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Sport im Norden Ole Grammann zur U18-WM nach Nairobi
Sportbuzzer Sport im Norden Ole Grammann zur U18-WM nach Nairobi
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22:12 08.07.2017
Der Hürdensprint gehört zu den stärksten Disziplinen des Zehnkämpfers Ole Grammann, im Weitsprung fordert er nun sogar die Spezialisten bei einer WM. Quelle: Foto: Hfr
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Großhansdorf

Heute geht’s los. Von Dormagen über Düsseldorf nach Frankfurt, und dann weiter nach Nairobi. „Das ist nicht unbedingt das Reiseziel, das einem als Erstes einfällt“, weiß auch Ole Grammann, dass Kenias Hauptstadt kein Tourismus- Magnet ist, zudem das Auswärtige Amt vor erhöhter Kriminalität warnt und davon abrät, sich nach Einbruch der Dunkelheit im Freien aufzuhalten. Doch der 16-Jährige wollte genau dorthin. Schließlich hat er am Mittwoch einen wichtigen Termin: Um 11.50 Uhr beginnt im „Moi International sports Complex-Kasarani“

sein Wettkampf: Er startet in der Weitsprung-Qualifikation. Bei der U18-Weltmeisterschaft.

Der Großhansdorfer ist der einzige Athlet aus Schleswig-Holstein, der den Sprung nach Ostafrika geschafft hat. Und das als Zehnkämpfer, der sich mit Spezialisten misst. Weil er bei der U18-Gala Ende Juni in Schweinfurt auf den Hürdensprint verzichtete, alle Kraft in den Weitsprung legte und – gerade noch rechtzeitig vor dem Nominierungstermin – mit 7,32 m die vom DLV gestellte Norm (7,25

m) schaffte. Und weil John Schlegl vom Ahrensburger TSV zwar sogar 7,52 m in die Grube gesetzt hatte, die Weite aufgrund unzulässigen Rückenwindes (+2,8) aber nicht anerkannt wird vom Leichtathletik-Weltverband.

Dass Grammann seit fast zwei Jahren für Bayer Dormagen startet, seit ihm dort ein Platz im Sportinternat Knechtsteden angeboten wurde und der damals 14-Jährige sofort zugriff, mindert in Großhansdorf den Stolz der Eheleute Hamann keineswegs. Er, Manfred, Abteilungsleiter des SV Großhansdorf und Chef des Kreisleichtathletikverbandes. Sie, Elke, Grammanns Vereinstrainerin, „seit wir ihn mit acht Jahren vom Fußball zur Leichtathletik geholt haben“. Da versteht es sich von selbst, dass „der Ole“ auch noch schnell bei seinen Mentoren vorbeischaute, als er zur Stippvisite bei den Eltern in Großhansdorf war. „Ich musste für Afrika einen Pass beantragen und bin ja noch immer in Großhansdorf gemeldet“, berichtet der WM-Starter, der in den Tagen seit der Nominierung Ende Juni „viele Laufereien“ hatte, „noch geimpft werden“ musste und erst in den letzten Tagen vor dem Abflug auch die letzten Stücke seiner DLV-Kollektion per Post erhielt. „Hosen, Shirts, Rucksack – von Socken bis zur Cap ist wirklich alles dabei“, berichtet er – und will doch mit nur einem Koffer auskommen.

Mit dabei in Kenia wird sein Dormager Vereinstrainer Dirk Zorn sein. Seit zwei Jahren arbeiten beide beinahe täglich zusammen. In den Tagen vor dem Abflug hat Zorn versucht, „nochmal zwei Prozent mehr“ rauszuholen. Und das nicht nur im körperlichen Bereich: Bei einem „solch besonderen Event“ sei die mentale Stärke das Wichtigeste, sagt er: „Afrika, 2000 Meter Höhe, eine komplett unbekannte Konkurrenz – da kann nicht jeder mit umgehen“ weiß er – und ist sicher: „Ole bringt das nötige Selbstvertrauen mit, die Lockerheit, kann sich auf den Punkt konzentrieren.“

Wenn Grammann in der Weitsprung-Quali startet, sitzt Zorn auf der Tribüne. Eine Akkreditierung hat er nicht, schläft deshalb auch nicht in der Kenyatta University, dem Athletendorf für die insgesamt 2500 Sportler. Doch auch als „Zuschauer“ wird er von oben wichtige Hinweise geben können, falls es nicht so läuft bei Ole Grammann. Dessen Ziel ist das Finale am Donnerstag. Dazu muss er am Mittwoch zu den zwölf Besten gehören . . .

ing

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