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Sport im Norden Meterklasse macht Meter
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22:10 26.07.2018

Priwallhafen, Pier B. Es ist der TW- Steg der 5.5er Segler. Da ist Mark Holowesko aus Nassau von den Bahamas. Nebenan packt einer seine Segel aus: John Bacon, „schreib Speck, from Sydney, Australia“. Dahinter legen die Schweden ab, die Vizeweltmeister von 1983. Die kanadische Crew von John Lister – alle in rot-weißen Longsleeve – schnackt noch. Es ist die Ruhe vor dem Start, den in die German & Dutch Open. Mittendrin: Kaspar Stubenrauch. Dispatcher, Dolmetscher, Fremdenführer. Der Hamburger, 59, Kaufmann, ist ein 5.5er Lexikon auf zwei Beinen. Seit 2002 segelt er das Boot nicht nur, er lebt es. In Travemünde muss er zuschauen. „Unser Boot ist ausgefallen.“ Trotzdem ist er vor Ort, steht als Ersatzmann parat. Für ihn ist der 5.5er „einfach ein wunderschönes Boot, das als Konstruktionsklasse immer weiter entwickelt wird.“ Unterschieden wird es in drei Altersklassen: Klassische Langkieler aus Holz werden als „Classic“ bezeichnet, die Designjahre 1970 bis 1993 bilden die „Evolution“, jüngere heißen „Modern“. Gesegelt wird gemeinsam.

Und es ist ein Boot mit bewegter Historie. 1949 auf Kiel gelegt, vom Briten Charles E. Nicholson als Ersatz für die zu teuren 6-mR-Yachten modifiziert, feierte es 1952 sein olympisches Debüt, wurde da 1972 in Kiel vom Soling und Tempest verdrängt. Doch der Verlust der olympischen Weihen hat dem 5.5m nicht geschadet. „Im Gegenteil, die Klasse erstarkt“, sagt Stubenrauch. Die Meterklasse macht Meter. Weltweit gibt es gut 800 Boote, „400 kennen wir“, 120 sind bei Regatten aktiv. In Travemünde segeln nach 14 Jahren Pause jetzt insgesamt 17 aus sieben Nationen.

Weite Wege – für die 5.5er sind sie eher Ansporn als Hürde. John Lister (60) kommt vom Lake Huro aus Kanada, ist das erste Mal in Deutschland. „Wir wollen Erfahrungen sammeln, uns reizt auch die internationale Community“, erzählt er. John Bacon (60) aus Sydney hat sogar eine Mission: „Wir sind in Australien eine wachsende Klasse, wollen die WM 2020 nach Down Under holen.“ Er segelt zwar von klein auf, „wie jeder Australier“, in Travemünde aber seine erste 5.5er Regatta. Er ist Klassenneuling. Die Open – er liebt sie schon jetzt. „Geniale Temperaturen. In Sydney haben wir auch gerade Winter.“

Und wie war der Start in die Open? „Ordentlich Welle. Perfekte Bedingungen. Besser ging es nicht“, berichtet Stubenrauch nach einer Blitzumfrage. Vorn: Holowesko von den Bahamas. Für Stubenrauch keine Überraschung: „Er segelt fast nur in Europa.“ Die Open, für Travemünde ist es auch eine Chance. Stubenrauch & Co. wollen sich für die WM 2021 bewerben. Flensburg hat schon mal die Hand gehoben.

Jens Kürbis

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