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Sport im Norden Ein Punktgewinn wäre eine Riesensensation
Sportbuzzer Sport im Norden Ein Punktgewinn wäre eine Riesensensation
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18:16 04.08.2015

Als klarer Außenseiter fuhr der FC Schönberg 95 gestern Abend zum zweiten Saisonspiel zum FC Carl-Zeiss Jena. Für Trainer Axel Rietentiet, der Jena zum Saisonauftakt beim 0:3 beim VfB Auerbach beobachtet hat, ist die Mannschaft von Coach Volkan Uluc einer der Topfavoriten für den Aufstieg in die 3. Liga. „Sie haben richtig guten Fußball gespielt, sind erfahren und haben die Ruhe weg. Wir müssen höllisch aufpassen“, warnt der 46-Jährige. „Jena ist eine Riesenherausforderung für uns. Aber solche Partien sollte jeder Spieler lieben.“

Logistisch ist das erste Auswärtsspiel der Saison heute um 18 Uhr eine Herausforderung für den Aufsteiger. Sechs Spieler müssen laut Rietentiet Urlaub nehmen, denn bereits gestern Abend gegen 18 Uhr machten sich die Grün-Weißen auf den gut 500 Kilometer weiten Weg. Übernachtet haben sie in der Nähe von Leipzig, bevor sich die Mannschaft heute auf die letzten gut 100 Kilometer ins Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld macht.

Das altehrwürdige Stadion, das 1924 erbaut und nach dem Physiker und Sozialreformer Ernst Abbe benannt wurde, dient auch als Leichtathletikstadion. Am 25. Mai 1996 warf hier der Tscheche Jan Železný

- mit je drei Olympiasiegen und WM-Titeln erfolgreichster Speerwerfer der Geschichte - den immer noch gültigen Weltrekord mit 98,48 Meter. Am vergangenen Wochenende traf sich hier der deutsche Leichtathletik-Nachwuchs-Elite zu den Deutschen Meisterschaften. Unter anderem war auch Niklas Burkhardt von BW Grevesmühlen dabei (die OZ berichtete gestern). Der NOFV hatte das in seiner Saisonplanung offenbar übersehen. Denn ursprünglich war die Partie Jena gegen Schönberg vor zwei Tagen am Sonntag geplant gewesen, wurde aber durch den Verband wegen der Titelkämpfe auf morgen verschoben. Unfreiwillig hatte der FC 95 nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen Halberstadt also zehn Tage Zeit, um sich nach der kurzen Vorbereitung weiter in Form zu bringen. Neun Mal bat Rietentiet seine Spieler zum Training, nur Sonntag hatten sie frei. „Wir haben hart gearbeitet, hatten aber auch einigen Nachholebedarf“, sagt der FC-Coach, der morgen mit lautstarker Unterstützung der Jena-Fans rechnet. Als Grund nennt er das sogenannte Kombiticket. Die Karten für das Schönbergspiel gelten auch für die Partie am kommenden Sonntag (9. August). Dann empfängt der FC Carl Zeiss in der 1. Runde des DFB-Pokals den Hamburger SV. Dieses Spiel ist bereits mit 13800 Zuschauern ausverkauft. „Ich rechne wegen des Kombitickets mit bis zu 4000 Zuschauern. Aber das dürfte unsere Jungs nur noch mehr anspornen“.

Wichtig gegen den „haushohen Favoriten“ ist für Rietentiet, dass „möglichst lange die Null steht.“ Gegen Halberstadt hat seine Mannschaft gezeigt, „dass wir das können.“ Allerdings ist Jena zweifelsohne eine andere Herausforderung. Ein Punkt wäre für Schönbergs Trainer eine „Riesensensation“. Am liebsten würde der 46-Jährige der erfolgreichen Elf beim 1:0-Saisonauftakt das Vertrauen schenken. „Sie hätten es verdient.“ Allerdings steht noch ein Fragezeichen hinter Kapitän Rainer Müller, der sich im Training verletzt hat. Fraglich ist auch nach wie vor der Einsatz von Jakob Olthoff (Muskelverletzung) und Masami Okada (Innenbandzerrung). Definitiv nicht in Jena dabei ist Pascal Poser (Sprunggelenk). Fehlen werden wohl auch Bastian Henning und Danny Cornelius, die keinen Urlaub bekamen.

Interessante Randnotiz: Hauptsponsor von Carl-Zeiss Jena ist die Heavy-Metal-Band „Heaven Shall Burn“ aus Saalfeld in Thüringen. Sie engagiert sich auf den Trikots für die Rettung der Wale. Auf den beiden Auswärtstrikots ist das Logo der Walschutzorganisation Sea-Shepard zu sehen. Die Aktivisten von Sea-Shepard sind auf den Weltmeeren gegen Walfänger unterwegs und versuchen die Tiere vor ihren Jägern zu retten.

Auf den Heimtrikots steht ganz groß Carl-Zeiss Jena geschrieben. So wie zu den besten Zeiten des Vereins. 1981 spielte Jena nach Siegen gegen den AS Rom, dem FC Valencia und Benfica Lissabon im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Im Düsseldorfer Rheinstadion unterlag die Mannschaft von Hans Meyer knapp mit 1:2 gegen Dynamo Tiflis.

Steffen Oldörp

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