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Toni Podpolinski: „Ich habe den Krebs besiegt“

Lübeck Toni Podpolinski: „Ich habe den Krebs besiegt“

Die frohe Botschaft in der besinnlichen Zeit: Toni Podpolinski ist geheilt. Der VfL-Torjäger erzählt von der Chemotherapie, dem Leben in Zyklen, seiner Angst, Familie und Freunden.

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Ist wieder regelmäßig zu den VfL-Heimspielen in der Hansehalle und wird auch gegen Aue zuschauen: Toni Podpolinski. 

Quelle: Felix König

Lübeck. Weihnachten. Es ist für Toni Podpolinski ein ganz besonderes Fest mit einer frohen Botschaft: „Ich habe den Krebs besiegt.“ Der positive Bescheid des Onkologen ist taggenau zwei Monate her, doch erst jetzt, nach der Nachuntersuchung hat sich die erlösende Nachricht auch in der letzten Zelle eingebrannt. „Das Glück, die Dankbarkeit kann ich einfach nicht in Worte fassen, auch wenn man nie sicher sein kann.“
Bad Schwartau. Toni Podpolinski sitzt beim Stadtbäcker mit Blick aufs Kino, nippt an einem Caffè Latte. Jeans, lässiges Shirt, rosige Gesichtszüge, die Haare zeigen schon wieder erste Stoppeln. Nichts deutet auf die Diagnose hin, die er sieben Monate zuvor erhalten hatte. Lymphdrüsenkrebs. Ein Wort, das sein Leben auf den Kopf gestellt hat. Ohne Vorwarnung, ohne Knall. Und das eine Woche, nachdem der Physiotherapeut seinen Job gekündigt, die Zusage für sein Studium (internationales Management) erhalten hatte. „Das war ein Schock, doch ich war auch froh, die Schmerzen im Becken waren einfach nicht mehr auszuhalten.“
Chemotherapie. Montags fünf Stunden Infusion, „da war ich immer völlig kaputt“, dienstags und mittwochs je eine, „da hatte ich Appetit auf alles“, anderthalb Wochen Pause, „damit sich der Körper erholt“. Acht Blöcke. „Ab da lebst du nur in Zyklen.“ Der Morgen nach dem ersten, als er sich durch die Haare fuhr und ein Büschel in der Hand hielt, „da dachte ich, jetzt geht’s los mit den Nebenwirkungen. Aber ich bin da gut durchgegangen.“ Nur die Wochenenden waren schlimm, wie ein Fall in ein tiefes Loch. „Da waren schon zehn Minuten spazieren zu viel.“ Auch die letzten zwei Blöcke. „Da sitzt du zu Hause, willst in die Faust beißen.“
Der Lausitzer weiß, dass er all das nicht so gut durchgestanden hätte, wenn seine Frau Jana, seine Familie nicht an seiner Seite gewesen wären. „Ich war nie allein, Jana war auch bei allen Behandlungen dabei.“ Ihr Verein, Handball- Erstligist Buxtehude, stellte sie in der Zeit frei. Von seinem Ex-Verein in Cottbus, aus ganz Deutschland hat er Post bekommen. „Das hat mir Kraft gegeben.“ Geholfen hat auch der Kontakt zum ehemaligen VfL-Physio Florian Lisch. „Er hatte auch Krebs, wir haben viel geredet.“ Auch über die Angst, die vorm Tod.
Die eigene Truppe, die VfL- Jungs, wollte er in der Zeit nicht sehen. Doch als er im August das erste Mal beim Training vorbeischaute, „war es schön“. Jetzt ist er regelmäßig da, hat auch schon ein paar Bälle aufs Tor geworfen, „wie ein Anfänger“, saß auch schon 20 Minuten auf dem Hometrainer. „Danach habe ich mich wie eine Woche Trainingslager gefühlt.“ Im Februar will er in eine Reha-Klinik gehen, danach wieder den Handball in die Hand nehmen. „Ganz langsam.“
Der Krebs hat ihn verändert. „Er hat meinen Blick aufs Leben verändert. „Podde“ hat Dinge getan, die er schon immer machen wollte, wie die Prüfung zum Angelschein. Er genießt jede Minute mit der Familie, mit Freunden. Er hat seine Ernährung umgestellt. Zucker, Kohlehydrate, Alkohol – alles tabu. Auch Fastfood. Als er es dennoch probierte, hat es ihm sein Körper heimgezahlt. „Unfassbar, was ich mir früher für einen Scheiß reingehauen habe.“ Er hat Pläne, will im Sommer studieren, denkt auch an Nachwuchs, einen kleinen „Podde“. Und: Er geht erstaunlich offen mit dem Thema Rückschlag um: „Angst, dass der Krebs wiederkommt, habe ich nicht. Ich mache mir keine Gedanken darüber. Da würde ich ja wahnsinnig werden.“ Was er aber macht, ist, auf den Körper zu hören. „Und wenn der sagt, mit Handball ist Schluss, dann ist das so.“ Es ist nicht mehr wichtig.

Von Jens Kürbis

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