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Sport im Norden Ballverliebte Bundesliga-Brüder
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20:31 18.10.2017

Zwei Brüder, eine Leidenschaft: Basketball ist – neben der Schule natürlich – für die Lübecker Emil Marshall (17) und seinen kleinen Bruder Anton das Ein und Alles. Wobei sich „klein“ bei Letzterem vor allem darauf bezieht, dass er drei Jahre jünger ist als sein mit 1,95 Meter nur sieben Zentimeter größerer Bruder . . .

Mit Spaß am Ball: Lynx-Talent Anton Marshall (14, l.) und sein großer Bruder Emil (17), der als Wahl-Hamburger für die Herren von Rist Wedel und die NBBL-Piraten auf Korbjagd geht, beim Spielchen auf dem „Buni“. Quelle: Foto: Roessler
Stefan Tresselt. Quelle: Foto: 54°

Während Emil als Siebenjähriger mit der Korbjagd begann und bis 2013 auch noch als Judoka bis auf Landesebene zu Titelehren kam, gab und gibt es für Anton seit neun Jahren neben Basketball keine weitere sportliche Nebentätigkeit. „Da ich mich für Informatik und das Programmieren interessiere, mache ich zwar noch beim LIas- Lab an der Lübecker Uni mit. Aber für andere Hobbys fehlt einfach die Zeit“, erklärt der Neuntklässler der Thomas-Mann-Schule, der als treffsicherer Linkshänder und Shooting Guard mit der U16-Crew der Lübeck Lynx gerade seine erste Spielzeit in der Jugend Basketball Bundesliga (JBBL) absolviert.

Mit seinen insgesamt 29 Zählern konnte der 14-Jährige zwar auch nicht verhindern, dass die LT-Talente nach zwei Niederlagen noch punktlos sind. Doch er ist überzeugt: „Wir holen uns noch den dritten Vorrunden-Platz und schaffen die Qualifikation für eine weitere Bundesliga-Saison.“

Ob er dann 2018 auch noch dabei ist, steht allerdings in den Sternen – und Streifen. „Denn ich habe mich für ein einjähriges Stipendium in den USA beworben und würde am liebsten an einer Highschool in Kalifornien landen, um mich dort auch als Basketballer fortbilden zu können“, verrät Marshall junior beim Pressetermin auf dem Buniamshof mit einem Seitenblick auf seinen großen Bruder Emil.

Der in Baltimore geborene 17-Jährige hat das US-Abenteuer schon erfolgreich hinter sich gebracht und berichtet: „Nach meinem ersten JBBL-Jahr mit den Piraten Hamburg bin ich 2015 für ein Jahr zu meiner Tante nach Seattle gegangen. Dort habe ich an der Highschool Basketball gespielt, bin 2016 wieder zurück und gehöre seitdem zum U19- Team der Piraten, das in der Nachwuchs-Bundesliga spielt.“

Dass Emil die 12. Klasse übersprungen hat, um im Sommer nach Hamburg-Wilhelmsburg in eine Basketball-WG mit dem Ex-Lübecker Leevi Erkkilä und Towers- Jungprofi Marius Behr zu ziehen und um am Alten Teichweg, in der „Eliteschule des Sports“, sein Abitur zu machen, verdeutlicht die Ernsthaftigkeit und Zielstrebigkeit, mit der der große Marshall-Bruder an seiner Karriere arbeitet.

„Aktuell absolviere ich neben der Schule wöchentlich acht, neun Trainingseinheiten und meistens zwei Spiele mit den Piraten in der NBBL und den Pro-B-Herren von Rist Wedel. Außer Schlafen und Essen geht daneben kaum noch ’was“, räumt der 17-Jährige ein, fügt aber auch mit einem Lächeln hinzu: „Schließlich möchte ich mich ja für die U18-Nationalmannschaft empfehlen, dann Basketball-Profi werden und parallel dazu eine akademische Laufbahn einschlagen – entweder hier in Europa und idealerweise mit den Hamburg Towers in der ersten Liga oder an einem US-College . . .“

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Außerdem kribbelt’s bei den Marshall-Brüdern nach dem langen PR-Talk in den Fingern, so dass Emil zu Anton sagt: „Komm’, lass uns ein paar Bälle werfen.“

Lynx verspielen klare Führung

Dabei starteten die „Luchse“ hellwach und legten mit Ole Schrader (17 Punkte, 3 Assists) und Anton Marshall (15 Punkte, 7 Rebounds, 5 Steals) ein 13:5 (5.) vor. Mit vielen Fastbreaks sowie Sainn Jaiteh (15 Punkte, 4 Rebounds, 3 Steals) und Fabian Drinkert (12 Punkte, 7 Rebounds) am Brett zogen die LT-Jungs auf 38:23 (18.) davon. Dass die Lynx bis zum verdienten 40:27-Pausenstand noch etliche weitere „einfache Punkte“ liegen ließen, sollte sich am Ende bitter rächen . . .

In Hälfte zwei lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Trotzdem führten die Lynx vor dem letzten Viertel noch mit 60:51. Zwei Minuten vor dem Abpfiff gingen die Gastgeber jedoch erstmals in Führung. Die „Luchse“ stemmten sich gegen die zweite Niederlage, aber die Eisbären behielten an der Freiwurflinie die Nerven und siegten in letzter Sekunde.

Lynx-Coach Stefan Tresselt bedauerte: „Wir haben uns im Vergleich zum 56:89 gegen die Piraten deutlich gesteigert. Schade, dass wir uns durch eine hektische Schlussphase für die gute Leistung nicht belohnen konnten.“

Nun muss in Rostock (So., 11 Uhr) der erste Sieg her, um den fürs Erreichen der JBBL-Hauptrunde dritten Vorrunden-Platz wieder in Sichtweite zu haben. map

Andreas Oelker

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