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EHC Timmendorf Schrecksekunden in Timmendorf
Sportbuzzer EHC Timmendorf Schrecksekunden in Timmendorf
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20:35 08.01.2018
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Timmendorfer Strand

„Das war ein echter Schock. Plötzlich war es in der Halle totenstill. Zum Glück waren die Sanitäter, Teamärzte und der Notarzt schnell auf dem Eis“, beschreibt der EHCT-Vorsitzende Dennis Sauerbrei die dramatischen Momente im mit 428 Fans gefüllten Timmendorfer Eissport- und Tennis-Centrum.

Was genau passiert war, wusste zunächst aber niemand. Dalgic wurde in die Lübecker Uniklinik gebracht, dort die halbe Nacht untersucht. Am Ende stellte sich heraus, dass der 20-Jährige ein Stück Carbon (vermutlich von einem Schläger) in die Luftröhre bekommen hatte und nicht mehr atmen konnte. Passiert ist das wahrscheinlich, als einige Spieler kurz zuvor vor dem EHCT-Gehäuse scharf gebremst hatten und dabei neben jeder Menge Eis auch ein Stück Carbon in Dalgics Gesicht spritzten.

Der U20-Nationaltorhüter hatte aber Glück im Unglück, hustete den Fremdkörper in der Klinik von allein wieder aus. „Es geht ihm wieder gut. Jan war gestern nochmal beim Arzt, ist ein zweites Mal durchgecheckt worden und darf heute schon wieder trainieren. Aber das war nicht ohne. Wir sind alle sehr dankbar, dass es so gut ausgegangen ist“, sagte Sauerbrei erleichtert.

Auch Timmendorfs Trainer Steve Pepin fiel ein Stein vom Herzen. „In solchen Momenten spielt der Sport einfach keine Rolle mehr. Ich bin einfach nur froh, dass Jan alles schadlos überstanden hat“, sagte der 52-jährige Deutsch-Kanadier, dem es nach der guten Nachricht aber etwas leichter fiel, die Niederlage seines Teams zu analysieren.

„Wir haben in den ersten 20 Minuten defensiv sehr gut gestanden. Dann sind wir aber wieder in alte Muster verfallen, haben den Gegenspielern zu viel Raum gelassen. Und eine Top-Mannschaft wie Herne bestraft solche Fehler sofort. Kämpferisch bin ich mit der Leistung meiner Jungs aber wirklich zufrieden“, sagte Pepin.

Nur eines regt den ehemaligen Stürmer, der in seiner aktiven Zeit für eine robuste Spielweise bekannt war war, zusehends auf: Die Schiedsrichter-Leistungen in der Oberliga. „Das ist oft eine echte Katastrophe. Man kann doch nicht immer Strafzeiten verhängen, nur weil bei einem Check ein Spieler umfällt. Das gehört eben zum Eishockey. Die Partien sollen doch durch die Spieler, nicht die Schiedsrichter entschieden werden. Aber das soll keine Ausrede für Niederlagen sein. Damit haben alle Mannschaften zu kämpfen“, ärgert sich Pepin.

Aber nach dem 3:5 gegen Herne war auch dieser Zorn schnell verraucht, denn am Ende zählte nur eines: Jan Dalgic hat alles gut überstanden. . .

Tore Timmendorf - Herne: 1:0 Daniel Lupzig (13. Minute), 1:1 Maik Klingsporn (30.), 1:2 Maik Klingsporn (33.), 1:3 Philipp Kuhnekath (36.), 1:4 Danny Albrecht (46.), 2:4 Petr Gulda (48.), 2:5 Danny Albrecht (51.), 3:5 Daniel Clairmont (52.).

wrono

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