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Sport im Norden Nicht nur beim Surfen: Schüler aus Rostock auf Erfolgskurs
Sportbuzzer Sport im Norden Nicht nur beim Surfen: Schüler aus Rostock auf Erfolgskurs
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22:10 05.07.2017
Rostock

Bei dem 18-jährigen Julien Pockrandt scheint ein Tag mehr als 24 Stunden zu haben. Der Zwölftklässler der Rostocker Christophorusschule ist Surfer, Musiker, Vertriebsleiter und Teamchef. Entscheiden will er sich erst, wenn er in einem Bereich durchstartet.

Der Sportler

Auf den Sieg in der U-20-Wertung des Weltcups auf Sylt vor wenigen Wochen folgte ein schwerer Sturz in Grömitz. Für den Nachwuchssurfer war das aber kein Problem: „Schädel und Wirbelsäule waren geprellt, das kann mal passieren. Am Wochenende in Kühlungsborn bin ich wieder am Start und will das Training aus dem Winter in Erfolge umsetzen.“

Für die Trainingseinheiten fährt er 20000 Kilometer pro Saison. Bis vor einem Jahr war er dafür auf Familie und Freunde angewiesen: „Die Planung war nicht immer einfach, aber meine Familie surft auch, das hat geholfen. Mit dem eigenen Bus fahre ich jetzt einfach los, wenn ich trainieren will,“ sagt der Gehlsdorfer. Sein Ziel kennt er genau: „Ich möchte in die Weltspitze! Dafür trainiere ich.

PWA-Weltmeister wäre der absolute Traum.“

Der Musiker

Braucht Pockrandt Abstand vom Surfen, geht er seiner zweiten Leidenschaft nach: der Musik. „Die beiden Hobbys ergänzen sich super. Beim Musikmachen kann ich kreativ werden und entspannen“, sagt Pockrandt. Schon als Kind hat er mit Gitarrespielen angefangen, inzwischen geht seine Musik in Richtung Elektro. „Wenn ich heute meine ersten Lieder höre, weiß ich, warum mir kein Label geantwortet hat“, scherzt er. Nach vielen Absagen hat der Musiker Nico Pusch gefallen an den Songs gefunden und hilft bei der Produktion des ersten Albums: „Die Platte ist fast fertig, jetzt sind wir auf der Suche nach einem Label, um sie rauszubringen.“ Werbung für seine Musik macht er als DJ. Julien legt nicht nur seine Lieder auf, sondern singt und spielt Gitarre dazu. „Damit falle ich mehr auf. Ein Alleinstellungsmerkmal ist wichtig“, sagt er und klingt, als wäre er schon lange im Musikgeschäft. Bei einem guten Plattenvertrag müsste die Surfkarriere zurückstecken, den Sport aufgeben würde er aber nicht.

Der Vertriebsleiter und Teamchef

Viele junge Surfer scheitern an den finanziellen Hürden des Sports. Jedes Jahr das neueste Material zu haben, ist nur mit einem Ausrüstervertrag bezahlbar. Pockrandt hatte das Glück von Challengersails noch mehr geboten zu bekommen: Aus einem kleinen angemieteten Raum in der Firma seines Vaters in Kavelstorf leitet er mit einem Freund den Vertrieb für ganz Deutschland. „Momentan verkaufen wir noch direkt an die Sportler und lagern alles im Büro. Als nächsten Schritt nehmen wir Kontakt zu den Surfshops auf, um unseren Aufwand mit Bestellannahme und Versand zu verringern,“

erklärt Geschäftsmann Pockrandt. Als Vertriebsleiter hat er auch die Möglichkeit, talentierte Nachwuchsfahrer für sein BeShore-Team unter Vertrag zu nehmen und ihnen mit besonders günstigen Konditionen den Einstieg in den Surf-Zirkus zu erleichtern. Das Problem kennt er aus eigener Erfahrung: „Am Anfang ist es schwer, aufzufallen und einen guten Vertrag zu bekommen, bei dem man nicht ausgenutzt wird. Ich versuche, das Team vielseitig zu besetzen, dann können alle voneinander lernen.“ Der Nachwuchssportler fördert den Nachwuchs.

Der 18-jährige Schüler privat

Als Schüler der Sportförderung des CJD hat er 13 Jahre Zeit, um sein Abitur zu machen. Die braucht er auch, denn für Training und Surfcups verlängert er die Ferienzeit oder geht früher ins Wochenende: „Da unterstützt mich die Schule immer. Natürlich müssen aber die Noten stimmen, damit das geht.“

Seine Freundin Helena geht in dieselbe Klasse, doch auch neben dem Klassenzimmer finden sie Wege, Zeit miteinander zu verbringen: „Helena ist Seglerin, ich versuche dann mein Trainingslager an den gleichen Ort zu legen. So haben wir sozusagen zusammen Ferien.“ Nach dem Abitur möchte Julien studieren. Welches Fach, weiß er noch nicht, denn die Druckerei seines Vaters wartet auch auf einen Nachfolger.

Niklas Kunkel

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