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Sport im Norden Olympische Spiele 2020: Schröder steigt aus
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19:19 16.10.2018
Sein größter Triumph: Finn Schröder rudert mit Malte Großmann bei der WM 2017 zu WM-Bronze. Quelle: DRV/Seybt
Lübeck

Teeam Deutschland-Achter. Auf der Homepage ist Finn Schröder noch im 20-köpfigen Kader zu finden. Seinen Spind am Stützpunkt in Dortmund hat er auch noch, doch aus der WG ist er ausgezogen. Der Entschluss steht fest: Lübecks große Ruder-Hoffnung stellt den Riemen in die Ecke. Aus der Traum von Olympia 2020, den Spielen in Tokio. „Mir fehlt nach acht Jahren Leistungssport die absolute Motivation. Es gibt im Leben noch so viele andere Sachen, auf die ich Lust habe, in die ich mich stürzen will“, erklärt der 1,99-Meter-Hüne. Ob Weltcup oder WM – alles sei auch nicht so gewesen, „wie ich es mir vorgestellt hatte“. Die Ausbootung im Sommer, der verpasste Sprung in eines der WM-Boote, gab letztlich den Ausschlag. „Aber ich war da in keinster Weise verbittert. Das ist für die Trainer nun ’mal eine schwierige Entscheidung. Bei den Junioren habe ich die positive Seite erlebt, jetzt die andere“, stellt der 25-Jährige klar.

Finn Schröder (2.v.l.) gewann 2017 in Sarasota/Florida WM-Bronze im Zweier mit Steuermann. Quelle: E-Mail-LN-Sport

Nach vier Jahren USA: Schröder startet in Deutschland durch

Noch vor einem Jahr war seine Perspektive eindeutig. 2010 – Junioren-Vizeweltmeister mit dem Achter. 2011 – WM-Bronze mit dem Junioren-Vierer. 2012 – WM-Silber und 2014 Platz vier mit dem U23-Achter. Der Weg schien vorgezeichnet. Und das, obwohl er seit 2012 in den USA lebte, in Seattle studierte und nur in den Semesterferien in Deutschland war. Doch in den Staaten hatten ihn seine Erfolge mit dem Achter der Washington State University nur beflügelt. 2016 zurück in der Heimat, setzte er alles aufs Rudern, zog nach Dortmund an den Achter-Stützpunkt. Und er startete durch. WM-Bronze im Zweier, Schleswig-Holsteins Sportler des Jahres – 2017 war sein Jahr. Doch jetzt zog er die Reißleine.

Wurde 2017 als Schleswig-Holsteins Sportler des Jahres geehrt: Finn Schröder Quelle: 54°

Björn Lötsch, Trainer der Lübecker Ruder-Gesellschaft (LRG), bedauert den Entschluss sehr: „Das ist schade, aber ich kann ihn nachvollziehen.“ Denn: „Finn ist in Dortmund nie so richtig angekommen. Aus den USA ist er das Wir-Gefühl im Achter gewohnt. In Dortmund sind da eher viele Egoisten, die um einen Platz kämpfen.“ Schröder will das so nicht stehen lassen: „So schlimm war es nicht. Ich habe mich da schon wohlgefühlt, wusste, worauf ich mich einlasse . . .“

Lötsch: „Ein herber Rückschlag“

Lötsch hat versucht, Schröder umzustimmen. „Die Trainer hätten gern mit ihm weitergemacht. Eine Olympia-Chance wirft man ja auch nicht so einfach weg. Aber es muss auch Spaß machen. Deshalb verstehe ich seine Entscheidung.“ Auch LRG-Chef Peter Heiden findet es „schade. Es ist fast so, als ob man nach 1750 Metern kurz vorm Ziel den Riemen wegschmeißt.“ Für Lötsch ist es zudem ein „herber Rückschlag, nicht nur für Lübeck, auch für das Land. Wir brauchen Vorbilder, Sportler, die bei großen Höhepunkten starten.“ Lübecks Hoffnungen ruhen so jetzt auf Steuerfrau Larina Hillemann, die mit dem Achter das Olympia-Ticket lösen will, auf Skuller Christian von Warburg und der Juniorin Svea Pichner, WM-Fünfte im Vierer.

Schröder ist sicher: „Da kommen Talente nach.“ Er selbst schreibt an der Uni Bochum seine Masterarbeit (Volkswirtschaftslehre), hofft, im Frühjahr einen Job zu finden „und ich mache auf jeden Fall weiter Sport“. Sicher wird er dann auch irgendwann wieder in ein Boot steigen.

Jens Kürbis

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