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17:04 09.10.2018
Kilasu Ostermeyer spielt bei den Dutch Open auch um eine Zukunft als Badminton-Profi. Quelle: E-Mail-LN-Sport
Trittau

Es ist ein wenig wie bei den Bundesliga-Fußballern des FC Bayern, die während ihrer Tage bei der Nationalmannschaft dem Stimmungstief im Klub entfliehen und sich neu motivieren wollen: Nach einem völlig verkorksten Saisonstart mit dem TSV Trittau versucht auch Kilasu Ostermeyer nun, auf internationalem Parkett die Enttäuschungen im nationalen Wettbewerb hinter sich zu lassen. Die Doppelspezialistin spielt bei den Dutch Open im niederländischen Almere – und das nicht nur um Punkte und Siege, sondern auch um eine Zukunft als Badminton-Profi.

Vor ziemlich genau zwei Monaten ist Ostermeyer von Trittau nach Saarbrücken umgezogen, in den Badminton-Bundesstützpunkt. Dorthin, wo sich die Doppel- und Mixedspieler und -spielerinnen in einer Trainingsgruppe auf ihre internationalen Einsätze vorbereiten, auf eine Berufung ins Nationalteam hoffen und im Idealfall den Deutschen Badminton-Verband bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen vertreten dürfen. Ostermeyer ist dort zur Probe. Für drei Monate. „Wir wollen schauen, wie es läuft. Ich kann mir das Leben hier, die Abläufe und die Anforderungen anschauen, kann ausprobieren, ob das was für mich ist“, erklärt die 21-jährige Tochter einer Thailänderin und eines Deutschen, die vor drei Jahren in das Land ihres Vaters übersiedelte, nachdem sie es im extrem Badminton-affinen Thailand bis ins Jugend-Nationalteam geschafft hatte, Nummer 10 der Jugend-Weltrangliste war, Fünfte bei den Asien-Meisterschaften, Neunte bei den World Junior Championships.

„Wir“ – das ist neben ihr in erster Linie der Leitende Bundestrainer für den Bereich Doppel/Mixed, Diemo Ruhnow. „Er hatte schon vor über einem Jahr das erste Mal angefragt“, erzählt Ostermeyer. Das war, nachdem sie mit ihrem Trittauer Teamkollegen Nikolaj Persson DM-Bronze im Mixed gewonnen hatte. Doch damals stand für Ostermeyer ihre berufliche Perspektive an erster Stelle, die Lehre zur Zahnarzthelferin in der Praxis von Abteilungsleiterin Sabina Persson. Als Ostermeyer/Persson im Februar dieses Jahres Mixed-Silber bei der DM holten und Ruhnow schließlich erneut anfragte, hatte sich die Situation geändert, Ostermeyer – die vor drei Jahren ohne Deutschkenntnisse nach Trittau gekommen war – ihre Lehre „wegen der Sprache“ abgebrochen. „Als ich dann im Sommer für einen Monat bei meinen Eltern in Thailand zu Besuch war, habe ich die Zeit genutzt darüber nachzudenken, ob ich noch einmal versuchen will, Badminton-Profi zu werden. Und ich habe mich dafür entschieden.“

Kilasu Ostermeyer in ihrem Zimmer im Olympiastützpunkt Saarbrücken Quelle: Privat

Nun trainiert sie auf Bewährung in Saarbrücken mit. Aufstehen um sechs Uhr, erstes Training um acht, selten weniger als zweieinhalb Stunden. Dann, nach dem Mittagessen „und hin und wieder einer Extra-Einheit Fitness“, ein zweites Training in der etwa 15-köpfigen Gruppe der besten deutschen Doppelspezialisten. Training auf höchstem Niveau, aber auch mit großer Konkurrenz. „Wenn ich nicht besser werde, können die Trainer nein sagen, und dann muss ich wieder ausziehen hier“, weiß Ostermeyer. Doch sie hofft, bleiben zu dürfen. Zumal die Experten der Laufbahn-Betreuung am Olympiastützpunkt schon die Möglichkeiten einer parallelen beruflichen Ausbildung sondieren. „Ich musste meine Zeugnisse abgeben, nun wird geklärt, ob ich beispielsweise bei der Bundeswehr unterkommen könnte.“

Trittaus Starter bei den Dutch Open

Kilasu Ostermeyer – Damendoppel mit Eva Janssens (Lüdinghausen)

Jessica Hopton – Damendoppel mit Victoria Williams (ENG), Mixed mit Michaael Roe (ENG)

Matthew Clare – Herrendoppel mit Michael Roe (ENG), Mixed mit Victoria Williams (ENG)

Gergely Krausz – Herreneinzel

Jonathan Persson – Herreneinzel

Mitte November enden die drei Probe-Monate. Bis dahin muss sie Fortschritte nachweisen. In der Bundesliga gelang das bisher nur bedingt. In ihren zehn Matches an den bisher fünf Spieltagen der neuen Saison gewann sie nur viermal, allerdings mit wechselnden Partnern sowohl im Mixed als auch im Doppel. Die Zeiten, als sie mit Iris Tabeling die Saison 2017/18 mit 19:1-Siegen beendete, sind vorbei. Tabeling wechselte in die Schweiz. „Ich vermisse sie, wir haben uns extrem gut verstanden“, sagt Ostermeyer.

Im Doppel mit Eva Janssens

In Almere treffen sich beide wieder. Allerdings wohl nur außerhalb des Courts. Zu einem sportlichen Vergleich käme es erst, wenn beide das Finale erreichen – mit ihren neuen Partnerinnen. Ostermeyer wurde für das Turnier nahe Amsterdam von Bundestrainer Ruhnow ausgerechnet Eva Janssens zugeteilt. „Sie hat derzeit keine Partnerin, deshalb sollen wir es mal zusammen versuchen“, weiß Ostermeyer. Dass sie erst am vergangenen Sonntag im Mixed gegen Janssen spielte (und verlor), als Trittau 2:5 in Lüdinghausen unterging – daran will Ostermeyer nicht mehr denken. Genauso wenig wie die Bayern-Kicker, die nach ihrem jüngsten 0:3 nun gemeinsam mit Gladbachs Matthias Ginter bei der Nationalmannschaft sind.

Christian Schlichting

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