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Lübeck Cougars König der Löwen träumt vom College-Football
Sportbuzzer Lübeck Cougars König der Löwen träumt vom College-Football
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12:36 14.11.2013
Von der gegnerischen Defense selten zu stoppen: Laurents Mohr, Topscorer der Cougars. Quelle: sportblitz
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Lübeck

Fern der Heimat hockte Laurents Mohr gestern Abend in Barcelona vor dem Laptop, versuchte trotz mieser Internetverbindung via Livestream den German Bowl der Footballer zwischen Dresden und Braunschweig zu verfolgen. Gut möglich, dass der Schwartauer bald selbst im deutschen Finale mitmischt. Denn der 20-Jährige war der Saison-Überflieger der Lübeck Cougars und der 2. Bundesliga. 18 Touchdowns, 108 Punkte, Topcsorer, mehr als 1000 erlaufene Yards, Einsätze in Offense wie Defense — Mohr war der König der Cougars. Und das als „Rookie“, im ersten Jahr als Football-Mann.

Das überraschte ihn selbst. Denn nach zweijähriger Zwangspause („Eine Schambein-Entzündung nach Überbelastung, ich habe da wohl zu viel trainiert“) wollte der ehrgeizige Jugend-EM- Vierte von 2011 „eigentlich nur verletzungsfrei durchkommen. Dass es so gut läuft, hätte ich wirklich nie gedacht.“ Wie sich der Wide Receiver den Fängen der Konkurrenz entzog, unter Bedrängnis geschmeidig punktete, das verzückte nicht nur Fachleute, sondern blieb auch den Topteams nicht verborgen. Im Vorjahr hatte bereits der Headcoach der Kiel Hurricanes angeklingelt, „und jetzt rechne ich wieder damit, auch mit einem Anruf aus Hamburg“, ist sich der flinke 1,90-m-Recke sicher.

 Doch beide Vereine werden sich einen Korb holen: Mohr, der in der Jugend kickte, Tennis und Handball spielte, ehe er mit 14 zu den Cougars kam, bleibt den Lübeckern weiter treu. „Ich habe fest zugesagt.“ Für die nächste Saison. Bis zum Start im Frühjahr verdient sich der lizenzierte Fitness-Trainer seine Brötchen als Ski- und Snowboardlehrer in Serfaus/Südtirol.

Seine Pläne gehen ohnehin über die nächste Saison hinaus. Das Abi in der Tasche, bessert er noch bis Ende November in Granada sein Spanisch auf. „Ich brauche eine zweite Fremdsprache neben Englisch für mein Studium.“ Ab Herbst 2014 will er BWL, Schwerpunkt Internationales Management, studieren. Die Wunschorte: St. Gallen in der Schweiz oder eine Privat-Uni im Westen. „Da könnte ich bei den Cologne Falcons spielen . . .“

Und was ist mit dem Sprung über den Teich, ins Mutterland des Footballs? „Klar, da gab es Überlegungen, aber für mich hat das Akademische Priorität.“ Versuchen will er es deshalb an den Elite-Unis Columbia, Harvard und Yale, würde so in den College-Teams spielen.

 Doch Mohr ist realistisch: „Das ist ein Versuch, mehr nicht. Denn das ließe sich nur über ein Stipendium finanzieren, aber ich bin kein Wunderkind“. Der König der Berglöwen aber schon.

jek

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