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Sport im Norden Einsamer Rufer in der Judo-Wüste
Sportbuzzer Sport im Norden Einsamer Rufer in der Judo-Wüste
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20:19 25.09.2013
Kira Borchers (oben, PSV) legte alle Gegnerinnen auf die Matte und wurde U15-Meisterin. Quelle: Fotos: Affeldt (4)

Im schleswig-holsteinischen Judosport sind Meisterschaften auf Kreisebene schon länger Geschichte. Gekämpft wird erst ab den Bezirkstitelkämpfen — aufgrund der immer rückläufigeren Teilnehmerzahlen. Und auch hier steht für die neue Saison eine Zäsur an: die Bezirksmeisterschaften sollen nur noch bis zur U15 ausgetragen werden. Die älteren Jahrgänge müssten dann gleich auf Landesebene ran. Doch die Landkarte hat nicht nur weiße Flecken, einen einsamen „Rufer in der Wüste“ gibt es noch: der Kreis Ostholstein.

Hier hat man sich nicht von den Kreistitelkämpfen verabschiedet, bittet nach wie vor — wie am vergangenen Wochenende in Oldenburg — in jedem Jahr zum Vergleich auf die lokalen Matten. Ziel ist es, vor allem dem Nachwuchs eine Plattform zu bieten, um sich mit anderen auf Augenhöhe zu messen — und dabei auch erste Erfolgserlebnisse zu feiern. Landessportwart Heinz Jenkel (Sarkwitzer SV) weiß: „Wir sind Exoten und seit Jahren die einzigen, die auf Kreisebene noch Meisterschaften austragen.“ Doch das hindert auch ihn nicht daran, kräftig bei diesen „kleinen“ Meisterschaften mitzuwirken.

Das gilt auch für Helmut Hass, Gründer, Vorsitzender und Trainer des Ahrensböker Judoclubs. Der 65-Jährige betont: „Die Kinder wollen doch Vergleichswettbewerbe. Eine Medaille oder Urkunde stärkt die Motivation und macht stolz.“ Nur Training sei auf die Dauer stupide. Um diesen Gedanken zu fördern hat Hass in seinem Verein eine interne Judo-Rangliste eingeführt. Die Idee wird glänzend angenommen und erfährt großen Zuspruch.

Frank Pahl (1. Dan), seit vielen Jahren Jugendtrainer beim PSV Eutin unterstreicht parallel: „Ich halte viel von den Kreismeisterschaften.“ Der 45-Jährige geht aber auch andere Wege, um bei den Kids Interesse für den Judosport zu erwecken. Er betreut in der Lensahner Waldorf-Schule zwei Altersgruppen, um die Kinder spielerisch an den Wettkampfsport heranzuführen. Und der Coach macht damit beste Erfahrungen, sagt: „Die Kids sind begeistert.“ Außerdem erklärt Pahl: „Damit gewinnen wir Judo-Nachwuchs für den Verein.“

Natürlich war auch er mit einer Abordnung von PSV-Kämpfern nach Oldenburg gekommen. Insgesamt waren über 100 Talente von der U9 bis U18 bei den Kreismeisterschaften am Start. Unter ihnen Kira Borchers (PSV/U15). Auch sie hat ihr Judo-ABC bei Pahl gelernt. Die Trägerin des Orange-Grün-Gurts verteidigte ihren Titel bis 41 kg souverän. Die 13-Jährige nimmt längst an Talentsichtungen auf Landesebene teil und sagt: „Darauf bin ich stolz.“

Interessierter Beobachter des bunten Treibens auf den Oldenburger Matten war Andreas Vogel vom Neustädter LC. Er ist Sportwart im Landesverband und Kampfrichter-Obmann für den Bezirk Ost, dem auch der Kreis Ostholstein angehört. Er betrachtet die Kreistitelkämpfe vor seiner Haustür eher distanziert. Vogel, selbst Trainer (3. Dan) und Spartenleiter, erläutert: „Die Teilnehmerzahlen bei den Wettkämpfen und die Mitgliederzahlen in den Vereinen und im Verband sind stark rückläufig. Deshalb glaube ich, dass Kreismeisterschaften keine Zukunft haben.“

ga

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