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Sport im Norden Dirk von Zitzewitz: „Das wird eine hektische Rallye Dakar“
Sportbuzzer Sport im Norden Dirk von Zitzewitz: „Das wird eine hektische Rallye Dakar“
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12:04 06.01.2019
Rollout in der peruanischen Wüste. Dirk von Zitzewitz testet mit seinem südafrikanischen Piloten Giniel de Villiers den Toyota Hilux. Quelle: Toyota Gazoo Racing
Lima/Lübeck

Es ist die Ruhe vor dem (Sand)-Sturm. Es ist die Zeit für Shirts und Shorts. Gut 48 Stunden vor dem heißen Start in die Rallye Dakar ist in Lima noch alles entspannt. Dirk von Zitzewitz (50) nutzte dies für eine kleine Auszeit, joggte durch die peruanische Millionen-Metropole, genoss die frische Brise an der Pazifikküste. „Bei 25 Grad war das sehr angenehm.“ Der Ostholsteiner weiß: Angenehm, das ist ab Sonntag vorbei. Mit der technischen Abnahme beginnt der Countdown für den Marathon-Klassiker, der am Montag in seine 41. Auflage rollt. Und das mit 534 Teilnehmern in 334 Fahrzeugen.

Warm up für die 41. Rallye Dakar: Dirk von Zitzewitz posiert im Rahmen der Präsentation von Toyota Peru mit zwei Grid Girls vor seinem neuen Dienstwagen. Quelle: PRIVAT

Dakar liegt diesmal in Peru

Die Dakar liegt diesmal in Peru. Die seit 2009 in Südamerika ausgetragene Rallye führt erstmals nur durch ein Land, ist auf 5600 Kilometer und zehn Etappen eingedampft. Bis zum Finale am 17. Januar in Lima geht es zu 70 Prozent durch Sand. Die Fährtenleser, die von Zitzewitz & Co., sind dabei besonders gefragt. „Das wird eine hektische Dakar“, ist von Zitzewitz sicher. Denn alle seien sehr nervös ob der Dünen. „Wenn du da fünf Meter links oder rechts der Ideallinie fährst, hast du schnell Sand in den Schuhen.“ Heißt: freischaufeln, weil festgefahren. „Der Sand in den Dünen ist sehr weich.“ Die Erfahrung hat der Karshofer mit seinem südafrikanischen Piloten Giniel de Villiers (46) im Rollout, den 150 Testkilometern im runderneuerten Toyota Hilux, bereits gemacht. Auch die, dass der 390-PS-Pickup bestens läuft und die Chemie mit de Villiers nach dem Trennungsjahr – der Zitzewitz-Vertrag wurde erst im Oktober verlängert – wieder stimmt.

Letzte Test-Bilder vor dem 2019-Start, die Toyota-Präsentation und ein Rückblick mit dem Sieg 2009.

Ein Stück Heimat im Hymer-Mobil

Den Feinschliff gab es für die Dakar-Sieger von 2009 am Samstag (5. Januar). Nach einer Teampräsentation für Toyota Peru übten „Ginny“ und „Schnietz“, wie sie sich nennen, in der Werkstatt noch einmal letzte Handgriffe, tauschten Reifen, Antriebswelle, Keilriemen („Da ist schwer ranzukommen“) und Verbindungselemente. Anschließend ordnete „DvZ“ seine Siebensachen in seinem Camper. Das Hymer-Mobil wird in den nächsten Tagen seine mobile Schlafstatt, sein Stück Heimat sein. „OH-D 306“ hat er aus Ostholstein via Le Havre in Nordfrankreich nach Lima verschiffen lassen.

Showstart am Abend

Am Sonntag punkt 8 Uhr heißt es für das Toyota-Team: Abnahme. Der Hilux wird noch einmal technisch überprüft. Von Zitzewitz & Co. müssen zudem Lizenzen, Versicherungen, den Nachweis der gezahlten Nenngelder, medizinische Daten und Notfall-Nummern vorlegen, bekommen auch noch einmal eine GPS-Schulung und eine für die zwei Notsysteme. Am Abend rollen dann alle Dakar-Teilnehmer beim Showstart über die Rampe von Lima und ein paar Kilometer durch die Innenstadt der 8,5-Millionen-Metropole.

Erste Etappe rund um Pisco

Und am Montag beginnt die PS-Jagd. Die erste Etappe: 250 Kilometer von Lima nach Pisco. Im Biwak in der Hafenstadt beginnt die 82 Kilometer lange Spezialprüfung rund um Pisco. „Das wird kein Warm up, sondern ist eine vollwertige Etappe. Da darfst du nicht trödeln“, ahnt von Zitzewitz. Denn die genauen Eckdaten, das Roadbook, bekommt er erst am Sonntag. Doch er kann es kaum erwarten. Denn: „Wir haben im Team eine gute Stimmung. Unser Ziel ist ein Podestplatz.“

Teilnehmer und Titelfavoriten

Für die 41. Rallye Dakar sind insgesamt 534 Piloten und Co-Piloten mit 334 Fahrzeugen angemeldet, darunter 167 Bikes und Quads, 106 Autos, 30 SxS sowie 41 Trucks.

In der Auto-Wertung sind Stephane Peterhansel (Frankreich/13 Siege), Titelverteidiger Carlos Sainz (Spanien) – beide fahren für das hessische X-raid-Team einen Mini-Buggy – und von Zitzewitz’ Toyota-Kollege Nasser Al-Attiyah (Katar) die Favoriten. „Danach sehe ich uns“, sagt Dirk von Zitzewitz, der Giniel de Villiers navigiert. Sébastien Loeb (Frankreich), der für das private Team PH Sport einen Peugeot fährt, hält „DvZ“ für den „weltbesten Autofahrer, aber er hat die Dakar noch nicht so ganz verstanden“.

Jens Kürbis

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