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Sport im Norden Höhr will’s noch mal wissen
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20:10 25.07.2018
Tensfeld

Es ist die fünfte Station von sieben auf dem Weg zum internationalen DM-Titel – und doch nicht ein Rennen unter vielen: Wenn am Wochenende die besten Motocrosser aus 23 Nationen zum zweiten Mal in dieser Saison in den „hohen Norden“ kommen (im Mai waren sie auf dem Grambeker Heidering), wartet in drei Wertungsklassen ein 1530 Meter langer, berüchtigter Tiefsandkurs im segebergischen Tensfeld. „Der ist von uns ganz neu angelegt, die Fahrer fahren jetzt andersherum“, berichtet der MCE-Vorsitzende Holger Zankel. Neben der „größten Sandkiste der Republik“ warten hochsommerliche Temperaturen auf die Kurs-Bauer („Wir mussten schon bei den Vorbereitungen ständig wässern, damit uns nicht alles zusammenbricht“) und die Piloten, denen eine maximale Fitness abverlangt wird.

Das weiß auch Louis Höhr. Der seit wenigen Wochen 22-jährige Stockelsdorfer vom BvZ Racing Team fährt zwar voraussichtlich nicht um eine vordere Platzierung mit und ist im Hauptfeld der offenen Klasse (bis 450 ccm) nur dank einer Wildcard des Ausrichters, seines MSC Tensfeld, dabei. „Aber allein das Ziel, am ersten Tag unter die Top 40 zu kommen und sich so für den zweiten Lauf am Sonntag zu qualifizieren, wird eine intensive Herausforderung.“ Für Höhr, der mit seiner 250er Viertakt-KTM ansonsten MX2 fährt, geht es darum, sich in der MX1-Klasse, in der die 450-ccm-Maschinen etwa 20 PS mehr zu bieten haben, erste Sporen zu verdienen. „Der tiefe Sand schluckt viel Leistung. Da hat man mit einem kleineren Motor noch weniger Chancen als auf Hartstrecken.“

Der einstige DM-Dritte in der Junior-Klasse bis 85 ccm (2010), der im Vorjahr Landes- und Nordmeister der MX2-Fahrer wurde, ist nun auch dem Youngster Cup (bis 21 Jahre) entwachsen – und hat erst vor kurzem entschieden, noch einmal voll auf die Motorsport-Karte zu setzen: „Das ist jetzt Priorität eins für mich.“ Sein BWL-Studium in Wismar hat er gecancelt („Ich habe gemerkt, dass es nicht meine Sache ist, den ganzen Tag hinterm Schreibtisch zu sitzen und an Gewinnmaximierung zu denken“), beginnt nun im Lübecker Betrieb seines Vaters (Druckguss Service Deutschland) eine Lehre zum Feinwerkmechaniker – und will sich die Zeit nehmen, „in den nächsten vier, fünf Jahren in die deutsche Spitze zu fahren“. Auf ein größeres Motorrad will er vorerst nicht umsatteln:

„Auf denen wird man faul, vertraut auf die Leistung des Motors und ruht sich aus. Ich aber muss Defizite ausmerzen und fit werden.“ Seit Juni hat er mit Bernd Eckenbach einen neuen Personal Coach, der „meinem Sportalltag mehr Struktur und Professionalität gibt“, wie Höhr es formuliert. Mit dem sechsfachen deutschen Motocross-Meister will er die „vier, fünf Jahre Trainingsrückstand“ aufholen, die er in seiner Rennpause als Twen liegen lassen hat.

Anders als „Kumpel“ Henri Jacobi, den er „seit den 85-ccm-Zeiten“ kennt und der längst zu den Topleuten der Masters-Klasse zählt. An der Tarbeker Landstraße wird der Führende der Gesamtwertung aus dem STC Husqvarna Racing Team sich mit den Belgiern um Jeffrey Dewulf (Motorshop Desmet-KTM) und dem Australier Hunter Lawrence (KMP-Honda-Racing) um die Tagessiege streiten: „Tensfeld war in der letzten Saison das einzige ADAC MX Masters-Rennen, das ich gewinnen konnte“, erinnert sich der 21-Jährige, weiß aber: „Meine Verfolger in der Gesamtwertung sind gute Sandfahrer, das wird nicht einfach“. Max Nagl (TM Factory Racing), Gesamtzweiter, fehlt allerdings verletzungsbedingt. Gleiches gilt für „Local Hero“ Mike Stender, der sich Ende Juni in Bielstein eine Knieverletzung (Meniskusschaden und Kreuzbandriss) zuzog und die Saison beenden musste. Davide von Zitzewitz (BvZ Racing Team/KTM) konzentriert sich nach verletzungsbedingten MX-Rückschlägen auf seine Enduro-Saison. So sind vom ausrichtenden MCE Tensfeld der Gremersdorfer Fynn-Niklas Tornau und Alexander Schulz im Junior Cup 125 und per Wildcard der Enduro-WM-Pilot Jan Allers aus Nützen im Youngster-Cup am Start.

Tensfeld Motocross kompakt

Die frisch renovierte Strecke ist von nahezu allen Zuschauerrängen gut einsehbar. Vom Parkplatz am Ortseingang verkehren Shuttle-Busse zur Strecke, an der für Kids eine Hüpfburg und ein Quadparcours warten. Am Sonntag (11.45 Uhr) ist eine Autogrammstunde mit mehreren Topfahrern geplant.

Zeitplan: Sa., 9.00: freies Training; 13.00: Quali-Training; 15.45: Last Chance Race. So., 9.30: Warm up; 11.00: 1. Lauf; 14.50: 2. Lauf; 17.15: Gesamtsiegerehrung.

Preise: Wochenendticket Erwachsene 20 €, Jugendliche bis 15 Jahre 10 €, Kinder bis 9 Jahre frei. Tageskarte für Sonntag 15 €, Jugendliche 7 €.

ing

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