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Sport im Norden Fallstudien im Sand
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20:16 30.07.2018
Der Este Tanel Leok war in der MX Masters-Klasse der überragende Fahrer im tiefen Sand von Tensfeld, gewann beide Rennen und präsentierte anschließend stolz den Siegerpokal. FOTOS (2): ADAC/STEVE BAUERSCHMIDT
Tensfeld

In der MX Masters-Klasse war Tanel Leok (A1M Husqvarna) der dominierende Pilot und gewann beide Rennen vor dem Finnen Harri Kullas (Husqvarna) und dem belgischen WM-Fahrer Julien Lieber (Kawasaki). „Es war super für mich, wieder mal bei den ADAC MX Masters zu starten“, freute sich der Este, der im Jahr 2000 den Junior Cup gewonnen hatte, jetzt in Tensfeld erstmals in dieser Saison beim MX Masters startete und sich gleich die Maximalausbeute von zweimal 25 Punkten sicherte.

Das Strandwetter konnte die Motorsport-Fans nicht davon abhalten, statt der Küste die „Sandwüste“ anzusteuern: Knapp 7500 Zuschauer fanden den Weg zum ADAC MX Masters in Tensfeld und verfolgten auf dem neu gestalteten, 1530 Meter langen Sandkurs nach Quali- und Last-Chance-Races die sechs spannenden Rennen in drei Klassen – samt einiger Stürze.

Henry Jacobi (STC Husqvarna Racing) verlor mit Tagesrang sieben vier Punkte auf seinen Verfolger Jeffrey Dewulf (KTM Sarholz Racing Team, Platz 4). Er habe auf der sandigen Strecke Probleme gehabt, einen guten Rhythmus zu finden, räumte der Gesamtführende ein. Mit 22 Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz sei vor den letzten Rennen in Gaildorf und Holzgerlingen aber „noch alles absolut im grünen Bereich“.

Im grünen Bereich war zunächst auch, was Louis Höhr vollbrachte. Mit einer Wild Card des ausrichtenden MCE Tensfeld ausgestattet, erreichte der 22-jährige Stockelsdorfer, der ansonsten in der leistungsschwächeren MX2-Klasse startet, bei den „Großen“ (Maschinen und Fahrern) über das Last Chance Race die Top-40 und lag dort im ersten Rennen in Runde zwei auf Rang 32 – als er bei einem Speedsprung die Kontrolle verlor. „Mir hat einen Moment die Körperspannung gefehlt, da hat’s mich dann runtergehauen“, wusste er gestern zu berichten, als er nach seiner Schlüsselbein-OP im Bad Segeberger Krankenhaus wieder wohlauf war. Sechs Schrauben und eine Platte sollen den Vierfachbruch jetzt ein Jahr lang stabilisieren . . .

Über das Last Chance Race schaffte es auch der zweite Wildcard-Fahrer aus dem BvZ Racing Team, Jan Allers, in die Sonntagsrennen. Die direkte Qualifikation im Youngster Cup hatte der Nützener auf seiner KTM mit Platz 18 nur um eine Position verpasst. Am Sonntag lief es im 41er-Feld mit den Rängen 40 und 36 und Endposition 38 alles andere als optimal: „Im ersten Rennen konnte ich dank eines sehr guten Starts von ganz außen schnell nach innen ziehen, lag in der ersten Kurve gleichauf mit den Topleuten, doch die sind dann nach außen gedriftet, haben mich abgedrängt.“ Allers stürzte, fiel auf den Kopf („Da waren auch kurzzeitig die Lichter aus“), rappelte sich wieder auf, doch die Kopfschmerzen zwangen ihn zum Abbruch. Und waren auch im zweiten Lauf noch da. „Ich bin da ziemlich wild gefahren auf der kaputten Strecke, habe deshalb lieber zurückgenommen. Der Krankenwagen ist ohnehin schon viel zu oft gefahren.“ Zumal der Enduro-Spezialist, der in Tensfeld erst sein zweites Motocross-Rennen der Saison fuhr, noch wichtige Termine hat. Zwar ist der DM-Lauf am kommenden Wochenende in Burg (bei Magdeburg) wegen der erhöhten Waldbrandgefahr abgesagt. Aber in zwei Wochen geht’s zum nächsten Enduro-EM-Lauf nach Schweden.

Den Sieg machten in Tensfeld der 14-jährige Australier Jett Lawrence (Team Suzuki Germany) und Roland Edelbacher (Dimoco Europe Racing/KTM) untereinander aus. Mit je einem gewonnenem Lauf und einem dritten Platz feierte bei Punktgleichheit schließlich der Österreicher nach seinem Heimsieg in Möggers zum zweiten Mal in Folge. Und das, obwohl „wir in ganz Österreich keine richtige Sandstrecke haben“. Dass er das zweite Rennen gewann, weil der Führende Rene Hofer stürzte, führte dazu, dass Edelbacher auch in der Gesamtwertung vorn ist, zwölf Punkte vor Lawrence.

Im Junior Cup 125 (die 80er-Klasse war in Tensfeld nicht am Start) feierte der Niederländer Raivo Dankers (Team RD10 by Mefo Sport/KTM) seinen zweiten Tagessieg nach dem Saisonauftakt auf Sand in Fürstlich Drehna. Der Meisterschaftsführende Filip Olsson (Team Diga-Procross/Husqvarna) aus Schweden und dessen härtester Verfolger in der Gesamtwertung, der Niederländer Raf Meuwissen (Raths Motorsports/KTM), komplettierten das Tensfeld-Podium. Für „Local Hero“ Fynn-Niklas Tornau aus Jahnshof reichte es im internationalen Spitzenfeld zu Platz 37. Nachdem ihm im ersten Rennen nach 20 Minuten und dann noch zwei Runden auf Rang 23 nur knapp neun Sekunden fehlten, um auf Rang 20 noch in die Punkte zu fahren, lief’s im zweiten Rennen schlechter. Nach Rang 35 im zweiten Durchgang liegt er in der Meisterschaftsgesamtwertung mit weiterhin elf Punkten nun auf Platz 31.

Christian Schlichting

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