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Sport im Norden An Peugeot und Anden gescheitert
Sportbuzzer Sport im Norden An Peugeot und Anden gescheitert
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13:48 02.02.2016
Schlamm machte Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz im Toyota nichts aus, dafür die Höhe. Quelle: dpa

Die Dakar ist zurück in Argentinien, in Salta, der 500000-Einwohner-Stadt an den Ausläufern der Anden. Und Dirk von Zitzewitz atmet mit seinem Piloten Giniel de Villiers auf. Nach drei Etappen in mehr als 4000 Metern Höhe ist die Rallye abgestiegen, weg aus dem „Turbo- Diesel-Land“, in dem ihr Hilux, ein Benziner, mit seinem V8-Saugmotor im Vergleich zur Konkurrenz von Peugeot und den Minis von X-raid schwerer atmete. Von Zitzewitz & Co. hatten es gewusst. „Um die Dakar zu gewinnen, hätten wir mit zehn Minuten Vorsprung in die Höhe gehen müssen.“ Selbst das hätte nicht gereicht . . .

Nach dem Abstieg können sie zur Halbzeit, dem Ruhetag heute, ihren zweiten Dakar-Sieg nach 2009 so schon abschreiben. Platz sechs, 33:41 Minuten Rückstand auf Sébastien Loeb/Daniel Elena — zu viel.

„Das ist frustrierend“, gibt von Zitzewitz zu, „vor allem, wenn du weißt, dass du kaum Fehler gemacht hast.“ Auch gestern, als sie auf den 363 Kilometern der siebten Etappe, „bei dem Pedal rechts wie ins Leere getreten haben. Richtig vorwärts ging es nicht wirklich.“

Wohl aber bei Peugeot, die gestern durch den Spanier Carlos Sainz Tagessieg Nummer fünf feierten. „Sie sind unfassbar schnell. Damit haben wir alle nicht gerechnet, vor allem, dass die Autos so problemlos laufen“, sagt von Zitzewitz. Im Vorjahr nach langer Pause zur Dakar zurückgekehrt und mit Platz elf für Stèphane Peterhansel alles andere als zufrieden, hat das französische Werksteam den 2008 DKR, den Diesel-Buggy, mit einem Millionen- Aufwand (geschätzter Etat: 30 bis 40 Mio. Euro) komplett umgebaut. Jetzt fährt der im Vergleich zu den Minis 700 Kilogramm leichtere und mit größeren Reifen ausgestattete Löwe auf der Überholspur — und das mit drei Autos (Loeb vor Peterhansel und Sainz). Das sorgt auch bei den Minis, den Dauersiegern seit 2012, für Frust. „Ich habe attackiert wie nie, bin am Limit. Ich fahre auch besser als jemals zuvor. Aber wir haben keine Chance“, war Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah sauer. Platz vier — so hatte er sich das nicht vorgestellt. Der ehrgeizige Katarer, der im Sommer zudem olympisches Gold im Tontaubenschießen ins Visier nimmt, wirft X-raid vor, den Mini nicht weiter verbessert zu haben. Für Feuer sorgt zudem, dass Guerain Chicherit die Rallye aufgegeben hat. Der Franzose steuerte einen X-Raid-Buggy. Ein Testmobil, mit dem die Hessen einen nach dem Reglement bevorzugten Buggy für 2017 selbst an den Start bringen wollten. Teamchef Sven Quandt angefressen: „Eine riesige Enttäuschung, ein Rückschlag in die Entwicklung des Fahrzeuges.“

Auch beim Zitzewitz-Team, dem südafrikanischen Toyota Gazoo Racing, gibt es Überlegungen für den Bau eines Buggys. Zukunft. Dakar 2016 ist jetzt. „Wenn die Peugeot weiter so rollen, fahren Al Attiyah und wir um ,best of the rest‘“, ahnt der Ostholsteiner. Ans Aufgeben denkt er aber nicht. Denn ab morgen kommt „Von-Zitzewitz- Land“, der Sand, die Dünen mit kniffliger Navigation. Da, wo der Karlshofer 2009 de Villiers zum Sieg dirigierte, die Strecke teilweise sogar zu Fuß erkundete. „Jetzt können wir Boden gutmachen. Wir haben den Kampf ums Podium noch nicht aufgegeben.“ Doch das ist gut 28 Minuten weg. Die Hypothek der Höhe ist für „GdV“ und „DvZ“ diesmal wohl zu groß. Da hilft nur noch ein (Navigations)Wunder.

Todesopfer nach Unfall
Die 38. Rallye Dakar hat ihr erstes Todesopfer gefordert. Ein 63 Jahre alter Mann ist bei einem Unfall verstorben. Der Franzose Lionel Baud war mit seinem Wagen von der Strecke abgekommen und erfasste den Mann, der alleine am Streckenrand stand.

Jens Kürbis

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