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Sport im Norden America’s Cup – „total krass“
Sportbuzzer Sport im Norden America’s Cup – „total krass“
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20:10 27.06.2017
Lübeck

Carolina Horlbeck hebt den Blick. Vor ihr segelt Simon Grotelüschen. Überlebensgroß. Und das nun schon seit mehr als vier Jahren. Seit den Segelspielen 2012 vor Weymouth grüßt „Big Simon“ im Jugendzimmer des Lübecker Yacht- Clubs (LYC) von der Wand. Ein Moment der Stille. „Olympia wäre schon echt cool“, sagt sie dann. „Aber ’mal ehrlich, da will doch jeder hin, der Leistungssport macht. Aber es muss alles passen. Zeit, Erfolg, auch das Geld.“ Sätze, die irgendwie erwachsen klingen. Nur: Carolina ist erst 14. Doch schon jetzt schauen alle auf sie – Trainer, Clubmitglieder, Mitschüler.

Aus gutem Grund. Seit sie 2010 zum ersten Mal in einem Opti saß, drei Jahre später in den O’pen Bic umgestiegen ist, segelt sie auf Erfolgskurs. Deutsche Meisterin bei den U19-Jährigen, WM-Sechste 2016, Auszeichnung im Lübecker Rathaus und jetzt sogar die Ehrung als „Seglerin des Jahres 2016“ in Schleswig-Holstein. Keine Frage: Die Thomas-Mann-Schülerin ist die neue LYC-Hoffnungsträgerin.

„Caro ist ein absolutes Aushängeschild für uns“, sagt Jugendwart Oliver Harnack und meint damit nicht nur ihre Erfolge. Denn die Neuntklässlerin ist auch im Jugendausschuss des LYC aktiv und trainiert den Opti-Nachwuchs.

Ihre O’pen-Bic-Erfolge bescherten Carolina jetzt ein unvergessliches Erlebnis. Als Ranglistenerste in Deutschland wurde sie mit dem Hamburger Leonard Beyer zum America’s Cup auf die Bermudas eingeladen. „Das war total krass, einfach unbeschreiblich“, sprudelt es aus ihr heraus. Mit leuchtenden Augen erzählt sie vom Haus am Strand, der Herberge für 32 Talente aus zehn Nationen.

„Wir haben da auf Feldbetten geschlafen, das war witzig.“ Auch die Ausflüge in die Hauptstadt Hamilton, das Frühstück „an einer langen Tafel im Garten. Da sind die America’s Cupper direkt vorbeigesegelt.“ Und dann waren da noch die eigenen Rennen. „Das Schöne war, der Spaß stand im Vordergrund, da wurde auch mal im Stehen gesegelt.“ Dass sie 18. wurde – egal. Der Hit war der Auftritt in der Arena, die Halbzeitshow zwischen zwei AC-Läufen vor Tausenden von Zuschauern, am zweiten Tag sogar mit Freestyle-Segeln. Kopfstand auf dem Boot, Mast hochklettern. Carolina war mit Salto vom Boot und nettem Kentern dabei.

Und sie waren hautnah dran – am Kurs, am Duell der „Kiwis“ und dem Oracle Team USA auf ihren 15 Meter langen Mehrrumpfgeschossen. „Unfassbar, wie schnell sie auf ihren Foils sind. Einmal hoch und runter – nach fünf Minuten waren die schon wieder da. Wir hätten da 45 Minuten gebraucht. Wende, Halse – das lief wie auf Schienen.“ Carolina kommt aus dem Schwärmen kaum heraus. Nur eines war ihr nicht vergönnt, eine Runde auf den Cuppern, ein Schwatz mit NZL-Steuermann Burling & Co. „Wir durften dafür mit den Jugend-Teams reden, auch auf ihre AC45-Boote. Das war schon echt cool.“ Wie die Reise insgesamt.

Und nun? Mit dem Bermuda-Trip hat sich für Carolina das O’pen- Bic-Kapitel geschlossen. Mit ihren 1,76 Metern ist sie aus dem Boot „’rausgewachsen“, bereits auf den 29er umgestiegen. Im Zweimann- Skiff segelt sie mit dem Pönitzer Ben Heinrich. Er am Steuer, sie als „Schottin“. Platz 25 zuletzt beim Eurocup im französischen Quiberon weckt Begehrlichkeiten für die IDM zur Travemünder Woche.

„Ein Platz unter den Top Ten wäre da schon Klasse.“ Und danach? „Vielleicht der Umstieg in den 49er oder Nacra. Aber das ist noch weit weg.“

Das Hier und Jetzt zählt. Der LYC-Jugendausschuss tagt. Dass sie deshalb das große America’s- Cup-Finale vorm Fernseher nicht verfolgen konnte – geschenkt. Sie war ja selbst schon nah genug dran.

Jens Kürbis

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