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Sport im Norden Mit Trainer-Schein: Ex-Lübecker Hirsch und Yildirim auf Erfolgskurs
Sportbuzzer Sport im Norden Mit Trainer-Schein: Ex-Lübecker Hirsch und Yildirim auf Erfolgskurs
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23:24 02.11.2013
Erfolgreiche Fußball-Lehrer: Hirsch (r.) und Yildirim. Quelle: Getty
Lübeck

Eigentlich ist Dietmar Hirsch ein Familienmensch. Er liebt seine Frau Dagmar und die beiden Töchter Lara (17) und Leah (15). Doch derzeit liegen 600 Kilometer Luftlinie zwischen ihm und seinen Frauen.

Hirsch ist seit Anfang September Cheftrainer beim Drittligisten SV Elversberg (Saarland), seine Familie wohnt weiter in Lübeck. Für den ehemaligen VfB-Spieler, Sportchef und Geschäftsstellenleiter auf der Lohmühle ein Glücksfall. „Ich bin Elversberg sehr dankbar, dass der Verein den Mut hatte, auf einen jungen, neuen Trainer zu setzen“, sagt der 41-Jährige.

Ende März hatte Hirsch zusammen mit Ramazan Yildirim, Ex-Spieler und Trainer beim VfB Lübeck, die Fußball-Trainer-Lizenz in Hennef bestanden. Chefausbilder Frank Wormuth lobte Hirsch nach Elversberg.

Dort hatte Jens Kiefer den Job zur Verfügung gestellt — wegen Überlastung. Er macht gerade den Trainer-Schein.

Als Hirsch kam, hatte Elversberg gerade mal drei Punkte nach sechs Spielen auf dem Konto. Mit ihm holte der Dorfverein (die Gemeinde Spiesen-Elversberg hat 13 000 Einwohner) 19 Zähler in neun Spielen. Platz acht, weit vor dem großen Rivalen aus der Nachbarschaft, 1. FC Saarbrücken (Vorletzter). „Trotzdem steht immer noch mehr über Saarbrücken als über uns in der Zeitung“, sagt Hirsch.

„Aber das stört mich nicht. Wir können uns im Schatten etablieren.“

Für Hirsch ist Elversberg mehr als ein perfekter Einstieg in den Profi-Trainer-Job. „Es wäre vermessen, als Novize gleich in der Bundesliga oder Zweiten Liga unterzukommen“, sagt der frühere Profi (196 Bundesligaspiele), der zuletzt den SV Schackendorf in der Verbandsliga betreute. „Schon die Dritte Liga ist super.“ Er könne sich jetzt „rund um die Uhr um den Verein kümmern. Alle Spieler sind Vollprofis“.

Nur die Familie vermisst Hirsch sehr. „Meine Frau und die Kinder waren in den Herbstferien bei mir“, erzählt Hirsch. „Sonst schaffe ich es nicht nach Lübeck.“ Derzeit wohnt er in Neunkirchen in einem Hotel, Mitte November bezieht er eine Wohnung im Ortsteil Spiesen. Seine Familie bleibt in Lübeck, hier sollen die Kinder ihr Abitur machen.

Kürzer ist die Entfernung für den anderen Ex-Lübecker Ramazan Yildirim, der wie Hirsch den Schein im März mit der Note 1,3 bestanden hat. Von seinem Arbeitsplatz in Lotte (4500 Einwohner) bei Osnabrück in die Heimat nach Peine sind es nur 160 Kilometer Luftlinie.

Seit Saisonbeginn arbeitet „Rama“ bei den Sportfreunden Lotte, steht mit dem Klub an der Tabellenspitze der Regionalliga West. „Wir hatten nach dem verpassten Aufstieg einen totalen Umbruch“, sagt Yildirim. Zwölf neue Spieler kamen, der Kader wurde auf 20 plus drei Kicker verkleinert. „Fast alle Spieler sind Profis, einige studieren. Hier verdienen alle ihr Geld mit dem Fußball“, berichtet der Coach, der eine kleine Wohnung in Stadionnähe bezogen hat. „Es macht viel Spaß mit den Jungs, die Identifikation mit dem Verein ist groß“, betont Yildirim (Vertrag bis 2015).

Der Aufstieg in die Dritte Liga wäre für den ehrgeizigen 38-Jährigen ein erster Karriere-Sprung. Ab und zu sei er bei seiner Familie und den Kindern in Peine. Ein Katzensprung gegenüber Hirschs Entfernung.

Peter-Wulf Dietrich

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