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Sport im Norden Aus dem Mauritius-Urlaub zur WM
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00:12 20.01.2017

Es war wie immer. Dagur Sigurdsson setzte sich vor die Journalistenschar, musterte die Runde – doch statt des gewohnt-kühlen Blickes diesmal mit einem „Wenn- ihr- wüsstet“-Schmunzeln. Der Isländer erklärte, dass das Spiel gegen Kroatien (heute, 17.45 Uhr) um den Gruppensieg bei dieser Handball-WM, das erste mit Endspielcharakter sei. „Es ist alles so, wie wir es wollten.“ Und fast beiläufig erwähnte er noch: „Glandorf und Pekeler kommen dazu.“ Pause. Der Bundestrainer registrierte amüsiert die Fragezeichen in den Augen vor sich. Dass der Flensburger Holger Glandorf nachrückt, war bekannt. Doch Hendrik Pekeler? Eine Überraschung, hatte der doch erst im Dezember erklärt, dass er eine Pause im Nationaltrikot brauche. Vor einer Woche hatte der Löwen-Kreisläufer sogar noch Urlaubsfotos mit einem Löwen von der Insel Mauritius gepostet.

Sigurdsson stört das nicht. „Ich hoffe, dass wir so endlich die nötige Balance in der Mannschaft haben. Beide sind sehr erfahren“, erklärte er, „und Rune Dahmke reist zurück.“ Zack! Der nächste Hammer. Kurz, knackig, klar. Sigurdsson pur, wie seine Entscheidungen, die nur auf den ersten Blick spontan sind. „Ich hatte das schon lange im Hinterkopf. Pekeler kann unserer Abwehr weitere Stabilität geben. Jetzt habe ich den Joker gezogen.“

Kein Geheimnis: Sigurdsson ist mit der Defensive unzufrieden. Vor allem der Mittelblock (Wiencek/Lemke) ist noch nicht titelreif. Er war bei EM-Gold und Olympia- Bronze das Prunkstück. Pekeler, 2,03 m groß, und Finn Lemke, 2,10 m, waren da das kongeniale Duo. Jetzt ist es zurück. Nach dem Weißrussland- Spiel hatte Sigurdsson der Mannschaft seine Entscheidungen mitgeteilt. Und die war ebenfalls baff: „Der erste Schock war da, auf jeden Fall“, gab Patrick Wiencek zu und meinte damit wohl eher THW- Kumpel Dahmke. Auch wenn Sigurdsson dem Linksaußen erklärte, dass es nicht an seiner Leistung gelegen habe, war Dahmke frustriert. Wiencek: „Wir sind aufs Zimmer, haben ihn getröstet.“ Doch reden wollte der Kieler nicht, auch nicht gestern. Wenn es um das große Ganze geht, macht Sigurdsson vor unpopulären Entscheidungen nicht halt. Vor der EM 2016 hatte er Silvio Heinevetter aussortiert. Jetzt opfert er Dahmke.

Kroatien, das im Kieler Domagoj Duvnjak Herz und Hirn, genialen Vorbereiter und Vollstrecker zugleich hat, für die Deutschen ist es die erste Standortbestimmung. „Mit Blick aufs Achtelfinale brauchen wir genau dieses Spiel“, ist sich DHB-Vize Bob Hanning sicher, „nach dem Spiel wissen wir, wo wir stehen.“ Auch, wohin die Reise geht. Nur der Gruppensieger reist nach Paris, der -zweite per Charterflieger ins gut 800 Kilometer entfernte Montpellier. Sigurdsson: „Wir werden in dieses Endspiel alles geben, was wir haben.“ Er will „mehr Kampf, mehr Leidenschaft sehen“. Erst recht nach dem Glandorf-Pekeler-Coup. Auch wenn dabei nicht alles glatt lief. Pekeler ist auf dem Weg nach Paris aufgrund eines Zugausfalls mehrere Stunden hängengeblieben.

Jens Kürbis

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