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Sport im Norden Lübecker Medaille zum Finale
Sportbuzzer Sport im Norden Lübecker Medaille zum Finale
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08:00 31.07.2017
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Eine Stunde und 15 Minuten hatte Jesper Bahr am Rande des „SAP Sail Cube“ ausgeharrt. Teenys, O’pen Bic’s, Piraten, einfach alle Jugendklassen hatten ihre Preise, Urkunden, Medaillen, Sonderpokale – insgesamt 360, verteilt auf sieben Bänke – schon abgeholt, nur die Jüngsten, die Optis, noch nicht. Doch dann hob Gesamtwettfahrtleiter Brian Schweder die Stimme: „Und Bronze, darüber sind wir als Lübecker besonders stolz, geht an Jesper Bahr vom Lübecker Segler-Verein.“ Es ist die erste Opti- Medaille für Lübeck seit 2010, seit Malte Student Silber holte.

Uwe Schimanski, Jugendcoach der gemeinsamen Opti-Gruppe des Lübecker Yacht-Clubs (LYC) und des LSV, war sichtlich stolz: „Jesper war fast vier Jahre in unserer Gruppe. Es ist seine letzte Opti-Regatta, dann steigt er in den Laser 4.7 um – er ist ein großes Talent.“ Mit den Rängen fünf und sechs ist der 14-Jährige gestern bei etwas mehr Wind noch von Rang zehn auf drei vorgesegelt.

Eine Überraschung. Dass es fürs Podium gereicht hatte, „wusste ich nicht. Das hat mir der Landestrainer erst später gesagt. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Auch, „weil ich mir kein Ziel gesetzt hatte. Das macht nur Stress.“ Auch Mutter Juliane war aus dem Häuschen: „Klar, das feiern wir jetzt, wir bleiben noch eine Nacht in Travemünde.“ Dann geht’s an den Ratzeburger See – Laser üben.

Der Finaltag, es war einer mit Tücken. Kjell Haschen fiel bei den Optis von Platz neun auf 23 zurück. „Das war zu viel Wind für ihn, aber er hat das bei seiner ersten Deutschen super gemacht“, lobte Schimanski, der auch mit Justus Sauer (Platz 17 im Laser 4.7) und Peer Heuer (24. im Radial) zufrieden war.

Ohne finale Rennen beendeten Surfer, O’pen Bic und Teeny die Rennen. Wettfahrtleiter Meeno Bülow hatte die vorhergesagten Windbedingungen als „grenzwertig“ eingeordnet. Magnus Voß wurde so bei den Bic’s Sechster, Tobias Techen (beide Lübecker Yacht-Club) holte sogar Gold bei den Unter 13-Jährigen. Voß wäre gern noch gesegelt, „um mich zu verbessern, aber Sechster ist auch toll.“ Am Abend ging es weiter zum Gardasee – zur WM. Und wie fand er seine DM-Premiere? Nicht zu viel Trubel? „Ach was, für mich kann es nicht genug Trubel geben.“

Für die Piraten schon, zumindest zu viel Wind. Sie meuterten, legten eine gesammelte Unterschriftenverweigerung vor: Jugendobmann Lukas Brüning erklärte: „Die Erfahrung der Vergangenheit, gerade zuletzt in Kiel, hat gezeigt, dass es bei angesagten Böen von bis zu 30 Knoten für die Jüngeren nicht mehr handhabbar ist.“ Dass die nicht kamen – egal. Sicherheit geht vor.

TW-Sportchef Jens Kath zog ein positives Fazit der Nachwuchstitelkämpfe: „Es war richtig, auf die Jugend zu setzen, andere Klassen zu vertrösten. Es war der einzig gangbare Weg. In den Ort hätte kein Boot mehr gepasst.“ Kath ist sich sicher: „Die Meisterschaften sind eine Investition in unsere Zukunft. Da werden die nächsten 30 Jahre viele junge Segler wieder kommen.“

Jens Kürbis

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