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Super-Marino hält die Punkte fest

Lübeck Super-Marino hält die Punkte fest

Schwartau bezwingt Aue 23:21 — Ersatzkeeper Marino Mallwitz (19) wird Matchwinner — Torwart-Oldie Jörg Engelhardt (47) feiert Comeback — 2. Liga bis Februar in der EM-Pause.

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Spielte bis auf einen Siebenmeter 60 Minuten, parierte 15 Bälle: Marino Mallwitz. Fotos (2): Wolfgang Maxwitat

Lübeck. Endlich Urlaub. „Ich bin froh, dass wir jetzt bis zum 10. Januar frei haben. Es tut gut, die Jungs mal nicht zu sehen“, freut sich Martin Waschul auf die ersten Mini-Ferien seit Juli. Mit Freundin und Freunden düst der VfL-Käptn nach Prag, will in der „Goldenen Stadt“ Silvester feiern. Oliver Milde fliegt dafür nach New York. Jan Schult sucht eher die Ruhe Dänemarks, will Angeln, ein Buch lesen. Und Marino Mallwitz freut sich auf drei Tage Berlin mit seiner Freundin.

Dabei hätte der 19-Jährige auf die Pause der 2. Handball-Bundesliga bis Anfang Februar gern verzichtet. Denn beim Schwartauer Jahresausklang, dem 23:21 (13:11) über den bis dato Tabellenfünften Aue, avancierte der Youngster zum Matchwinner. Am Morgen des Spieltages, „ich war gerade hoch“, hatte er via WhattsApp erfahren, dass Stammkeeper Dennis Klockmann mit Magen-Darm im Bett liegt. „Mir war sofort klar, dass ich da ran muss, es meine Chance ist, auf die ich so lange gewartet habe.“ Denn bis auf die Partie in Emsdetten war er nie über Kurzeinsätze hinausgekommen. Jetzt also die Heimspiel-Premiere für den Ur-Schwartauer, der seit den Mini Mix beim VfL ist. „Klar war ich nervös, ich hab‘ beim Mittag mit dem Messer rumgespielt. Das war wohl so schlimm, dass es meinen Eltern auf die Nerven ging.“ Kurz vor der Fahrt in die Halle hatte er per Video noch ein paar Auer Schussbilder aufgesaugt. Und war sofort im Bilde. Dass der VfL klar führte (6:1/9.), mit sein Verdienst.

Konter, Würfe aus dem Rückraum, von Außen — Mallwitz parierte, spielte sich in einen Rausch. „Da wusste ich es läuft.“ Nach der Pause war er zur Stelle, als Aue aufkam, heizte mit einer Doppelparade und Siebenmeter auch die Stimmung unter den 1817 in der Hansehalle an. „Das ist schon ein geiles Gefühl, wenn sie deinen Namen schreien“, gestand er.

„Das hat er wirklich toll gemacht“, lobte Coach Torge Greve, der nach dem Klockmann-Aus auch einen Oldie ins Team holte. Torwart-Trainer Jörg Engelhardt feierte 13 Jahre nach seinem letzten Erstliga-Spiel sein Bundesliga-Comeback — mit 47 Jahren. Ein Sekunden-Intermezzo zu einem Siebenmeter. Mehr war nicht vonnöten weil Super-Marino, sein Schüler, der seit der E-Jugend im Tor steht („Für das Feld war ich zu doof“), Klasse hielt, 15 Würfe parierte. Doch der Abiturient (13. Klasse, Schwartauer GAM; Sprachprofil) war es nicht allein. Die Abwehr war eine Festung, und vorn setzten vor allem Jan Schult (7 Treffer) und der Schwede Rickard Akerman (5) die Akzente. Als der VfL nach klarer Führung (21:15/47.) den Vorsprung hergab, Aue 115 Sekunden vor Schluss auf 21:22 verkürzte, das Zittern einsetzte, war es auch „Torminator“ Schult, der Fans und Spieler zwei Sekunden vor Schluss mit seinem Kopfleger zum 23:21 erlöste.

„Nach der Hiobsbotschaft am Morgen ein unglaublicher Einsatz der Jungs. Sie haben gefightet, immer gute Lösungen gefunden. Auch wenn Aue noch aufgekommen ist, unser Sieg war hochverdient“, legte sich Greve fest und freut sich jetzt, „erst einmal keinen Handball sehen zu müssen“. So wie sein Team, das bis zum Trainingsstart am 10. Januar aber Hausaufgaben (Joggen, Krafttraining) mitbekommen hat.

Die Statistik zum Spiel
VfL Bad Schwartau: Mallwitz (1. -60. Minute/14 abgewehrte Bälle plus ein Siebenmeter), Engelhardt (1 Siebenmeter) — Glabisch 1, Milde, Akerman 5, Hansen 2, Ranke, Waschul, Schult 7, Pankofe 6/3, Fuchs 2, Wischniewski, Schlichting, Bruhn (n.e.).

EHV Aue: Petursson (1. - 25. Minute/5 abgewehrte Bälle plus ein Siebenmeter), Töpfer (ab 25./11 abgewehrte Bälle) — Schäfer, Meinhardt 6/4, Roch 3, Bornholm 1, Brykner 3, Mägi 1, Sigtryggsson 2, Faith 3, Gunnarsson, Runarsson 2, Paraschiv.

Siebenmeter: 4/3 (Pankofer scheitert an Petursson) — 5/4 (Meinhardt scheitert an Mallwitz).

Zuschauer: 1817

Zeitstrafen: 2 (2xWaschul) — 6 ( 2xSigtryggsson, 2xParaschiv, Runarsson, Brykner)
Spielfilm: 2:0 (2.), 6:1 (9.), 6:5 (16.), 10:8 (22.), 12:9 (27.), 13:11 (HZ) — 14:12 (33.), 16:12 (37.), 16:14 (40.), 21:15 (47.), 22:20 (57.), 23:21 (Ende).

Jens Kürbis

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