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Sport im Norden Kampf um die Olympia-Tickets startet für Ruderer in Ratzeburg
Sportbuzzer Sport im Norden Kampf um die Olympia-Tickets startet für Ruderer in Ratzeburg
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18:18 11.08.2015

Laut surrend hebt die Drohne ab, fliegt quer über den Ratzeburger See und nimmt den Deutschland-Achter ins Visier. NSA? Nein, NDR — Luftaufnahmen für einen Fernseh-Beitrag beim Medientag des Deutschen Ruderverbandes. Trotz des tristen Himmels gestern am frühen Morgen, ist Bundestrainer Marcus Schwarzrock gut gelaunt. Selbst der sonst so grimmig wirkende Magdeburger Marcel Hacker lächelt, macht Scherze, bevor er mit dem Rostocker Stephan Krüger zur ersten Einheit des Tages in den Doppelzweier steigt.

„Eine unserer Medaillenhoffnungen bei der WM“, sagt Schwarzrock mit Blick auf das Duo. Auch der Frauen-Doppelzweier mit der ehemaligen Ratzeburgerin Mareike Adams und Julia Lier hat bei der Weltmeisterschaft auf dem Lac du Aiguebelette in Frankreich (30. August bis 6. September) Chancen aufs Podest. Gleiches gilt für den in dieser Saison noch ungeschlagenen Doppelvierer der Frauen, den der Männer und natürlich für den Deutschland-Achter mit Maximilian Munski von der Lübecker RG.

88 Athleten, davon sieben Starter in den paralympischen Klassen, bereiten sich seit Sonntag mit 18 Trainern, vier Physiotherapeuten, zwei Ärzten, zwei Teammanagern und je einem Leistungsdiagnostiker sowie einem Videoanalysten in der Ratzeburger Ruderakademie auf den Saisonhöhepunkt vor. Die diesjährige WM ist besonders wichtig, werden in Frankreich doch die Startplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro vergeben.

Lauritz Schoof (Rendsburger RV) kennt das Procedere. Der Kampf um die Olympia-Tickets startet für Ruderer bereits in Ratzeburg. Zuerst muss sich das Boot für Rio qualifizieren (der Achter und der Doppelvierer müssen dafür bei der WM unter die Top 5), anschließend geht es für die Ruderer um ihre persönlichen Tickets. 2012 in London holte Schoof als 20-Jähriger Olympia-Gold im Doppelvierer. An die damalige vorolympische Saison erinnert sich der ehemalige Ratzeburger Sportinternatler nur ungern zurück. 2011 in Bled fing ausgerechnet der heute 24-Jährige auf den letzten Metern einen Krebs, durch den die zweitplatzierten Kroaten noch vorbeiziehen konnten. „Das war blöd gelaufen, aber solche Missgeschicke können halt passieren“, meint der Schleswig-Holsteiner, der sich nach London zunächst auf sein Medizin-Studium konzentrierte. Nach einem kurzen Abstecher in den Riemenbereich ist er wieder in „seinem“ Boot: „Physisch bin ich stärker als vor vier Jahren, aber wir haben noch nicht wieder die Geschwindigkeit von 2012 erreicht“, sieht er im technischen Bereich noch Nachholbedarf.

Am „Feinschliff“ arbeiten auch Munski & Co. im Deutschland-Achter. „Mit dem derzeitigen Stand der Vorbereitung bin ich zufrieden“, sagt Chefcoach Schwarzrock. Endgültig kommen die Karten zum Abschluss der Ratzeburger Vorbereitung am 23. August auf den Tisch: „Bei den Relationsrennen wird ein Wettkampf simuliert, bei dem wir zum Beispiel gegen den Doppelvierer fahren. Anhand der Zeiten kann man sehen, wer besser trainiert und damit schneller ist“, erläutert Munski.

Schwarzrock ist zunächst auf die WM und dann auf Olympia konzentriert, achtet als Bundestrainer aber auch auf den Nachwuchs. Die Ratzeburgerinnen Annemieke Schanze und Frieda Hämmerling, die am Sonnabend in Rio U19-Weltmeisterinnen im Doppelzweier geworden waren, hat er bereits seit seinen Tagen als Trainer des Olympiastützpunktes Hamburg/Ratzeburg im Blick: „Beide bringen alle Voraussetzungen mit. Von der U19 bis zur A-Nationalmannschaft ist es aber ein weiter, weiter Weg.“

Christoph Staffen

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