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Sport im Norden Das Ende der Wagner-Festspiele
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23:36 17.05.2013
Von Jens Kürbis
Nach 17 Jahren Bundesliga ist Schluss: Adrian Wagner streift noch viermal das VfL-Trikot über, beendet am 8. Juni mit dem Heimspiel gegen Erstliga-Aufsteiger TV Emsdetten seine Handball-Karriere. *Foto: Kugel
Lübeck

Jetzt ist es amtlich: Wenn Schwartaus Handballer heute zum Spiel gen Eisenach (19.30 Uhr) rollen, wird es eine der letzten Dienstfahrten für den Profi Adrian Wagner sein. Der 35-Jährige wurde am Donnerstagabend vom Hamburger Handball-Verband als neuer Landestrainer berufen. „Am 1. Juli geht es los, ich habe mir bei der Handball-Akademie und als Schulsport-Koordinator zwei Jahre einen Überblick verschafft. Das ist jetzt der nächste Schritt in meinem Leben, eine Riesenchance. Ich wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich die nicht nutzen würde“, freut sich der Ex-Nationalspieler auf seine neue Herausforderung. Die verheißt allerdings auch das Ende der Wagner-Festspiele auf dem Parkett — nach 17 Jahren Bundesliga. „Klar, ich werde mir zum letzten Spiel am 8. Juni sicher eine Träne verdrücken müssen, aber ich bin froh, dass der Übergang ins richtige Leben so nahtlos klappt.“

Sein Gespräch mit VfL-Chef Christian Fitzek habe so auch nur drei Minuten gedauert, dann war alles besiegelt. „Ich hätte Addi gern behalten, als Mensch, als Persönlichkeit“, bedauert Fitzek. Auch Trainer Torge Greve fand es schön, „solch einen Spieler, mit solch einer Erfahrung zu haben. Für Addi ist es jetzt der richtige Schritt.“

Und für den gebürtigen Hamburger, der mit seiner Familie in Rahlstedt lebt, „schließt sich so mein Kreis. Beim VfL hat 1996 alles angefangen, beim VfL hört es auf.“ Wagner bläst zum Halali. Acht Titel hat der Schwarzschopf gewonnen, wurde mit Schwartau 2001 Pokalsieger („Nach einer Saison mit viel Chaos“), holte mit Gummersbach dreimal in Folge den Europapokal („Das war grandios“), doch das schönste Erlebnis war für ihn seine erste Meisterschaft 2005 mit dem THW Kiel. „Du steht auf dem Rathausbalkon vor 20 000 Fans und dir fehlen einfach die Worte. Das war einfach Wow. Das hat sich auf meiner Festplatte tief eingebrannt.“

In sechs Wochen sind andere Wagner-Töne gefragt. „Eine Hammeraufgabe“, sagt er selbst. Denn er spielt im Hamburger Handball-Konzert nicht nur als Landestrainer auf. Der Noch-Außen trainiert auch den Länderpokal-Jahrgang (Jg. 97), bleibt weiter Schulsport-Koordinator und treibt das Projekt Handball-Akademie voran. „Ich möchte das alles verbinden, will Verein und Schule besser vernetzen, Talente weiter vereinsübergreifend fördern.“

So bleibt kein Freiraum für ein Wagner-Intermezzo auf der „Platte“. Doch Fitzek ist sich da nicht so sicher: „Addi könnte uns als Standby-Spieler helfen. Ich werde im Herbst mit ihm mal reden.“

Wagner selbst sagt schon jetzt Ja: „Wenn der VfL mich braucht, bin ich da. Ich habe in den letzten zwei Jahren viel Freiraum bekommen, um in Hamburg alles voranzutreiben. Dafür bin ich ewig dankbar.“

Aus Versehen Aufstieg?
„Wenn wir in Eisenach gewinnen, müssen wir über das Thema Aufstieg reden“, sagt VfL-Chef Christian Fitzek schmunzelnd. Aus Versehen 1. Liga? Theoretisch noch möglich. Der VfL hat bei noch vier Spielen zu Eisenach sieben Punkte Rückstand. Nur: Trainer Torge Greve bleibt Realist: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen, auch wenn wir gewinnen ist das kein Thema. Über Platz vier können wir gern reden, das wäre für den Verein gesund und optimal.“ Dennoch freut er sich auf das Spitzenspiel des Spieltages: „Das haben sich die Jungs erarbeitet, zeigt, dass wir ziemlich viel richtig gemacht haben.“ In Eisenach fehlt der werdende Vater „Matze“ Hinrichsen.

Jens Kürbis

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