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Vettel stellt sich vor Ferrari - „Keinen Grund zur Panik“

Monte Carlo Vettel stellt sich vor Ferrari - „Keinen Grund zur Panik“

Ferrari hinkt den Ansprüchen hinterher. Der WM-Titel bleibt ein schweres Unterfangen. Sebastian Vettel verteidigt in dieser Situation sein Team. Er nimmt die Schuld fürs verpasste Monaco-Podest auf sich. Im Klassement ist nun auch aber sein Ex-Kollege vor ihm.

Monte Carlo. Sebastian Vettel stellt sich in bester Michael-Schumacher-Manier auch nach dem sechsten Saisonrennen ohne Sieg vor seine Ferrari-Mannschaft.

„Das Team hat einen großartigen Job gemacht, es lag an mir“, betonte der viermalige Formel-1-Weltmeister im Fahrerlager von Monte Carlo. „Ich werde aber nicht von der Brücke springen“, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu.

Seit 2001 ist Ferrari nun in Monaco sieglos, damals gewann Schumacher. Seit 2007 wartet die Scuderia nun auf den Fahrertitel in der Formel-1-Weltmeisterschaft, damals gewann Kimi Räikkönen die WM.

Beim Klassiker in Monaco schied der Finne selbstverschuldet aus, Vettel verpasste als Vierter das Podest. Insgesamt kam Räikkönen schon zweimal nicht ins Ziel, er wurde zweimal Zweiter, einmal Dritter, einmal Fünfter. Vettels Bilanz 2016: Einmal gar nicht erst gestartet, einmal ausgeschieden, einmal Zweiter, zweimal Dritter, einmal Vierter.

„Es gibt keinen Grund zur Panik, das Auto ist schnell. Alles in allem ist nichts falsch“, bekräftigte Vettel. Nur reicht es nicht, um wie Red Bull in Spanien zu siegen oder in Monaco um den Sieg mitzufahren. Schließlich trat Ferrari mit dem Ziel in dieser Saison an, auch im Titelkampf mitzureden. „Die Saison ist noch sehr lang“, betonte Teamchef Maurizio Arrivabene. 15 Rennen kommen noch. „Aufgeben liegt nicht in der DNA von Ferrari“, meinte der Italiener, auf dem einiger Druck lastet. Oberboss Sergio Marchionne will Erfolge sehen.

Ferraris größtes Problem sind die Qualifikationen. Maximal zweite Startreihe, mehr war bislang nicht drin. „Wenn wir Samstags das Ergebnis schaffen, das wir brauchen, sind unsere Ergebnisse Sonntags auch besser“, meinte Vettel.

So wie es Red Bull vormacht, sein ehemaliges Team. Als die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Spanien nach einer Kollision ausschieden, war Max Verstappen zur Stelle. In Monte Carlo verhinderte nur der verkorkste Boxenstopp den Sieg von Pole-Mann Ricciardo. Im WM-Klassement ist der Australier dennoch an seinem ehemaligen Red-Bull-Mitstreiter Vettel (5./60) vorbeigezogen und Dritter (66 Punkte) hinter WM-Spitzenreiter Rosberg (106) und Titelverteidiger Hamilton (82).

Ricciardo wird sich bis zum nächsten Rennen in Kanada auch von dem Gefühl erholen, als wäre er zum zweiten Mal von einem Truck überrollt worden, wie er meinte. In Barcelona hatte das Team bei ihm auf eine andere Strategie gesetzt, dort hätte er auch gewinnen können.

Umso mehr muss sich Vettel auch in Kanada vor den Red-Bull-Piloten in acht nehmen, zumal Verstappen nach seinem Crash-Ausfall in Monte Carlo auch noch Wiedergutmachung will. Der Niederländer bekommt in Montréal den neuen, stärkeren Renault-Motor eingebaut. Ricciardo fuhr ihn bereits in Monte Carlo, wo es auf die Leistung aber nicht so ankommt. Spätestens in knapp zwei Wochen wird klar sein, ob Vettel wirklich noch nach vorn schauen kann, oder besser gewaltig aufpassen sollte, wer alles groß in seinem Rückspiegel auftauchen könnte.

dpa

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