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Sport im Norden Ba(h)res Gold und Silber
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23:20 28.07.2018
Hängt sich für seinen Sport voll rein: Jesper Bahr vom Lübecker Segler-Verein. FOTOS (3): SEGEL-BILDER.DE

Deutsche Jugend- Meisterschaften. Letztes Rennen der Laser 4.7. Zieleinlauf. Jesper Bahr kreuzt die imaginäre Linie vor dem Zielschiff als Dritter. Damit ist es perfekt: Der 15-Jährige hat Meisterschaftssilber hinter dem Berliner Mewes Wieduwild sicher. Gold in der U16 dazu. Freudenschrei? Becker-Faust? Nichts. Nicht mal ein Fingerjubel.

Cool, souverän, ohne Jubelpose: Jesper Bahr vom Lübecker Segler- Verein gewinnt bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Laser 4.7 Gold und Silber. Sein Trainer ist überzeugt: „Er hat das Talent, ein Großer zu werden.“ Fast wäre er mit zweimal Gold nach Hause.

Erst als er am Schlauchboot von Trainer Uwe Schimanski anlegt, springt er hoch, klatscht mit ihm ab. „Platz eins und drei heute, lief super – und das bei den schwierigen Bedingungen.“ Travemünde – es ist Bahrs Revier. Schon im Vorjahr hatte er Bronze im Opti gewonnen. „Die Medaille ist gefühlt wertvoller. Da war das Feld stärker besetzt“, erzählt er und legt nach dem Blitzinterview wieder ab.

Schimanski steht derweil die Freude ins Gesicht geschrieben. Er weiß: „Von Jesper ist jetzt eine Last abgefallen. Er hat das sehr souverän und cool durchgezogen.“ Und jetzt steigt der OzD-Schüler in den Radial um, segelt im August die Jugend-WM in Kiel. „Ein Jahr 4.7 reicht. Jesper hat die Größe, das Gewicht und das Talent für den Radi“, ist Schimanski sicher. Auch, dass sein Schützling nach dem Umstieg Lehrgeld zahlen wird. „Radial, das ist noch einmal eine andere Nummer, auch von der Konkurrenz.“ Damit geht Bahr den Weg von Simon Grotelüschen, der 2012 bei Olympia mit Platz sechs endete.

Schimanski traut seinem Schützling einen ähnlichen Kurs zu: „Jesper hat das Talent dazu, auch den Biss.“ Doch „Schimmi“ weiß auch: „Dann führt kein Weg daran vorbei, dass er an den Stützpunkt nach Kiel wechselt.“ Noch ist das für Jesper kein Thema . . .

Eine Stunde vor Bahr beendeten die „Radis“ ihre Deutschen Meisterschaften. Laura Schewe, 18, aus Kiel, geht als Erste duchs Ziel. Mit Jubelschrei und Beckerfaust. „Endlich gewonnen.“ Nur: Sie weiß

nicht, für welchen Platz es gereicht hat. „Ich habe nicht auf die Ergebnisliste geschaut, wollte mich nicht verrückt machen.“ Jetzt will sie es aber wissen, segelt fix zur Trainerin rüber. Es folgt Jubelschrei Nummer zwei. DM-Silber. Gold geht an Julian Hoffmann. Der 15-Jährige aus Blaichach im Oberallgäu, der vor sieben Tagen erst von den Youth Worlds mit Platz neun zurückgekehrt ist, freut sich über seine erste Meisterschaftsmedaille bei seiner zweiten großen Radial- Regatta. Nur Jubeln will er nicht so richtig. Der Grund: Er musste für Gold im letzten Rennen den Kieler Moritz Peitzner nach hinten segeln. „Ich bin mit ihm vor dem Start in den Match-Race-Clinch gegangen, so dass wir beide schlecht, ich aber besser weggekommen bin.“ Hoffmann segelt noch auf Rang sechs vor, Peitzner auf 13, rutscht so von Platz eins auf den Bronzerang ab. „Man fühlt da mit ihm. Mir ist es auch schon so ergangen“, erzählt Julian. Er segelt damit auch in Philipp Buhls Kielwasser. Deutschlands Segelstar kommt, wie er, aus dem Segelclub Immenstadt. Und: Hoffmann segelt in Buhls Olympiaboot von „Rio 2016“. Bei der Siegerehrung in der bis auf den letzten Zentimeter gefüllten SAP-Lounge wurde er frenetisch gefeiert. Wie auch Bahr, der um ein Haar doch zweimal Gold nach Hause gebracht hätte. Ihm wurde die falsche Medaille umgehängt.

Bahr, Schewe und Hoffmann – sie alle sehen sich in wenigen Tagen in Kiel wieder. Dann segeln sie gemeinsam die Radial-WM.

Von Jens Kürbis

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