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Lübeck Cougars Import für den Klassenerhalt
Sportbuzzer Lübeck Cougars Import für den Klassenerhalt
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14:08 24.06.2017
Spielte seit 2013 für die Footballer der Paladins der Furman Universität in Greenville (South Carolina): Richard Hayes III. Quelle: hfr
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Lübeck

Den Offense-Coordinator gefeuert, Stefan Mau als Nachfolger ins Feld geschickt und jetzt sogar US-Boy Nummer fünf eingeflogen: Die Zweitliga-Footballer der Lübeck Cougars gehen nach dem schlechtesten Saisonstart in zwölf Jahren im Kampf um den Klassenerhalt in die Vollen.

Nach etlichen Übersee-Telefonaten und stundenlangem Videostudium ist Sportdirektor Max Paatz mit seinem Team einer Empfehlung eines befreundeten Coaches aus den Staaten gefolgt. Der hatte ihm Richard Hayes III, 22, aus Greensboro (North Carolina) ans Herz gelegt. Einen Allrounder, der bei den Furman Paladins in der 1. Division der National Collegiate Athletic Association gespielt hat. Der „Cougars-Scout“ hatte von der Hayes-Metamorphose berichtet, dass „der Junge“ als Receiver rekrutiert worden war, im zweiten Jahr Quarterback, im dritten Free Safety in der Defense und im vierten wieder Running Back gespielt hat. „Das ist einer der athletisch alles mitbringt, aus einer Football-Familie stammt. Er ist genau der, den ihr braucht.“
Und jetzt ist „Hayes, der Dritte“, ein Berglöwe, einer von sechs „Imports“. Am Mittwoch eingeflogen, stand er trotz Jetlag bereits am Abend auf dem Trainingsplatz. Einzug in die „Import-WG“ zu Campbell Summerfield und Donald Smith, dann ab nach Hamburg zu „Future Sports“, wo es Helm, Pads, Kinnriemen & Co. gab, am Abend wieder Training, diesmal im strömenden Regen – Hayes hatte keine Zeit zum Ankommen, schon gar nicht für die Schönheiten Lübecks. Und heute geht es bereits ins Rheinland, wo er bei den Langenfeld Longhorns (16 Uhr) seine „German Feuertaufe“ erhält.

Paatz ist schon vorab begeistert: „Er gibt uns mehr Flexibilität, in der Offense und Defense. Er kann jeden von unseren US-Jungs ersetzen.“ Schon heute? Zumal von den jetzt sechs Nordamerikanern nur maximal zwei auf dem Feld stehen dürfen. Oder degradiert er den zuletzt oft kritisierten Quarterback Summerfield zum Statisten? „Nein“, wehrt Paatz ab, „Campbell hat zuletzt gegen Paderborn seine Fähigkeiten angedeutet. Er fühlt sich im neuen System wohler.“ Das sehr komplexe, von Ex-Offense-Coach Timothy Speckman, es ist Geschichte. Paatz: „Wir spielen jetzt Basic Offense, sind da produktiver.“

Nur das alte Leid bleibt. Die Berglöwen, aktuell Tabellenvorletzter, sind weiterhin personell gebeutelt. Neben den Langzeitverletzten fehlen Receiver Danny Pflaum, auch Henrik Martens und Tobias Schulze für die Offense. Simon Sperner und Robert Scholz sind angeschlagen. „Unser Kader ist zu klein, das ist das Hauptproblem“, sagt Paatz. Deshalb will er nicht ausschließen, dass er vor Ende der Wechselfrist am 30.<TH>Juni noch einmal zuschlägt. „Wir schauen uns in Übersee um.“ Denn er spürt auch die Verunsicherung im Team: „Die Abstiegsangst ist da, definitiv. Da ist Druck drauf.“ Aber er ist sich auch sicher: „Unsere Jungs haben das Potential, um in der Liga zu bleiben.“ Die richtigen Schritte dazu seien jetzt eingeleitet worden. Paatz: „Wir müssen alle nur die Ruhe bewahren.“ Noch sind es sieben Spiele . . .

Von Jens Kürbis

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