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Sport im Norden Birr von Bismarck will die Lohmühle kaufen
Sportbuzzer Sport im Norden Birr von Bismarck will die Lohmühle kaufen
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11:30 24.12.2012
Quelle: Anna-Lena Mey
Lübeck

Zum Jahreswechsel nochmal ein Paukenschlag um den VfB Lübeck in einer nicht gerade schlagzeilenarmen Zeit für den insolventen Klub. Der Hansestadt liegt ein offizielles Kaufangebot für das Stadion Lohmühle und die angrenzenden Flächen vor. Bieter ist Björn Birr von Bismarck, der den Klub seit kurzem unterstützt (Security-Service) und der sich bereits erfolglos um den Flughafen Blankensee beworben hatte. „Ja, es ist richtig, wir haben ein konkretes Angebot abgegeben“, bestätigte Birr von Bismarck den LN auf Nachfrage.

Es gab bereits mehrere Gesprächsrunden zwischen Stadt, VfB und dem Kaufinteressenten. Birr von Bismarck strebt eine „sehr schnelle Lösung“ an. Er plant etwa 30 000 qm, von denen sich rund 26

000 qm in Erbpachtbesitz des VfB befinden, für eine siebenstellige Summe (nach LN-Informationen rund 1,2 Millionen Euro) zu erwerben. Das Stadion und die Nebenplätze könnte der VfB nach den Plänen weiter nutzen (nach einer zu definierenden möglichen kostenlosen Übergangszeit später als Mieter). Die Flächen an der Jonny-Felgenhauer-Straße (Alte Holztribüne), unter den Pappeln (hinter dem VfB-Fanblock) und nördlich davon (hier war vor einigen Jahren eine Soccerhalle geplant) sollen bebaut werden. Birr von Bismarck möchte dort „sportaffines“ Gewerbe ansiedeln, etwa Ärzte, Physiotherapeuten, ein Sportgeschäft — ein Hotelbau ist nicht vorgesehen.

Als Ansprechpartner gilt für Birr von Bismarck die Hansestadt Lübeck. Denn er geht nach Einsicht des Grundbuches beim Amtsgericht davon aus, dass der Erbpachtvertrag für das Gelände mit dem VfB schon 2014 ausläuft. Der VfB sieht die Besitzverhältnisse anders. „Im Dezember 2010 haben wir die VfB-Stadionbesitzgesellschaft gegründet und dazu brauchten wir die Sicherheit eines langfristigen Pachtvertrages — und den haben wir damals abgeschlossen“, sagt Vorstandssprecher Holger Leu. In der Tat hatte die Bürgerschaft am 30. September 2010 einstimmig (bei zwei Enthaltungen) beschlossen, den Erbpachtvertrag mit dem VfB bis 2052 zu verlängern. „Dass dies bis heute nicht im Grundbuch eingetragen ist, ändert nichts an der Tatsache“, sagt auch der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus. Daher kann er Birr von Bismarck auch keine Hoffnung auf die von ihm angestrebte schnelle Lösung machen. Denkhaus: „Da müsste erst die Gläubigerversammlung zustimmen. Und die wird nicht vor März zusammentreten. Das Thema ist nicht akut.“

Damit hätte der VfB Zeit, sich mit anderen Lohmühlen-Modellen zu beschäftigen. Denn die gibt es seit Jahren. Bereits 2003 hatte der damalige Geschäftsführer Jürgen Springer Umbau- und Erweiterungspläne in der Schublade. Man wollte die Zuschauerkapazität auf 25 000 Plätze aufstocken, eine Randbebauung mit Ladenzeile, Praxen und Büros war ebenso vorgesehen wie die Ansiedlung eines Hotels. Im Zuge der Gespräche mit der Hansestadt wurde dem Klub das Erbpachtgelände (26 305 qm) im Jahr 2004 für 1,052 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Eine Last, die der klamme Klub nicht stemmen konnte.

Als der VfB 2008 zum ersten Mal aber einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen musste, gab es schon damals die Erkenntnis, dass die Lohmühlen-Flächen ein wertvolles Filetstück in perfekter Lage sind. Es gab ein Sanierungskonzept „Hansepark“, das nicht umgesetzt wurde (auch weil die Stadt sich wenig kooperativ verhielt), das aber jetzt neu diskutiert wird. Durch die Initiative Birr von Bismarcks kommt Bewegung in die Angelegenheit — und davon kann der VfB nur profitieren.

jr/jek

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