Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Sport im Norden Ende einer turbulenten Saison
Sportbuzzer Sport im Norden Ende einer turbulenten Saison
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:20 24.02.2018
Max Wasser (l.) und Kevin Kunz konnten in ihrer ersten Saison in Timmendorf überzeugen. Quelle: Foto: 54°/felix König

„Wir haben unser Minimalziel, den sportlichen Klassenerhalt, erreicht. das war ein hartes Stück Arbeit. Aber davon, dass die Saison gut gelaufen wäre, kann nicht die Rede sein“, sagt EHCT-Sportdirektor Marcus Klupp. Und damit meint der langjährige Timmendorfer Top-Verteidiger nicht nur die sportliche Berg- und Talfahrt, die vor knapp zwei Wochen mit der Beurlaubung von Cheftrainer Steve Pepin endete.

Heute (18 Uhr, ETC) steigt das letzte Heimspiel des EHC Timmendorf in der Eishockey-Oberliga. Und das Kellerduell gegen die Harzer Falken ist der Schlusspunkt einer turbulenten Saison mit vielen Höhen, Tiefen, einem Trainer-Rauswurf und Zukunftssorgen.

Sorgen bereitete den Verantwortlichen der Beach Boys auch die Tatsache, dass die vor einem Jahr per Bürgerentscheid beschlossene Hallensanierung noch immer nicht begonnen hat, was im schlimmsten Fall sogar zum Entzug der Betriebserlaubnis führen könnte. Und Mitte dieser Woche stimmte die Mehrheit im Timmendorfer Bauausschuss dafür, Kosten und Standort für einen Neubau zu prüfen, statt Aufträge für die Sanierung zu vergeben – offenbar aus Angst vor einer „Kostenexplosion“ durch ständig steigende Kosten im Baugewerbe.

Es kamen sogar Gerüchte auf, die Gemeinde würde auf Zeit spielen und hoffen, dass der Klub in die Insolvenz schliddert, so dass man vielleicht gar nicht sanieren müsste. „Das ist totaler Quatsch“, sagt der EHCT-Vorsitzende Dennis Sauerbrei. „Ich kann nicht verstehen, wer solche Gerüchte in Umlauf bringt. Sicher war es keine einfache Saison, aber wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.

Klar ist aber auch, dass so etwas nicht noch einmal passieren darf.“ Zumal die Gerüchte wohl auch dazu beigetragen haben, dass einige Sponsoren des Klubs ihren finanziellen Verpflichtungen noch nicht oder nur teilweise nachgekommen sind.

Aber Bangemachen gilt nicht an der Ostsee. Und auch die Angst, dass der Klub plötzlich ohne Heimat dastehen könnte, sei völlig unbegründet. „Die Politik will zwar einen möglichen Neubau prüfen, aber gleichzeitig sollen alle notwendigen Maßnahmen in Angriff genommen werden, um den Spielbetrieb zu sichern. Selbst im Falle eines Neubaus wäre garantiert, dass bis zur Fertigstellung weiter im ETC gespielt werden kann“, stellen Sauerbrei und Klupp klar.

Einen Plan B, zum Beispiel einen Umzug nach Lübeck, um vielleicht mit den Stadtwerken auf einer mobilen Eisfläche heimisch zu werden, hat es dagegen nie gegeben. „Die Eisfläche in Lübeck ist viel kleiner, hat nur ein Drittel der für Eishockey notwendigen Fläche. Dazu kämen noch viele Verbands-Auflagen. Das wäre unterm Strich viel zu teuer“, sagt Klupp.

Klar ist aber auch, „dass wir nach der Saison jeden Stein umdrehen werden und analysieren, was gut und was weniger gut war. Und ganz sicher haben wir auch Fehler gemacht. Aber wir arbeiten ehrenamtlich für den Verein und haben immer nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle des Klubs entschieden. Aber natürlich hinterfragen wir unsere Entscheidungen und werden versuchen, den EHCT langfristig erfolgreich zu machen“, sagt das Führungs-Duo unisono. „Nach dem Ende des Geschäftsjahres am 31. März werden wir einen Strich machen und schauen, was wir besser machen können und müssen.“

Die grundsätzliche Richtung ist dabei klar. „Wir wollen und müssen weiter auf den Nachwuchs setzen, damit wieder Timmendorfer Eigengewächse zu Stützen der Oberliga-Mannschaft werden. Das ist leider die letzten zehn Jahre vernachlässigt worden. Aber was unser Nachwuchs-Koordinator Marc Vorderbrüggen da im letzten halben Jahr geleistet hat, ist unglaublich. Davor kann man nur den Hut ziehen“, freut sich Sportdirektor Klupp über das wachsende Eishockey-Interesse bei den Kids in Ostholstein.

Und jetzt will der EHCT auch mehr Mädchen aufs Eis locken. Am 7. März findet ab 16.15 Uhr der erste Girls Day on Ice im ETC statt. Und künftig wird es beim EHCT auch eine Eiskunstlauf-Sparte geben, die vom 8. März bis zum Ende der Eissaison in Timmendorf Schnupperkurse anbieten wird.

So fröhlich wie auf dem Eis wird es bei Sauerbrei und Klupp in den kommenden Wochen aber sicher nicht zugehen. Denn neben der großen Saisonbilanz müssen Spielerverträge verlängert, ein neuer Trainer gesucht und eine Einigung mit dem beurlaubten Coach Steve Pepin, dessen Kontrakt noch bis 2019 läuft, gefunden werden. Viel Arbeit also, um die Weichen in Richtung einer besseren Zukunft zu stellen.

Von Axel Wronowski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Während sich das Erstliga-Team des TSV Trittau auf sein nächstes Bundesliga-Auswärtsspiel am Dienstagabend beim (noch) amtierenden Meister TV Refrath vorbereitet, spielen Kate Foo Kune und Jonathan Persson äußerst erfolgreich bei den Uganda International in der Hauptstadt Kampala.

24.02.2018

Drei neue Strecken, die Verträge mit Titelsponsor Stadtwerke Lübeck und der DAK-Krankenkasse als Co-Sponsor um drei Jahre bis 2020 verlängert – die Macher des Stadtwerke Lübeck Marathons stellen die Weichen für die Zukunft. Die elfte Auflage startet am 14. Oktober.

24.02.2018

Nach 100 Tagen Zwangspause in der Fußball-Regionalliga durfte der VfB endlich wieder um Punkte spielen. Vor 1552 Fans auf der eher unbespielbaren Lohmühle trafen Gary Noel und Nico Löffler zum Sieg der Grün-Weißen. Das Tor von Benjamin Petrick half den 08ern dagegen im Abstigeskampf nicht weiter.

23.02.2018
Anzeige