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Sport im Norden LT-Zwillinge wollen hoch hinaus
Sportbuzzer Sport im Norden LT-Zwillinge wollen hoch hinaus
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14:20 12.02.2015
Korb und Jugend-Bundesliga im Visier: Sainn (l.) und Asann Jaiteh peilen mit den „Lynx“ hohe Ziele an. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler/Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Minimale Unterschiede, maximale Übereinstimmung: Asann Jaiteh ist mit seinen 1,66 m zwar zwei Zentimeter kleiner als sein zehn Minuten jüngerer Bruder Sainn, aber die zwölfjährigen Lübecker Zwillingsbrüder eint eine Leidenschaft: Basketball. Seit vier Jahren gehen die Gemeinschaftsschüler im Duett für die Lübecker Turnerschaft auf Korbjagd, nachdem sie von Coach Stefan Tresselt (51) als Drittklässler erst für die Schul-AG und später auch für den vereinsmäßig organisierten Nachwuchs der „Lynx“ gewonnen werden konnten. „Früher haben wir noch Capoeira gemacht, aber dafür fehlt jetzt die Zeit“, berichtet Sainn, der Jüngere. Doch beide trauern der verpassten Karriere im brasilianischen Kampftanz nicht nach, sondern eifern siebenmal pro Woche (viermal Vereinstraining, zweimal Schul-AG plus Oberliga-Spiel mit der U14) höheren Zielen nach, die 3,05 m über dem Boden an 1,80 m breiten und 1,05 m hohen Brettern montiert sind . . .

Mit Erfolg: Sainn, unter Coach Tresselt zum Flügelspieler und Center gereift, wurde jetzt mit seinem Bruder Asann (Lieblingsposition: Aufbau) beim Vorauswahl-Turnier für das neue U15-Nationalteam in Bremerhaven für den Regionalkader gesichtet. Beide dürfen ihr Können nun Mitte April in Heidelberg unter Beweis stellen, wo DBB-Coach Kay Blümel nach Trainingslager und Turniervergleich seinen neuen zwölfköpfigen Perspektivkader nominiert. Aktuell beschäftigen sich die Jaiteh-Brüder allerdings noch mit einem anderen Projekt und verraten: „Wir möchten unbedingt mit unseren Lübeck Lynx in der Bundesliga spielen.“

Dass auch das keine Utopie ist, bestätigt Tresselt. Der B-Lizenz-Inhaber, der seit 2005 den LT-Nachwuchs und zudem sieben Schul-AGs betreut, betont: „Das spielerische Potenzial für die U16-Bundesliga ist vorhanden. Zu unseren Eigengewächsen würden ja noch Talente von benachbarten Klubs kommen — auch aus Dassow oder Wismar.“

Als LT-Jugendkoordinatorin und „betroffene“ Mutter erklärt Marisa Jaiteh dazu: „Auch dank unseres Fördervereins ist die Teilnahme an den Qualifikationsturnieren für die JBBL im Juni gesichert.“ Doch mit der Startgebühr von 250 Euro und der 1000-Euro-Kaution wäre es für die Lynx noch nicht getan. Auch Tresselt weiß: „Sollten wir die Quali schaffen, rechnen wir für die JBBL mit Kosten von gut 10000 Euro, die unser Mutterverein natürlich nicht stemmen kann.“ Doch im Namen des Basketball-Fördervereins Lübeck springt Jörg Schwark ihm bei und sagt: „Die Lynx geben seit Jahren Talente an andere JBBL-Vereine ab. Es freut mich auch als Geschäftsführer des Landesverbandes, dass Lübeck erstmals die Bundesliga-Qualifikation angeht. Dafür werden wir noch viel Unterstützung brauchen, aber der Anfang ist gemacht.“

Korbjagd kompakt: Zahlen, Daten, Fakten
NBBL: Zur Saison 2006/2007 wurde die Nachwuchs-Basketball-Bundesliga für männliche U19-Mannschaften deutschlandweit eingeführt, um Talenten eine hochklassige Plattform anzubieten und in Kombination mit anderen Sichtungs- und Fördermaßnahmen die Junioren-Nationalmannschaft in die europäische Spitze zu führen. Aktuell spielen 35 Teams in vier Staffeln (Nordwest, Nordost, Südwest, Südost).

JBBL: Seit 2009/2010 existiert mit der Jugend-Basketball-Bundesliga auch für U16-Jungs als Ergänzung zum Spielbetrieb auf Bezirks- oder Landesebene eine nationale Erstliga-Konkurrenz mit 48 Teams in acht Staffeln (Nord, Nordost, Nordwest, West, Mitte/West, Südwest, Mitte/Ost, Südost).



WNBL: Ebenfalls seit 2009 gibt es die Weibliche Nachwuchs-Basketball- Bundesliga für U17-Teams mit 28 Mannschaften in vier Gruppen (Nordwest, Nordost, Südwest, Südost).

Nordlichter: In der NBBL greifen die Piraten Hamburg mit den drei LT- Youngstern Osaro Jürgen Rich Igbiniweka (16), Maxim Rix
(18) und Philipp Sausmikat (18) sowie Nicolas Schümann (18) vom VfL Oldesloe an. In der JBBL vertreten die Junior Twisters Rendsburg und der TSV Kronshagen mit dem Lübecker Leo Alban (15) die Farben Schleswig-Holsteins, während LT-Talent Emil Marshall (14) bei den Piraten Hamburg angeheuert hat. In der
WBBL spielt der Ahrensburger TSV gemeinsam mit Rist Wedel als Metropolitan Baskets Hamburg.



Entwicklung: Bundesweit stagniert die Zahl der Korbjäger/innen nach den Boom-Jahren 1998 (207 780) und 2005 (202 935) bei 192 000. In Schleswig- Holstein ist Basketball mit aktuell 5577 Mitgliedern (2013: 5699) die Nummer 19 im Ranking der Fachverbände — darunter 1500 Jugendliche (1200 männl., 300 weibl.) in 67 Mannschaften (60 männl.) aus 24 Vereinen.oel/bs

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