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Der große Wurf auf der Falkenwiese

Lübeck Der große Wurf auf der Falkenwiese

Das vom MTV Lübeck ins Leben gerufene Großturnier ist auch in der 19. Auflage ein Event — sowohl für die Stammgäste aus dem nahen Osten als auch für die „Exoten“ aus dem hohen Norden.

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Voller Einsatz im Grünen: Antonia Röhrich legt sich für die U21 des VfL Bad Schwartau ins Zeug — hier gegen die SG Wift.

Quelle: Fotos: sportblitz.info (4)

Lübeck. Lene kann‘s einfach nicht lassen. Kurz vorm Sportplatz-Ausgang zieht sie die „Wurfbude“ in den Bann. Die zehnjährige E-Jugend-Keeperin des VfL Fredenbeck macht 2,50 Euro locker und feuert drei Bälle auf die Dosenpyramide — ein Blechteil bleibt liegen, es reicht nur zum Trostpreis. Auch im zweiten Anlauf kann sie den Stapel nicht abräumen — fünf Euro sind futsch.

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Voller Einsatz im Grünen: Antonia Röhrich legt sich für die U21 des VfL Bad Schwartau ins Zeug — hier gegen die SG Wift.

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„Trotzdem war das gut. Das musste einfach sein! Ich kann ja beim Turnier nicht mitwerfen, weil ich im Tor stehe“, erklärt der Blondschopf und zieht mit den VfL-Mädels von dannen, die ihren bunten Handballtag auf der Falkenwiese mit drei Siegen und einer Niederlage garniert haben.

Auf den großen Wurf hofft auf Feld 19 auch Sven Brade: Der 40-jährige Trainer des HSV Wildau ist in Lübeck ein absoluter Stammgast, war vor 19 Jahren schon bei der MTV-Premiere dabei — damals mit der männlichen C-Jugend des SV Motor, heute mit der E-Jugend. Die Brandenburger sind diesmal mit neun Teams am Start, und Coach Brade sagt: „Wir kommen immer wieder gern hierher, um Spaß zu haben, das Wir-Gefühl zu stärken und dazuzulernen. 2012 haben wir als Highlight den B-Pokal mit den C-Jungs gewonnen.“

Seine HSV-Knirpse, die Scheeßel gerade mit 14:8 abserviert haben, verkörpern mit ihren extra für Lübeck angefertigten und mit Namensaufdruck versehenen Shirts die pure „Handball-Euphorie“. Und Franz (9) ist sich mit Richard (10) einig: „Das Tolle an diesem Turnier ist, dass man hier auch gegen ausländische Teams und viele andere starke Mannschaften spielen kann.“ Dominik (10) und Emil (10) wollen noch zwei Nebenaspekte auf keinen Fall unerwähnt lassen und stellen klar: „Hier kann man sogar super shoppen und sich mit Handball-Sachen eindecken. Und das gemeinsame Übernachten in der Prenski-Schule macht uns auch echt Spaß.“

Spaß am Handball soll eigentlich auch auf Feld 14 im Mittelpunkt stehen, doch strahlende Gesichter gibt‘s nur bei den C-Jungs des TSV Schwarzenbek, die den norwegischen Turnier-Debütanten vom Vestby HK den Nachmittag mit einem 8:1 gründlich vergällen.

Doch Vestby-Coach Sigurd Lande (66) hat seine am Spielfeldrand kurzzeitig verlorene Contenance bald wieder gefunden und bekennt: „Wir wussten als Neulinge, dass hier einige Teams zu stark für uns sind. Körperlich und technisch hängen wir noch hinterher, auch weil fünf meiner Spieler nach langer Krankheit erst vor kurzem wieder gesund geworden sind.“ Die Norweger aus der 40 Kilometer südöstlich von Oslo gelegenen 15 000- Einwohner-Stadt sind erstmals mit einer 16-köpfigen Crew (elf Spieler, fünf Trainer, Betreuer und Eltern) im Kleinbus via Schweden angereist und absolvieren nach dem Turniertrubel noch ein einwöchiges Trainingslager in der Burgfeldhalle. Für Sightseeing bleibt zwar nicht viel Zeit bei täglich zwei zweistündigen Übungseinheiten. Aber, so betont Coach Lande: „Wir sind ja schließlich hier, um Handball zu spielen . . .“

Endspurt bei Lübecker Handballtagen
Bereits ab 8 Uhr geht‘s heute bei den Internationalen Lübecker Handballtagen wieder rund. Nach den Gruppen- und Vorrundenspielen steigen auf den 23 Spielfeldern der Falkenwiese die vorentscheidenden Endrunden-Partien. Lokale Brisanz gibt‘s vor allem bei den „Fortgeschrittenen“.

In der Altersklasse U21 duellieren sich die jungen Männer des ATSV Stockelsdorf und VfL Bad Schwartau, die jeweils mit 8:0 Punkten ins Turnier gestartet sind — genauso wie der SV Todesfelde um „Franzi“ Haupt bei den jungen Damen.

Bei der männlichen Jugend A peilen der MTV Lübeck, VfL Bad Schwartau (je 10:0) und Lübeck 1876 (9:1) das Siegerpodest an.

Bei den A-Mädels geht wohl nichts über Todesfelde, VfL Bad Schwartau, RW Kiebitzreihe, ATSV Stockelsdorf und TSV Ratekau (alle 10:0 Zähler).

Die Sieger werden ab 16.45 Uhr geehrt.

Andreas Oelker

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