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Sport im Norden Gold! Nicks Sprung ins Glück
Sportbuzzer Sport im Norden Gold! Nicks Sprung ins Glück
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20:10 09.07.2018
Stolz wie Bolle, eingehüllt in eine Deutschland-Fahne: Nick Schmahl freut sich über den EM-Sieg.
Györ/Lübeck

Es war sein zweiter Sprung. Dass er weit war, hatte Nick Schmahl im Gefühl. „Aber nicht so weit.“ Als die 7,60 Meter aufleuchteten, schlug der 16-Jährige die Hände vors Gesicht, hüpfte über die Bahn, rannte zu seinem Team an die Bande, herzte die Mädels. 7,60 Meter! Sagenhaft. Damit hatte er seine erst Mitte Juni aufgestellte Bestmarke von 7,46 Meter erneut verbessert. Und das bei der EM!. Top! Dass der Wind mit 2,7 Metern pro Sekunde zu kräftig blies – egal. „Ich hatte Glück, dass ich trotzdem das Brett getroffen habe, es hat alles gepasst“, erklärte Schmahl. Auch sein zweitbester Versuch, die 7,32 Meter, sie hätten gereicht. Dabei wollte er sich eigentlich „nur“ für die Youth Olympic Games in Buenos Aires (11. bis 16. Oktober) qualifizieren. Nun hat er Gold und das Argentinien-Ticket.

Der Sprung ins Glück: Nick Schmahl – sein Vorbild ist Superstar Usain Bolt – fliegt in Györ auf 7,60 m. Gold im Weitsprung. Quelle: Foto: Kai Peters

Und in der Heimat sind sie aus dem Häuschen. Michael Erfmann, sein Entdecker, hatte mit seiner Familie zu Hause vorm Fernseher mitgefiebert. „Unglaublich, einfach unglaublich“, ist der Heiligenhafener geflasht. Als Nick vor vier Jahren in seine Gruppe kam, habe er schon damals gesehen, „dass er ein Supertalent ist. Er ist auch ein guter Hürdenläufer, könnte da sogar die Deutschen Meisterschaften mitlaufen.“

Nick, das Naturtalent. Als Kegler hat der gebürtige Oldenburger sogar auf Bundesebene abgeräumt, war im Landeskader. Mit dem Fußball kickte er auch vielversprechend. „Das hat er aber beendet.“ Vor drei Jahren hatte Erfmann, der beim TSV Heiligenhafen die „Kleinen“ trainiert, seinen Hoffnungsträger an Frank Meier übergeben, „und da hat er noch einmal einen Sprung gemacht“. Aber auch Tiefen durchlebt. Vor drei Jahren, als er auf Landesebene die ersten Titel abgeräumt hatte, warf ihn eine Verletzung aus der Bahn. Er verpasste so auch die „Deutschen“ in Lübeck. Als er wieder dran war, verletzte er sich erneut. Das war vor zwei Jahren. „Nick zweifelte, haderte“, berichtet Meier. Doch mit Eltern und Großeltern überredete er ihn, dass nur noch auf die Leichtathletik setzen solle. Das Kugelschieben, das Gut Holz, war fortan passe. Das zahlte sich aus. Meier: „Er hat sich seitdem alle halben Jahre um 30 bis 40 Zentimeter verbessert.“

Schmahl, der in Todendorf auf Fehmarn zu Hause ist und auf der Inselschule sein Abitur anstrebt, „ist nicht nur sportlich, auch geistig fit“. Er hat eine Klasse übersprungen, Mathe als Lieblingsfach, spielt auch gern Darts. „Er ist ein Multitalent“, schwärmt Meier. Der 1,81 m große Blondschopf hat auch den Dreh raus, den mit dem Zauberwürfel. Und das rasend schnell. Mit dem „Cubikon“bereitet er sich auch auf seine Wettkämpfe vor. „Das ist gut, um mich zu fokussieren.“ In Györ war es sein EM-Zauber.

Gold! Coach Meier hatte es gar nicht mitbekommen. „Ich war in Hamburg bei den Norddeutschen, habe es erst durch einen Anruf erfahren. Und dann noch 7,60 Meter Geht ja gar nicht.“ Meier hat sich am Abend alles aus dem Internet gesaugt. Die Sprünge, auch Schmahls erstes Interview in Englisch, das er mit cooler Gelassenheit abspulte. „Das wirkt nur so“, verrät Meier. „Er ist auf Wolke sieben, freut sich wie Bolle.“ Die Kids im Verein ebenso. Morgen bereiten sie ihrem Gold-Nick, ihrem Europameister, einen Empfang auf dem Sportplatz.

Von Jens Kürbis

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