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Sport im Norden Lübeck Cougars entdecken gute Kicker
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20:44 12.01.2019
Fußball-Torjäger Kristof Rönnau (links) und Footballer Noel Schröder testen sich beim Field Goal. Quelle: Agentur 54°/Christian Schaffrath
Lübeck

Zehn Schritte zurück, vier Schritte nach links: Finn-Luca Anders fokussiert den Football, der vor ihm auf dem Kunstrasen liegt und atmet noch einmal tief durch. Er soll einen Kickoff schießen und das Spielgerät so weit wie möglich in die andere Hälfte befördern. Der 20-Jährige nimmt Anlauf – sechs Schritte. So wie es Max Groß, Trainer des Special Teams der Lübeck Cougars, erklärt hat. Anders trifft den Football gut, mit einem leisen Pfeifen fliegt er ans Ende des Spielfelds.

Der 20-Jährige aus Stockelsdorf nimmt an dem Kicker-Tryout der Lübeck Cougars teil. Dabei ist er eigentlich Fußballer und stürmt für den MTV Ahrensbök in der Kreisliga. „Ich hatte Bock drauf“, sagt Anders. „Ich hab’s im Internet gelesen und wollte es einmal ausprobieren.“ Bisher hat er Football eher nur zum Spaß in der Freizeit gespielt. Ob das nun für das Team der Lübeck Cougars in der Zweiten Bundesliga reicht, wird sich zeigen.

Finn-Luca Anders stürmt eigentlich für den MTV Ahrensbök. Beim Kicker-Tryout der Footballer konnte er aber überzeugen. Quelle: Agentur 54° / Christian Schaffrath

Auch Fußballer zeigen ihr Können am Football

Neben Anders stehen noch gut zehn andere Bewerber auf dem Platz. Davon spielen einige Football und kommen aus den Nachwuchsmannschaften. Aber auch ein paar Fußballer wollen ihre Fähigkeiten im Umgang mit dem ungewohnten Leder-Ei testen, darunter auch Landesliga-Toptorjäger Kristof Rönnau (Preußen Reinfeld) und sein Teamkollege Jonas Marschner.

Trainer Max Groß ist recht zuversichtlich, dass er unter ihnen einen Rohdiamanten finden könnte. „Das starke Bein bringen Fußballer ja schon einmal mit“, sagt Groß. „Und in einem Fußballer-Land wie Deutschland ist natürlich klar, dass man da als erstes nachguckt.“ Neben dem Kickoff sind die Kicker beim American Football dafür zuständig, ein Field Goal und den Point After Touchdown (PAT) – einen Extrapunkt – zu erzielen, indem sie den Ball durch das Torgestänge am jeweiligen Ende des Spielfeldes schießen. Damit können sie vor allem in der Endphase spielentscheidend sein.

Doch einen guten Kicker zu finden, sei besonders schwierig. „Viele wollen lieber ruhmreiche Receiver sein, wollen die Bälle in der Endzone fangen und sich von den Fans feiern lassen“, erklärt Groß. „Kicker sind da immer ein bisschen außen vor – noch zumindest.“ Denn der Trainer will die Position bei den Cougars in der kommenden Saison aufwerten.

Special-Team-Trainer Max Groß will den Kicker zu einer ruhmreichen Position bei den Cougars machen. Quelle: Agentur 54° / Christian Schaffrath

Doch bevor das passieren kann, braucht er erst einmal seinen Rohdiamanten. Nach einem lockeren Aufwärmen geht es an das Trainieren für das Field Goal. Nacheinander schießen die Spieler den Football über den Platz. Während andere beim Anlaufen ins Stocken geraten oder den Football nicht richtig treffen, zeigt sich bei Anders, dass er das nicht zum ersten Mal macht. Auch beim Kickoff kann der Fußballer überzeugen: Er nimmt Anlauf und befördert das Spielgerät mit bis ans andere Ende des Spielfelds. „Sehr gut, genau da, wo er hinsoll“, sagt Trainer Groß anerkennend.

Nur beim Punten läuft es nicht ganz so glatt: Statt geradeaus fliegt der Football oft zur Seite. „Das war eine ganze andere Bewegung als beim Fußball“, sagt der 20-Jährige. Hier muss der Spieler den Football nämlich fangen, fallen lassen und aus der Luft so weit wie möglich in die gegnerische Hälfte schießen. „Da habe ich ein paar Probleme gemerkt.“

Tryout erfolgreich: Rohdiamanten entdeckt

Dann ist das Tryout zu Ende. Max Groß holt noch einmal alle zusammen, lobt die Teilnehmer und schreibt sich die Kontaktdaten auf. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt er resümierend. „Wir haben definitiv drei, vier Personen gesehen, die von heute auf morgen unser Kicking-Game verbessern würden.“ Darunter ist auch Anders. Der 20-Jährige hat Groß überzeugt. „Der hat das richtig, richtig gut gemacht“, sagt er. „Über den könnte ich mich nur freuen.“

Auch Anders ist mit dem Tryout zufrieden. „Es war anders, aber es hat Spaß gemacht und die Coaches waren gut.“ Vom Fußball zum Football wechseln, will er allerdings nicht. „Es muss vereinbar bleiben“, sagt der 20-Jährige. „Es wird schwierig, berufstätig zu sein, Fußball und dann noch Football zu spielen.“ Ganz lehnt der Stockelsdorfer eine Kicker-Karriere jedoch nicht ab. „Wenn es vereinbar ist, warum nicht? Gerade in meinem Alter ist man noch belastbar.“

Saskia Hassink

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