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Sport im Norden Im Buhl-Boot auf Erfolgskurs
Sportbuzzer Sport im Norden Im Buhl-Boot auf Erfolgskurs
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22:10 25.07.2018
Warteten bis zum frühen Nachmittag an Land, segelten dann zwei schöne Wettfahrten: die Flotte der Laser Radial. Quelle: Foto: Segel-Bilder.de

Julian Hoffmann sprintet ins Wasser. „Ich muss ’nem Kumpel noch schnell den Trailer bringen.“ Und dann ist er zurück. Der Schriftzug German Sailing Team auf seiner Weste springt einem sofort ins Auge. Der 15-Jährige aus Blaichach im Oberallgäu ist eine der deutschen Segel-Hoffnungen.

Er bekommt Tipps von Philipp Buhl, segelt wie er für den selben Club, jetzt sogar sein Boot „Rio 2016“: Julian Hoffmann (15) ist die neue deutsche Hoffnung im Laser. Jesper Bahr (15) ist die des Lübecker Segler-Vereins. Beide segeln vor Travemünde die Internationale Deutsche Jugend-Meisterschaft.

Er ist gerade zurück aus Corpus Christi, den Youth Worlds in den USA. Es war seine erste große Regatta im Laser Radial, die er mit Platz neun beendet hat. In Travemünde segelt er die Internationale Deutsche Jugend-Meisterschaft (IDJM), liegt im Feld der 103 Boote aus fünf Nationen hinter dem Kieler Moritz Peitzner auf Platz zwei – und das mit Jetlag. „Der steckt noch drin, es wird aber immer besser.“ Einer, der große Stücke auf ihn hält, ist sein ehemaliger Trainer Michael Fellmann, Ex-Ass im olympischen Finn: „Julian hat ein extrem gutes Bootshandling. Damit reißt er es immer wieder raus. Denn er ist für den Radial eigentlich zu leicht.“ Er traut ihm Großes zu – wie Philipp Buhl. Der ist Vizeweltmeister, Athletensprecher, der deutsche Star momentan.

Hoffmann und Buhl – es ist eine besondere Beziehung. Beide segeln Laser. Und: Ihr Club ist auch der selbe: der Segelclub Alpsee Immenstadt. Und: „Wir schreiben uns oft. Ich telefoniere auch mit Philipp, hole mir Tipps über Reviere, das Boot. Ich kann ihn jederzeit anrufen“, erzählt Hoffmann und zeigt auf eine weitere Gemeinsamkeit: Vor ihm im Sand im Priwall liegt sein Boot auf dem Trailer.

Am Heck ist der Schriftzug „Rio 2016“ zu lesen. „Es ist Philipps Boot, mit dem er Olympia gesegelt ist. Er hat meine Eltern gefragt, ob ich es übernehmen will. Da ich sowie eins brauchte, hat es gut gepasst.“

Mast und Segel wurden getauscht, schon war der Laser Standard ein Radial. In Travemünde will Hoffmann am Sonnabend aufs Podest. „Wenn nicht, ist auch nicht so schlimm.“ Im Anschluss geht es nach Kiel, dann steht der nächste Höhepunkt an, die WM im Laser Radial. Und danach? Ein Umzug ans Bundesleistungszentrum nach Kiel? Hoffmann, der in Oberstdorf zur Schule geht (10. Klasse), winkt ab:

„Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“

Die Kieler WM – sie ist auch das Ziel des Lübeckers Jesper Bahr. Aber noch segelt der 15-jährige den Laser 4.7. „Die IDJM hier in Travemünde ist wohl meine letzte in dem Boot, dann steige ich um. Die Trainer haben es auch empfohlen“, erzählt der OzD-Schüler. In Travemünde, wo er im Vorjahr im Opti zur Meisterschaft Rang drei belegt hatte, will das Talent vom Lübecker Segler-Verein unter die Top Drei, „das habe ich mir schon vorgenommen“.

Nach zweimal Platz fünf gestern liegt er derzeit auf Platz vier, nur zwei Punkte vom Silberrang weg. Einer ist vorneweg: der Berliner Mewes Mieduwild. Bahr war etwas angefressen: „Das zweite Rennen war dämlich von mir, ich bin auf die rechte Seite. Doch da war kein Wind, alle anderen haben es besser gemacht.“ Ab heute segelt die Laser-Flotte im Gold- und Silberfleet weiter. Dann sind die Besten unter sich. Bahr zuversichtlich: „Es ist noch alles drin.“

Von Jens Kürbis

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