrukteurwertung nur noch sechs Punkte hinter Vettel und seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen. „Es ist nicht gleich alles schlecht, wenn man mal ein, zwei Rennen hat, bei denen es nicht nach Plan läuft“, beschwichtigte der Heppenheimer.

In Vettels Masterplan für diese Saison stand sicher nichts von einem Triebwerksdefekt (Bahrain), einem Crash mit Daniil Kwjat (Russland), Fehler bei der Reifenstrategie (Kanada), einem platzenden Reifen (Österreich) und hartnäckigen Getriebeproblemen. Hatte der 29-Jährige nach zehn Rennen in seinem Ferrari-Premierenjahr 2015 schon 160 Punkte gesammelt, ist die Ausbeute in dieser Saison auf 98 abgesackt. „Ferrari hat im Moment einfach keine gute Zeit“, attestierte Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda.

„Es gibt keinen Grund, Trübsal zu blasen“, versicherte Vettel nach seinem dürftigen neunten Rang in Silverstone, wo Ferrari erstmals in dieser Saison keine Chance auf das Podium hatte. „Es gibt keinen Grund, die Welt auf den Kopf zu stellen.“ In zwei Wochen in Budapest würden die Dinge wieder anders aussehen, da sei er ziemlich sicher.

Es gibt aber eine Menge Arbeit für Ferrari in einem immer nervöser werdenden Umfeld. „Wir müssen unsere Probleme lösen“, erklärte Teamchef Maurizio Arrivabene mit Blick auf die viel zu oft streikende Technik. In Sachen Aerodynamik muss die Scuderia zulegen und auch die Getriebemacken ausmerzen. „Wir können ja jetzt nicht sagen, dass wir aufgeben“, meinte Arrivabene nach der „harten Lektion“ von England. „Auf keinen Fall.“ In Ungarn müssen aber Fortschritte her, sonst kommt Vettel am Blick in den WM-Rückspiegel nicht mehr vorbei.

dpa

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