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Sport im Norden EHC Timmendorf auf dünnem Eis
Sportbuzzer Sport im Norden EHC Timmendorf auf dünnem Eis
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23:16 23.05.2018
Rücktritt des Vorsitzenden, finanzielle Probleme – dem Eishockey-Oberligisten EHC Timmendorf droht eine Bruchlandung. Quelle: Foto: 54°/felix König
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Timmendorfer Strand

„Irgendwann kann man einfach nicht mehr, vor allem, wenn man die meiste Zeit als Alleinkämpfer unterwegs war, mehr Zeit in der Halle als mit der Familie verbracht hat – und sich immer wieder gegen irgendwelche Gerüchte und Unterstellungen wehren muss“, erklärt Sauerbrei, der im Januar 2017 das Ruder beim EHCT übernommen hatte, seinen Rückzug.

Bei der sportlichen Neuausrichtung und Kaderplanung schien der EHC Timmendorf auf einem guten Weg. Doch hinter den Kulissen des Eishockey- Oberligisten knirschte es gewaltig. Und nun zieht der Vorsitzende Dennis Sauerbrei die Konsequenzen, wird morgen seinen Rücktritt erklären.

Damit schlittern die Timmendorfer in eine gefährliche Lage, denn bis zum Monatsende müssen die Lizenzunterlagen beim Verband eingereicht werden, um auch kommende Saison in der Oberliga spielen zu können. Keine leichte Aufgabe, denn der Klub steckt auch finanziell in gewaltiger Schieflage. Auf 70000 Euro sollen sich die Verbindlichkeiten belaufen, allein beim Ausrüster sind noch Rechnungen in Höhe von rund 20000 Euro offen.

„Es stimmt, dass der Verein dringend Geld braucht. Die letzte Saison war nicht nur sportlich enttäuschend, auch die Zuschauerzahlen waren dementsprechend nicht gut. Wir hatten etliche Spiele mit weniger als 200 zahlenden Fans. Dazu kommt, dass es noch finanzielle Altlasten gab. Und sicherlich habe auch ich nicht alles richtig gemacht“, räumt Sauerbrei ein.

Auf eines legt der 34-Jährige aber großen Wert: „Mein Rücktritt ist kein Wegrennen vor Problemen oder offenen Posten. Es gibt inzwischen aber offenbar viele Leute im Umfeld, die den Verein nur dann weiter unterstützen wollen, wenn ich aufhöre. Hier geht es also nicht um mich, sondern das Wohl des Vereins. Also ziehe ich die Konsequenzen.“

Damit besteht der EHCT-Vorstand ab morgen nur noch aus dem 2. Vorsitzenden Florian Bolus und Schatzmeisterin Claudia Jacob, die nach den Rücktritten von Marcus Klupp (2. Vorsitzender und Sportdirektor) und Kristoph Hötzsch erst Anfang des Monats auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt wurden, um die Handlungsfähigkeit des Vereins zu sichern.

Allein wird das unerfahrene Duo die anstehenden Aufgaben sicher nicht bewältigen können. Zumal auch die Kaderplanungen weiter vorangetrieben werden müssen. Als Konsequenz aus den Timmendorfer Querelen hat sich Daniel Lupzig bereits entschlossen, kommende Saison nicht für die Beach Boys, sondern den Liga-Konkurrenten Hamburg Crocodiles zu spielen. Und die Hanseaten versuchen offenbar auch, EHCT-Neuzugang Lennart Palausch abzuwerben.

Klar ist: Nach Sauerbreis Rücktritt müssen die Timmendorfer alle Kräfte bündeln, um Chaos-Wochen zu verhindern und die Oberliga-Zukunft des Vereins zu retten. Der scheidende Vorsitzende will sich dabei nicht verweigern. „Natürlich bin ich persönlich mehr als enttäuscht, aber es geht um das Wohl des Vereins und dieses steht über allem. Im Übrigen glaube ich noch immer daran, dass man die finanziellen Probleme in den Griff bekommen kann und hätte gern dabei geholfen, das zu tun. Sollte es in nächster Zeit Fragen geben, stehe ich gerne beratend zur Seite“, sagt der 34-Jährige, der sich in der nächsten Zeit endlich wieder mehr um seine Familie kümmern will, denn „die hat in den letzten 16 Monaten krass unter der Situation gelitten“.

Viel Bewegung im EHCT-Vorstand

Im Januar 2017 wurde Dennis Sauerbrei auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung als Nachfolger von Hans Meyer zum EHCT- Vorsitzenden gewählt. An seiner Seite damals: Timo Lichtenfeld als 2. Vorsitzender und Schatzmeister Martin Klemer. Beide gaben ihr Amt auf der ordentlichen Jahreshauptversammlung im September 2017 auf.

Auch ihre Nachfolger Marcus Klupp (Rücktritt im April 2018) und Kristoph Hötzsch (Rücktritt im November 2017) traten vorzeitig zurück. Ihre Posten übernahmen vor wenigen Wochen Florian Bolus und Claudia Jacob.

Axel Wronowski

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