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„Ich bin sehr, sehr glücklich beim FC Schönberg“

Schönberg „Ich bin sehr, sehr glücklich beim FC Schönberg“

Trainer Axel Rietentiet gehört zu den Vätern des Erfolgs bei den Maurinekickern.

Schönberg. Er ist so etwas wie ein Glücksbringer beim FC Schönberg 95. Seitdem Axel Rietentiet vor etwas mehr als anderthalb Jahren als Trainer zu den Grün-Weißen kam, gibt es nur noch eine Richtung: nach oben. Dank des Rostockers hat der FC 95 zunächst den Abstieg in die sechsthöchste Liga verhindert und ist ein Jahr später in die vierthöchste Liga aufgestiegen. „Die Arbeit hier in Schönberg macht natürlich auf Grund des sportlichen Erfolges im Moment sehr viel Spaß. Ich bin sehr, sehr glücklich“, sagt Rietentiet, der in seinem 15. Jahr als Trainer arbeitet und derzeit seine Mannschaft auf das 2. Spiel in der Regionalliga am Mittwoch (18 Uhr) bei Carl Zeiss Jena vorbereitet.

Im Dezember 2013 stand der FC 95 in der Oberliga auf einem Abstiegsplatz. Sieben Punkte aus 15 Spielen in der Hinrunde. Nicht eine Partie gewonnen. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz betrug fünf Punkte. Nur der Klassenerhalt war wichtig für den Aufsteiger, der nach sieben Jahren erstmals wieder Oberligaluft schnupperte. Als Axel Rietentiet kam, lief es rund. Mit dem heute 46-Jährigen holte Schönberg 29 Punkte, war hinter Meister BFC Dynamo die zweitbeste Rückrunden-Mannschaft. Der Ex-Profi des FC Hansa Rostock stabilisierte die Abwehr, hauchte den Stürmern wieder Selbstbewusstsein ein.

Nach dem Klassenerhalt holte Rietentiet zusammen mit Sven Wittfot, dem sportlichen Leiter, neue Spieler. Mit ihnen wollte der FC 95 eigentlich nur eine „gute Rolle“ spielen. Doch Rietentiet erreichte deutlich mehr als das: Er spielte mit seiner Mannschaft eine fast perfekte Oberliga-Hinrunde. Nur Luckenwalde war um drei Punkte besser. Die guten Leistungen unter Rietentiet zwangen den Vorstand in der Winterpause, über den Aufstieg in die Regionalliga nachzudenken. Ein Traum für viele Anhänger. Die Vorfreude war groß, die Hoffnungen im Umfeld auch. Plötzlich stieg auch der Druck. Auf Spieler und Trainer. Zusammen arbeiteten sie aber auch in der Rückrunde fast meisterlich. Bester Angriff, beste Defensive. Nach 30 Spieltagen fehlte nur ein Sieg, sonst hätte der FC 95 den Oberligatitel aus der Saison 2002/03 wiederholt. Doch auch als Vizemeister hatten Rietentiet und seine Schützlinge etwas Einmaliges in der 20-jährigen Vereinsgeschichte zu feiern. Den Aufstieg in die Regionalliga. Ein Dorfverein in der vierthöchsten Liga in Deutschland. Wahnsinn, ein kleines Wunder, dass sie in Schönberg vor allem Axel Rietentiet zu verdanken haben. Er gilt als Vater des Erfolges. Mit seiner Verpflichtung hat der FC-Vorstand offenbar alles richtig gemacht. „Das passt wie die Faust aufs Auge. Etwas Besseres konnte uns nicht passieren“, sagt Vereinschef Wilfried Rohloff. Auch Uwe Blaumann, Geschäftsführer von Hauptsponsor Palmberg, ist zufrieden, was eher selten vorkommt. „Da hat der Vorstand ein glückliches Händchen gehabt.“

Dabei musste Rietentiet zunächst überlegen, ob er die Herausforderung FC 95 überhaupt annimmt. Als Trainer von Hansas Reserve war es im November 2013 aber nicht einfach für ihn. Die Profimannschaft steckte im Abstiegskampf der 3. Liga. Rietentiets Vertrag lief Ende Juni 2014 aus. „Keiner wusste so richtig, wie es weiter geht.“ Einen neuen Vertrag konnte ihm niemand zusichern. „Deshalb musste ich auch an mich denken“, sagt Rietentiet. Er wechselte nach Schönberg. Ein wichtiger Punkt für seine Entscheidung: Hauptsponsor Palmberg. „Durch die finanzielle Unterstützung konnte ich mir die Mannschaft nach meinen eigenen Vorstellungen zusammenstellen.“ So wie er sich das immer gewünscht hatte. In Rostock war er nie sein „eigener Herr.“ Rietentiet bekam vieles vorgeschrieben. Wen er von den Profis einsetzt, auf welcher Position. Seine eigenen Ideen konnte er als Trainer in Rostock „selten“ verwirklichen. Bei Schönberg ist das anders. Deshalb hofft der Glücksbringer des Schönberger Erfolges, dass der Fußball, den er spielen lässt, den Zuschauern weiterhin viel Freude bereitet und am Ende auch die Punkte stimmen — für den Klassenerhalt in der Regionalliga.

so

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