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Und jetzt geht es um Gold!

Krakau Und jetzt geht es um Gold!

Was für ein Krimi: Deutschlands Handballer stehen nach einem 34:33-Thriller gegen Norwegen im EM-Finale von Krakau. In dem ist am Sonntag Spanien der Gegner.  Doch es muss noch gezittert werden: Norwegen hat Protest eingelegt.

Krakau. In der Tauron-Arena sind noch sechs Sekunden zu spielen, als sich Kai Häfner mit seinen 192 Zentimetern durch die Norwegen-Wand durchwühlt. Halb im Fallen, halb im Fliegen trifft der Hannoveraner zum 34:33. Es ist der Wurf ins Glück. Das Wikingerschiff ist versenkt. Deutschlands Handballer stehen nach dem Thriller von Krakau, dem 34:33 (31:30, 27:27, 14:13) nach Verlängerung, im EM-Finale (So., 17.30 Uhr/ARD). Und in dem ist Spanien der Gegner (33:29 über Kroatien). Doch es muss noch gezittert werden. Norwegen hat Protest eingelegt, weil in den letzten Sekunden zwei Spieler mit gelben Hemden und damit zwei Torhüter auf dem Parkett gewesen sein sollen. Der Einspruch wird am Samstag um 9 Uhr verhandelt.

Die Mixedzone in den Arena-Katakomben: Gefühlschaos pur. 2,10-m-Riese Finn Lemke musste sich an den Stahlgittern festhalten, zitterte am ganzen Körper. Kein Lachen. Nichts. „Ich steh' noch so unter Strom, ich komm' gar nicht runter, kann mich nicht freuen“, gestand der Magdeburger. Julius Kühn, der Gummersbacher, bekam derweil sein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht: „Der Häfner ist doch der Wahnsinn. Vor einer Woche noch Couchpotato, und jetzt wirft der uns als Nachrücker ins Finale.Was für ein perfektes Drehbuch.“ Erik Schmidt war völlig durcheinander, sprach immer wieder von einem „unglaublichen Sieg über Dänemark“. Selbst der coole Eisblock, Bundestrainer Dagur Sigurdsson war angefasst: „Mehr Spannung geht nicht, wer noch mehr Spannung will, ist krank.“

In der nur zu gut ein Drittel gefüllten, 15.000 Zuschauer fassenden Tauron-Arena von Krakau erwischten die Deutschen nach einem ersten Abtasten die erste Erfolgswelle. Flotte Ballstafetten, eine 4:2-Überzahl, ein eiskalter Siebenmeter-König Tobias Reichmann (27 Würfe/26 Tore in jetzt sieben Spielen) – und Sigurdssons „Krabbelgruppe“ war auf 9:5 (16.) enteilt. Der Trumpf: die Abwehrwand. Diesmal in einer 5:1-Formation mit Hendrik Pekeler als Spitze und „Aggressive Leader“, Finn Lemke, der als Supervisor überwachte, die Räume verdichtete. Schwarz-Rot-Gold auf Finalkurs! Denkste! Denn die Deutschen spielten plötzlich zu statisch, ließen zudem beste Chancen liegen (Dahmke, Wiede). Bei Norwegen-Krake Ole Erevik, dem Ex-Magdeburger, war immer wieder Endstation (17 Paraden, Weltklasse). Im Zahlen las sich das so: Nach einer 3:9-Talfahrt lagen die Deutschen 12:13 (27.) zurück.

Es blieb ein zähes Ringen, ein Auf und Ab, bei dem die Deutschen 17:19 (39.) zurück lagen, dann wieder 20:19 (44.) führten. Wichtig: Rückraum-Kante Kühn sorgte für einfache Tore, Reichmann brillierte weiter als „Mr. 100 Prozent“ (10 Tore/„Man of the match“), Häfner sorgte für Schwung. Es wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst legten die hungrigen Nordmänner vor (26:24/53.), dann kämpften sich die „Eurofighter“ zurück (26:26/55.). Ein Willensakt des Glaubens an die eigenen Stärke. Dahmke rettete seine Jungs 20 Sekunden vor Schluss in die Verlängerung. In der war es Häfner, der die deutsche Wundertüte, füllte - mit drei Treffern und dem Wurf ins Finale. Beschreiben konnte der neue Held ihn nicht, musste zur Dopingkontrolle. Dafür redete der (Andreas) Wolff im Tor: „Ich bin erschlagen von dem Spiel. Unser Plus ist, dass immer wieder ein anderer, die Impulse setzt. Jetzt müssen wir nur noch einen Schritt gehen. Wir holen Gold.“

Netter Nebeneffekt: Mit dem Finaleinzug ist das Ticket für die WM 2017 gebucht. Gold morgen – dann wären die Deutschen auch bei Olympia in Rio dabei. Käptn Lichtlein, der als einziger beim letzten EM-Triumph 2004 in Slowenien dabei war, fasste sich immer wieder an den Kopf: „Sensationell, was wir mit der Truppe, den 16 EM-Debütanten, erreicht haben.“ Und das wird in jedem Fall gefeiert: Am Montag in der Berliner Max-Schmeling-Halle (ab 15 Uhr) mit DJ Ötzi und Fans – und die ARD spielt ab 16 Uhr live mit.

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