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23:24 19.10.2013
Leidgeplagte Julia Görges: Auch beim Turnier in Linz verlor die Oldesloerin schon in der ersten Runde — zum 16. Mal in diesem Jahr. Quelle: Imago
Lübeck

Im Tennis-Leistungszentrum in Hannover schlug Julia Görges am Wochenende die letzten Bälle. Die Saison ist zu Ende. Zum Glück wird die 24-Jährige wohl sagen. Es waren zehn Monate, die die Bad Oldesloerin so schnell wie möglich vergessen möchte.

Im Januar stand Görges auf Platz 18 der Weltrangliste. Tennis-Experten trauten ihr in diesem Jahr den Sprung unter die Top 10 zu. Jetzt, im Oktober, steht sie im Ranking auf Position 76. Ein Absturz.

Ihre Bilanz fällt verheerend aus. Nur 14 Einzel-Siege, 27 Niederlagen bei 27 Turnieren, 16 Auftakt-Pleiten, keine Viertelfinale-Teilnahme.

„Wahrlich ist es für mich im Einzel eine schwierige Saison. Aber ich habe Leute um mich herum, die Geduld haben und an mich glauben. Das hilft mir sehr und wird mich wieder dahin führen, wo ich hin will. Es fällt mir schwer, meine guten Trainingsleistungen auf den Matchcourt zu bringen“, sagte Görges vor zwei Monaten. Seitdem schweigt sie.

Dafür spricht ihr Trainer. „Julia ist insgesamt 14 Wochen mit Verletzungen und Krankheiten konfrontiert worden. Damit hatte sie wenig Erfahrung und somit das eine oder andere Problem“, betonte Sascha Nensel gestern gegenüber den LN.

Sein Kollege Torben Beltz, Trainer der besten deutschen Tennisspielerin Angelique Kerber, sieht Parallelen zu seinem Schützling vor zwei Jahren. Damals wollte die Kielerin mit ihrem Sport fast aufhören. „Ich habe Angie gesagt, dass der Erfolg zurückkommt, wenn sie weiter hart trainiert. Mit ein paar Siegen kann sich alles wieder ins Positive zurückdrehen“, glaubt Beltz. „Ich denke, dass das auch bei Jule der Fall sein wird.“

Die Handgelenkverletzung sieht Coach Mirko Schütte, der Görges in Jugend-Jahren gefördert hat und öfter mit ihr telefoniert, als Hauptgrund für ihre Formschwäche an. „Wenn sie sich nicht zutraut, voll zu spielen, wenn ihre besten Schläge, der Aufschlag und die Vorhand, nicht funktionieren, dann wird es schwierig.“

Die Verletzung an ihrer rechten Schlaghand hat sich Görges beim Turnier in Brüssel im Mai zugezogen. Gegen Romina Oprandi, ihre ehemalige Vereinskollegin in Wahlstedt, gab sie beim Stand von 3:6 nach dem ersten Satz auf. Statt eine Pause einzulegen, spielte sie eine Woche später bei den French Open. Die Folge: Aus in Runde eins. „So eine Verletzung richtig auszukurieren, das ist äußerst schwierig“, sagt Schütte. „Man verliert dann schnell den Anschluss.“

Vielleicht wäre es aber besser gewesen. Denn auch vergangene Woche bei ihrem letzten Turnier in diesem Jahr in Linz spielte Görges immer noch mit einer Handgelenkbandage. In Österreich, wo sie im vergangenen Jahr im Finale stand, unterlag sie jetzt gegen eine Qualifikantin.

Rüdiger Meves sieht bei Görges ein mentales Problem. „Bei ihr ist das eine Kopfsache. Sie zieht sich selber runter“, sagt der Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Tennis-Verbandes. „Ich drücke ihr die Daumen, dass sie im nächsten Jahr wieder mehr Runden übersteht.“ Auch Verbandstrainer Maik Schürbesmann glaubt an Görges: „Sie hat immer Durchhaltevermögen bewiesen. Die Chance ist groß, dass sie im nächsten Jahr wieder durchstartet.“

„Das Handgelenk ist mittlerweile wesentlich besser geworden“, sagt Nensel. „Viele Spieler werden im Laufe ihrer Karriere mit solchen Problemen konfrontiert. Entscheidend ist, dass man wieder aufsteht und aus der Vergangenheit lernt. Ziel für 2014 sind Konstanz, Gesundheit und Stabilisation ihres großen Potenzials. Wir werden gemeinsam wieder angreifen.“

Görges in Zahlen
2013 war nicht das Jahr der Julia Görges. 27 Niederlagen im Einzel, davon 16 in der ersten Runde (darunter bei den French Open, Wimbledon und US Open). Lediglich bei den Australian Open im Januar erfüllte sie die Erwartungen und kam bis ins Achtelfinale. Ihr letzter Titelgewinn liegt schon länger zurück. Im April 2011 siegte sie beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart im Finale gegen Caroline Wozniacki 7:6, 6:3.


Im Doppel war Görges 2013 erfolgreicher. Die Bilanz: 22 Siege und 22 Niederlagen. In Stanford (mit Darija Jurak/Kroatien) und in Auckland (mit Yaroslava Shvedova/Kasachstan) kam sie bis ins Finale.


Finanziell hat Görges trotz ihres Absturzes noch eine ganze Menge verdient. Laut WTA sind es in diesem Jahr 569 508 Dollar. In ihrer gesamten Karriere kommt sie auf 2 955 932 Dollar.

„Wahrlich ist es für mich eine schwierige Saison.“
Julia Görges.

Peter-Wulf Dietrich

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